Mainzer Zellbiologen gehen Funktion von Goliath-Rezeptor auf den Grund

Der Rezeptor VLGR1 (grün) im Primärzilium einer Zelle: VLGR1 ist vor allem an der Basis des Primärziliums, aber auch entlang des Zilienschaftes zu finden. Foto: B. Knapp, AG Wolfrum, JGU

Im Rahmen einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) werden Zellbiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die Funktionsweise des größten Rezeptors unseres Körpers, des sogenannten „Very Large G protein-coupled Receptor-1“ (VLGR1), untersuchen.

Der Gigant ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor (GPCR), der zu der bislang wenig untersuchten Familie der Adhäsions-GPCRs zählt. Während die Funktion klassischer GPCRs bereits recht gut verstanden ist, ist über die Mechanismen, wie in dieser Rezeptorklasse die Adhäsionseigenschaften mit der Aktivierung integriert werden, bisher weit weniger bekannt.

Die neue Forschergruppe „Elucidation of Adhesion-GPCR signaling“, deren Einrichtung die DFG im Herbst genehmigt hatte, konzentriert sich auf die Analyse von Struktur und Funktion von Adhäsions-GPCRs. Daran beteiligt sind Wissenschaftler der Universitäten in Würzburg (Sprecher Dr. Tobias Langenhan), Leipzig, Erlangen-Nürnberg, Mainz und Amsterdam.

An der JGU wird das Team um Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum die physiologische Rolle von VLGR1 an der Zelloberfläche untersuchen. Dabei sollen die Mechanismen, die zur Aktivierung von VLGR1 führen, und die Wege der Signalweiterleitung in der Zelle entschlüsselt werden. Zudem soll die spezielle Funktion von VLGR1 in sensorischen Zilien in Auge und Ohr aufgeklärt werden.

„Unsere Untersuchungen am Goliath-Rezeptor VLGR1 sind auch von übergeordneter Bedeutung, weil Mutationen im VLGR1-Gen zum Usher-Syndrom des Menschen, der häufigsten Form erblich bedingter Taub-Blindheit, führen“, sagt Uwe Wolfrum und führt weiter aus, dass er sich von den Ergebnissen, die aus dem Grundlagenforschungsprojekt der Forschergruppe zu erwarten sind, auch Hinweise auf zukünftige Therapieansätze für Patienten mit Usher-Syndrom verspricht.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum
Zell- und Matrixbiologie
Institut für Zoologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25148
Fax +49 6131 39-23815
E-Mail: wolfrum@uni-mainz.de
http://www.ag-wolfrum.bio.uni-mainz.de/

Weitere Links:
http://www.dfg.de/foerderung/programme/listen/projektdetails/index.jsp?id=246212… (DFG-Forschergruppe 2149)
http://www.uni-mainz.de/presse/53509.php (Pressemitteilung „Lichtblicke für die Therapie des humanen Usher-Syndroms“)

Media Contact

Petra Giegerich idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Eine der weltgrößten Datenbanken zur Ganganalyse

Die vor kurzem veröffentlichte Gutenberg Gang-Datenbank ist die weltweit größte Sammlung von Ganganalysen gesunder Proband*innen Sie bietet Vergleichsdaten für die Diagnose und Behandlung von Gangstörungen. Erstellt haben die Datenbank die…

In nur wenigen Minuten Zellstrukturen dreidimensional abbilden

Heidelberger Wissenschaftler arbeiten an einem schnellen Verfahren der 3D-Zellbildgebung. Virale Erreger wie das Coronavirus SARS-CoV-2 verändern die innere Struktur der Zellen, die sie befallen. Diese Veränderungen finden auf Ebene der…

Projekt ALBATROS: Aluminium-Ionen-Batterien als alternative Speichertechnologie

… für stationäre Anwendungen. Im Projekt ALBATROS entwickelt ein Konsortium aus Forschung und Industrie die Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) weiter. Dabei stehen die Abläufe in der Batteriezelle und an den Grenzflächen zwischen…

Partner & Förderer