Licht als Schlüssel zum Malaria-Medikament

Er ließ sich bisher nur aus dem Einjährigen Beifuß extrahieren. Der Artemisiningehalt der Pflanze ist jedoch gering; das macht das Mittel teuer und den Preis abhängig von der Erntemenge. Welchen neuen Weg zu dem begehrten Pharmakon es nun gibt, erfahren Sie in den „Nachrichten aus der Chemie“.

Die Synthese eines Naturstoffs wie Artemisinin ist aufwendig und teuer. Nun stellen Daniel Kopetzki und Peter Seeberger Artemisinin aus einer anderen, natürlich vorkommenden Verbindung her: Aus dem Einjährigem Beifuß extrahierten sie die Artemisininsäure.

Sie ist ein Vorläufer des Artemisinins und liegt in größerer Konzentration vor als Artemisin selbst. Die Wissenschaftler setzten die reduzierte Form der Artemisinsäure mit photochemisch erzeugtem Singulett-Sauerstoff um und erhielten, nach wenigen weiteren Schritten, das gewünschte Artemisinin.

Besonders in Afrika, wo die meisten Malariaerkrankungen auftreten, können sich viele Menschen die Therapie bisher nicht leisten. Die Kosten für das Heilmittel könnte dieser neue, einfache Zugang senken.

Wie die Forscher das Problem der nur wenige Mikrosekunden andauernden Lebenszeit des Singulett-Sauerstoffs umgehen, warum nur ein geringer Aufwand für die Synthese nötig ist und weshalb 1500 Exemplare der entwickelten einfachen Reaktoren den Weltbedarf an Artemisinin decken, erfahren Sie im Artikel „Photochemie im Kampf gegen Malaria“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80 000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten“ über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

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Dr. Ernst Guggolz GDCh

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