Grüne Gentechnik am Innovationsstandort Deutschland: "Befreiung" von Forschung und Erkenntnisgewinn?

In einem offenen Brief appellieren rund 400 Wissenschaftler an die Mitglieder des Bundestages, sich dafür einzusetzen, dass die Potentiale der Grünen Gentechnik nicht in ideologischen Grabenkämpfen zerrieben, sondern verantwortungsvoll nutzbar gemacht werden können. Ausdrücklich beklagen sie in diesem Zusammenhang die steigende Zahl systematischer Zerstörungen von Projekten mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die nach wie vor keinerlei politische Konsequenzen nach sich ziehen, sondern vielmehr weitgehend ignoriert werden.

In dem vom Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG) initiierten Aufruf (http://www.gruene-gentechnik-online.de) heißt es, dass ein auf Anweisung von Minister Seehofer ergangener Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der den Anbau des gesetzlich zugelassenen, gentechnisch veränderten Bt-Mais MON810 nun mit umfangreichen Monitoring-Auflagen verknüpft, den kriminellen Zerstörern Rückenwind verleiht. Durch den Bescheid, der weder auf neuen, noch auf bislang unbekannten Erkenntnissen basiert, fühlen sie sich in ihren Taten moralisch noch legitimiert. Dies werden die militanten Gegner auch nicht müde, zu betonen.

In dem Appell wird darauf verwiesen, dass man mit dem Bescheid die Ergebnisse jahrelanger Sicherheitsforschung in Deutschland – gefördert von der Bundesregierung – ignoriert und somit gleichzeitig signalisiert, nicht zu den Ergebnissen der beteiligten Forscher zu stehen. „Das ist ein fatales Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland, dessen Ergebnisse zur Sicherheitsforschung international Beachtung finden. Das ist ein fatales Signal in der öffentlichen Diskussion um die Sicherheit der Gentechnik, in der Wissenschaftler wie Landwirte mit dem Verdacht zurückgelassen werden, fahrlässig zu handeln und umweltschädigend zu arbeiten,“ heißt es in dem offenen Brief.

Die Wissenschaftler fordern die Politiker nachdrücklich auf, der Grünen Gentechnik eine reelle Chance einzuräumen und dafür einzutreten, dass Forschung und Erkenntnisgewinn nicht aus ideologischen Gründen behindert werden. „Lassen Sie eine solche Situation in Deutschland nicht zu! Sorgen Sie dafür, dass die Potentiale der Grünen Gentechnik verantwortungsvoll nutzbar gemacht werden können, dass Forschung zu diesem Zwecke möglich bleibt, dass die Verbraucher sachgerecht und ausgewogen informiert werden und dass der Innovationsstandort Deutschland Konturen erhält!“, so der Appell.

Die Mitglieder des WGG sind Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche, die für eine verantwortungsbewusste Nutzung der Potenziale, aber auch Erforschung möglicher Risiken der Grünen Gentechnik eintreten. Als Zusammenschluss von Fachwissenschaftlern sieht der WGG eine seiner Hauptaufgaben in der aktiven und konstruktiven Teilnahme an der kontroversen öffentlichen Diskussion.

Kontakt:
Sabine Schuh, Kommunikation
Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany, 1. Vorsitzender
Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG)
Postfach 12 01 27
60114 Frankfurt/Main
e-mail: zentrale@wgg-ev.de
Tel: 069 – 710 33 890

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Sabine Schuh idw

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