Schlagende Herzen in der Petrischale

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von Ärzten und Naturwissenschaftlern der Kliniken für Kardiologie (Direktor: Prof. Helmut Klein) und Herzchirurgie (Direktor: Prof. Christof Huth) sowie dem Institut für Experimentelle Innere Medizin (Direktor: Prof. Siegfried Ansorge) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gelang es, pluripotente Zellen aus Mäusen in der Zellkultur zu schlagenden Herzmuskelzellen auszureifen. Damit steht für die beteiligten Wissenschaftler – PD Dr. Uwe Lendeckel und Dr. Andreas Götte – ein neuartiges, von Tierversuchen unabhängiges Modell zur Erforschung von verbreiteten Herzerkrankungen wie Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen zur Verfügung.

Die Etablierung dieses Zellmodells erfolgte in Zusammenarbeit mit der Emory-Universität in Atlanta (USA) und mit technischer Unterstützung durch Prof. Anna Wobus (Gatersleben), einer Begründerin der Stammzellforschung in Deutschland.
Die bereits mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichneten Magdeburger Wissenschaftler haben seit mehreren Jahren an der Erforschung von Herzrhythmusstörungen, vor allem des Vorhofflimmerns, gearbeitet. Ihr jetziges Projekt dient zunächst der weiteren Erforschung von Krankheiten der so genannten Herzschrittmacherzellen, die bislang häufig bei betroffenen Patienten zur Implantation eines Herzschrittmachers führen.
Die Wissenschaftler hoffen, durch die an diesem Modell erhaltenen Ergebnisse neue Einblicke in die molekularen Ursachen des „zu langsamen Herzschlages“ zu erhalten und neue Therapien, wie zum Beispiel auch die Transplantation von Herzschrittmacherzellen, entwickeln zu können.

Der Beginn des vielversprechenden Projektes wurde zunächst durch Stipendien der Universitätsklinik Magdeburg sowie Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ermöglicht und beruht auf intensiver Zusammenarbeit auch mit anderen Kliniken der Medizinischen Fakultät. Dr. Götte und Dr. Lendeckel sind zuversichtlich, durch den für 2002 geplanten Aufbau eines schwerpunktorientierten Wissenschaftsnetzes deutscher Universitätskliniken, die Erforschung von Vorhof-Rhythmusstörungen entscheidend voranzutreiben.

Weitere Auskünfte erteilen gern:
Dr. med. Andreas Götte, Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie,
Tel. 0391/67 13203
E-Mail: andreas.goette@medizin.uni-magdeburg.de
PD Dr. rer. nat. Uwe Lendeckel, Institut für Experimentelle Innere Medizin,
Tel. 0391/67 14454, -13227
E-Mail: uwe.lendeckel@medizin.uni-magdeburg.de

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Kornelia Suske idw

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