Gerüste aus Goldnanopartikeln

Zentrales Element der am Institut für Physikalische Chemie entwickelten Methode sind Sternpolymere, also sternförmig aufgebaute Kunststoffe. Foto: Universität Göttingen

Kleinste Strukturen exakt auf bestimmte Eigenschaften hin herstellen zu können spielt für verschiedene Anwendungen, beginnend in der Energieforschung bis hin zur Medizin, eine entscheidende Rolle. So zum Beispiel im Bereich der Sensorentwicklung oder auch bei Transportprozessen auf zellulärer Ebene.

Eine spezifische Methode zur Herstellung solcher Gerüste aus Goldnanostrukturen haben Wissenschaftler der Fakultät für Chemie der Universität Göttingen entwickelt. Die Ergebnisse sind in der internationalen Ausgabe der Fachzeitschrift Angewandte Chemie erschienen.

Zentrales Element der von Prof. Dr. Philipp Vana und seinem Doktoranden Christian Rossner vom Institut für Physikalische Chemie entwickelten Methode sind Sternpolymere, also sternförmig aufgebaute Kunststoffe. Sie werden mittels RAFT-Polymerisation – einer Technik zur gezielten Synthese von Polymeren – in exakt vorgegebener Form hergestellt. Über das Molekulargewicht der Polymere kann die Länge der „Strahlen“ genau eingestellt werden.

„Goldnanopartikel, die mit solchen vierarmigen Sternpolymeren behandelt werden, könnten als Kernelement eines Gerüsts genutzt werden“, erläutert Prof. Vana. An den freien Strahlen dieser Sternpolymere können wiederum kleinere Nanopartikel gebunden werden, ähnlich wie um einen Planeten angeordnete Satelliten.

Die „Satelliten“ ihrerseits lassen sich mit weiteren Polymerketten bestücken, die bestimmte chemische Gruppen an ihren Enden tragen. Auf diese Weise ist es möglich, das Miniaturgerüst für unterschiedliche Funktionen und Anwendungen als Grundlage zu nutzen.

Originalveröffentlichung: Christian Rossner und Philipp Vana: Planet-Satellite Nanostructures Made To Order by RAFT Star Polymers, Angewandte Chemie International Edition, Vol. 53, Issue 38. doi: 10.1002/anie.201406854

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Philipp Vana
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Chemie
Institut für Physikalische Chemie
Tammannstraße 6, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-12753, E-Mail: pvana@uni-goettingen.de
Internet: http://www.mmc.chemie.uni-goettingen.de

Media Contact

Thomas Richter idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroalge Stylodinium – ein geheimnisvoller Unbekannter aus dem Moor

Die Alge des Jahres 2022 … LMU-Biologe Marc Gottschling untersucht die Panzergeißler seit Langem. Einer ihrer bemerkenswertesten Vertreter wird jetzt zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Die Mikroalge Stylodinium wird…

Zur Rolle von Bitterrezeptoren bei Krebs

Rezeptoren als Angriffspunkte für Chemotherapeutika. Bitterrezeptoren unterstützen den Menschen nicht nur beim Schmecken. Sie befinden sich auch auf Krebszellen. Welche Rolle sie dort spielen, hat ein Team um Veronika Somoza…

Das ungleichmäßige Universum

Forscher untersuchen kosmische Expansion mit Methoden aus der Physik von Vielteilchensystemen. Mathematische Beschreibungen der Expansion des Universums beinhalten einen systematischen Fehler: Man nimmt an, dass die Materie im Universum gleichmäßig…

Partner & Förderer