Geklonte Mäuse neigen zur Fettsucht

Erwachsene Klone haben erhöhten Anteil an Körperfett

Wissenschaftler der University of Cincinnati haben nachgewiesen, dass geklonte Mäuse im Erwachsenenalter Übergewicht entwickeln. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Medicine (Vol.8, Nr.3, S. 262 – 267) schreiben die Forscher, dass die geklonten Mäuse nicht nur größer als normale Mäuse waren, sondern auch einige Merkmale von Übergewicht zeigten. Dazu zählten ein signifikant erhöhter Anteil von Körperfett sowie ein erhöhter Insulin- und Leptinspiegel im Blut. Es handelt sich dabei aber nicht um eine durch das Klonen verursachte Genmutation, denn die Krankheit wird nicht vererbt. Forscher vermuten, dass die Spenderzellen selbst oder die Transfermethode mit der Entwicklung des Übergewichts in Zusammenhang stehen.

Das Team um Randall R. Sakai vom University of Cincinnati College of Medicine verglich für die Studie geklonte Mäuse mit einer natürlich gezeugten Mäusegruppe und so genannten IVEM-Tieren. Bei dieser Gruppe wurden die Eizellen auf natürlichem Weg befruchtet, die Embryonen wurden dann aber wie die Klone in einer Nährlösung aufbewahrt und der „Ersatzmutter“ eingepflanzt. Ab einem Alter von rund acht Wochen entwickelten die Klone und IVEM-Mäuse ein deutlich höheres Körpergewicht als die Vergleichstiere. „Dies könnte bedeuten, dass einige Faktoren in Verbindung mit der Manipulation der Kulturzellen diesen Effekt verursachen“, erklärte Sakai.

In einem Kommentar schreiben Wissenschaftler, dass es fraglich ist, ob es irgendeinen völlig gesunden Klon gibt. Anormale Entwicklungen in den erzeugten Tieren legten nahe, dass die bestehenden Methoden des Nukleus-Transfers für den Klonvorgang fehleranfällig seien. Bei der Klonierung wird das Erbgut einer Körperzelle in eine entkernte Eizelle transferiert. Damit eine Embryonalentwicklung möglich ist, müssen die dafür nötigen Gene aktiviert werden, was bedeutet, dass die DNA erneut programmiert werden muss. Mitunter ist dieser Vorgang für die hohe Fehlerquelle beim Klonvorgang verantwortlich. „Bis dato ist das Verfahren medizinisch und genetisch nicht sicher“. Von einer verfrühten Anwendung der Technologie beim Menschen sei daher abzusehen, meinte Sakai.

Ansprechpartner für Medien

Sandra Standhartinger pte.monitor

Weitere Informationen:

http://www.nature.com/nm

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