Gene als Spürnasen von Metastasenbildung

Forschergruppen der Universitäten von Padua und Modena e Reggio Emilia haben Gene entdeckt, die eine metastatische Verbreitung von Tumorzellen bereits im Anfangsstadium aufspüren und damit ein rechtzeitiges Therapieren ermöglichen.

Die Metastasenbildung, bei der eine Tumorzelle den Primärtumor verlässt und über den Kreislauf andere Organe befällt, ist die wichtigste Todesursache bei neoplastischen Krankheiten. Ähnlich wie bei allen anderen biologischen Vorgängen hängt ihr Verlauf von der koordinierten Aktivierung und Deaktivierung einer Vielzahl von Genen ab.

Dabei macht sich die Tumorzelle einen von den Embryonalzellen verwendeten Mechanismus zunutze, durch den sie von bestimmten Hormonsignalen zum Wandern angeregt werden. „Beim Zusammenwirken von Genläsionen, wie es bei p53 und Ras der Fall ist, kommt es bereits im Frühstadium der Krebserkrankung zur Metastasenbildung“, erklärt Stefano Piccolo vom Dipartimento di Biotecnologie Mediche in Padua. „Das bedeutet, dass zur Ergreifung geeigneter Therapiemaßnahmen so früh wie möglich die Art des Tumors ermittelt werden sollte“, führt Piccolo aus.

Während bei einer gesunden adulten Zelle durch den Verlust des zur Tumorsuppressor-Familie p53 gehörenden Gens p63 diese absterbe und somit kein Schaden entstehe, führe der Ausfall von p63 bei einer Tumorstammzelle zu einem unkontrollierten Wachstum, das in der Bildung von Metastasen endet. Um das Nichtvorhandensein von p63 rechtzeitig aufzudecken, haben die beiden Forscherteams eine Reihe sogenannter „Indikatorgene“ ermittelt. Durch eine gezielte klinische Nutzung dieser „Molekularspione“ könne der Onkologe die für den Patienten am besten geeignete Therapie bestimmen.

Ermöglicht wurde die Untersuchung der italienischen Wissenschaftler durch die Unterstützung der italienischen Krebsforschungsgesellschaft AIRC und der Sparkassenstiftung Fondazione Cassa di Risparmio di Padova e Rovigo. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift „Cell“ beschrieben.

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Harald Jung pressetext.austria

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