Längste Speikobra der Welt entdeckt

Kenianische und britische Forscher haben die größte Speikobra der Welt entdeckt: Die Ashe Speikobra (Naja ashei) kann bis zu 2,7 Meter lang werden und beim Beißen mehr Gift injizieren als jede andere Kobra-Spezies, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic.

Das äußerst aggressive Reptil wurde von den Forschern in Kenia nahe einer Schlangenfarm entdeckt. Zunächst nahmen die Wissenschaftler an, dass es sich lediglich um eine Subspezies der bekannten braunen Speikobra handelt.

Genetische Untersuchungen wiesen das Tier jedoch als eigene Spezies aus. Das Reptil wurde nach James „Jimmy“ Ashe, einem prominenten Herpetologen, der die Bio-Ken Schlangenfarm in Watamu/Kenia gegründet hat, benannt. Über die Entdeckung der Schlange wurde bereits im Frühjahr 2007 im Wissenschaftsmagazin Zootaxa berichtet. Nun wurde seitens der Nonprofit-Umweltorganisation WildlifeDirect die offizielle Namensgebung vollzogen.

Royjan Taylor, Direktor von Bio-Ken, erklärte, dass man mit der Namensgebung warten wollte, ob nicht bereits ein anderer Naturwissenschaftler diese Tierart beschrieben hätte. Bio-Ken gehört zu jenen Einrichtungen, die aus Schlangengift Seren herstellt. Die Ashe-Speikobra ist in der Region Nord- und Ost-Kenia, Uganda und Äthiopien weit verbreitet, so die Experten.

Speikobras ernähren sich von Eiern, anderen Schlangen, Echsen und Vögeln. Das Gift hat bei diesen Tieren eine doppelte Bedeutung: Einerseits werden damit Beutetiere getötet, andererseits können diese Schlangen Gift gezielt in die Augen eines eventuellen Angreifers speien. Anders als die bisher in Gefangenschaft gehaltenen Speikobras hat die neu entdeckte Spezies keinen besonders ausgeprägten Geschmackssinn und verweigerte auch Hühnerköpfe als Nahrung nicht, wie Taylor berichtet.

Die jüngste Entdeckung der neuen Schlangenspezies legt nahe, dass auch unter den anderen in weiten Teilen Afrikas verbreiteten Reptilien zahlreiche Spezies existieren. Im Fall der Ashes Speikobra nützt die Neuentdeckung vor allem jenen Menschen, die von einer solchen Schlange gebissen werden: Mit einem einzigen Biss wird die doppelte Menge an Gift injiziert. Zwar können gegen das Speikobra-Gift die Seren der anderen verwandten Schlangen verabreicht werden, allerdings müsse die Dosis verdoppelt werden. Die Giftmenge eines Bisses reicht aus, um bis zu 15 Menschen zu töten.

„Die Tatsache, dass es verschiedene neue Spezies von Giftschlangen gibt, macht es notwendig, auch die Frage nach der Wirksamkeit von Seren zu stellen“, so David Warrell, Herpetologe an der University of Oxford. Das sei bisher nicht wirklich untersucht worden. Auch Taylor sieht in der Entdeckung der neuen Schlangenart mehr Erkenntnisse über diese Tiere.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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