Neubau für einzigartiges Konzept der Sepsisforschung

„Das neue Gebäude wird ideale Bedingungen für die Umsetzung des weltweit einzigartigen Forschungskonzeptes von SEPTOMICS bieten, in dem sich interdisziplinäre Arbeitsgruppen ausschließlich der Sepsisforschung widmen“, so Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena und Vorstandssprecher des Zentrums.

SEPTOMICS ist eine gemeinsame Initiative der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Universitätsklinikums Jena und des Hans-Knöll-Instituts. Als ein Zentrum für integrierte Sepsisforschung will SEPTOMICS durch die Verknüpfung modernster interdisziplinärer Grundlagenforschung mit einer exzellenten klinischen Expertise Erkenntnislücken schließen, um bisher fehlende Sepsis-Diagnostika und -Therapeutika zu entwickeln.

Der Forschungsneubau wird zunächst zwei Nachwuchsgruppen und die Geschäftsstelle des Zentrums beherbergen. Die Arbeitsgruppen erforschen zum einen, wie aus harmlosen Besiedungspilzen aggressive Sepsiserreger werden und wie eine Pilzsepsis frühzeitig diagnostiziert werden kann, und zum anderen, was die zellulären Reaktionen des Patienten auf bakterielle Sepsiserreger sind und welche neuen diagnostischen und therapeutischen Ansätze sich daraus ergeben. Damit werden zum ersten Mal die bisher getrennten Bereiche der Erreger- und Wirtsantwortforschung komplementär bearbeitet. Beide Gruppen kooperieren eng mit der Paul-Martini-Gruppe für Klinische Sepsisforschung am Universitätsklinikum, die Patientenproben bereitstellt und Ergebnisse in klinischen Studien überprüft. Eine dritte Nachwuchsgruppe für Bioinformatik zur Auswertung der gewonnenen hochdimensionalen molekularen und klinischen Daten ist geplant.

SEPTOMICS wurde bis jetzt mit mehr als 5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Bausumme für das Forschungsgebäude mit 700 m² Nutzfläche beträgt 5,4 Millionen Euro; 1,4 Millionen Euro finanziert das Land Thüringen, 4 Millionen sind EFRE-Mittel. Diese Investitionen ermöglichen neben der Realisierung des Bauvorhabens eine erweiterte Laborgrundausstattung für molekular- und zellbiologische Arbeitsräume, mit der auf zwei Etagen Experimente mit Infektionserregern der Sicherheitsstufe 2 durchgeführt werden können. Außerdem stehen den Forschern hochmoderne Geräte wie ein konfokales Laserscanning-Mikroskop, ein In-vivo-Imaging-System, ein Multiplex-Analysegerät und ein Durchflusszytometer zur Verfügung. Die Technologieplattform soll zukünftig u.a. noch um ein Proteomics-Labor erweitert werden. Büro- und Seminarräume auf beiden Etagen dienen der Auswertung der Ergebnisse und dem wissenschaftlichen Austausch, Büros für die Bioinformatik-Gruppe sind ebenfalls vorgesehen. Die Geschäftsstelle wird in zwei großzügigen Büros untergebracht.

Durch die Konzeption, die Ausstattung und durch die direkte bauliche Anbindung an das Forschungszentrum Beutenberg des Uniklinikums werden mit dem Neubau die räumlichen und technischen Voraussetzungen geschaffen, die für die Umsetzung der ehrgeizigen Forschungsziele des Zentrums für Innovationskompetenz SEPTOMICS notwendig sind.

Der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christoph Matschie nannte Jena einen bedeutenden Standort der Sepsisforschung. „Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg in ihrer Forschungsarbeit. Dies wird den Ruf Jenas und Thüringens als medizinischen Forschungsstandort weiter stärken.“

Kontakt:
Prof. Dr. Konrad Reinhart, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin,
Universitätsklinikum Jena,
Tel.: 03641 9323100, E-Mail: Konrad.Reinhart[at]med.uni-jena.de
Dr. Janina Hahn, Geschäftsstelle ZIK SEPTOMICS
Tel.: 03641 532 1374, E-Mail: janina.hahn[at]hki-jena.de

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Dr. Uta von der Gönna idw

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