Dem "Täter" auf der Spur – dank modernster Analytik

Des Rätsels Lösung steckt in Mikroorganismen, Proteinen und DNA (Desoxyribonucleinsäure). Deren Detektion, Analyse und Quantifizierung haben sich u.a. die über 30 Firmen und wissenschaftlichen Institutionen des Gemeinschaftsstands Bayern Innovativ auf die Fahne geschrieben.

So präsentiert sich das Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung der TU München mit seiner Fourier-transformierten Infrarot (FTIR) -Spektroskopie, die bereits mit dem Otto von Guericke-Preis der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) gewürdigt wurde. Für dieses chemisch-physikalische Verfahren werden sog. Mikrokolonien der Verderbnis erregenden Organismen verwendet, die kürzer inkubiert, nicht isoliert und nicht gereinigt werden müssen. Damit können sie schneller als mit herkömmlichen, kultivierungsbedingten Methoden über Referenzdatenbanken identifiziert werden. Der Zeitvorsprung von mehreren Tagen ist im Herstellungsprozess von Lebensmitteln essenziell; der Industrie entstehen jährlich Kosten im Millionenbereich durch Fehlproduktion und Imageschäden, nicht zu Vergessen das Hygienerisiko für den Verbraucher.

Mit einer Kombination aus Mikroarrays, elektrischer Detektion und Halbleitertechnologie diagnostizieren die Bio-Chip-Systeme der Friz Biochem GmbH Erreger von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Herpes und weisen pathogene Keime wie Salmonellen nach. Der apparative Aufwand ist dabei gering; zusammen mit einem hohen Grad an Minimierung eignet sich die Technologie für Routineanwendungen.

Als größtes deutsches Privatlabor für die Produktion von DNA-Profilen für die Analysedatei des Bundeskriminalamtes, für Scrapie-Genotypisierung und Abstammungsnachweise für die Tierzucht in Deutschland stellt sich die eurofins Medigenomix GmbH auf dem Gemeinschaftsstand vor. Hochaktuell ist auch ihr Testsystem zum Nachweis des Vogelgrippevirus H5N1 in Lebensmitteln wie Fleisch und Eiern sowie weiteren tierischen Materialien wie Federn und Knochenmehlen.

Diese drei Beispiele stehen stellvertretend für das Innovationspotenzial der bayerischen Biotech-Branche, die sich auf der 20. Analytica in München präsentiert. Die technologischen Neuerungen betreffen neben der DNA- und mikrobiologischen Analytik (PIKA Weihenstephan, PROFOS) und Diagnostik (LINOS Photonics) auch die Proteinquantifizierung (Entelechon), die Mikrofluidik (TU München, LS Medizinische Elektronik) sowie die Automatisierung für den Laboralltag (HTI bio-X, IMPLEN, infoteam Software, S.CO Life Science).

Eine vollständige Liste und Beschreibung zu den Ausstellern finden Sie unter www.bayern innovativ.de/analytica2006.

Dienstleistungsangebot bayerischer Bioregionen, Forschungs- und Consultingeinrichtungen

Die kommerzielle Umsetzung von Forschungsergebnissen im Bereich Life Sciences setzt die Unterstützung und Beratung von Biotech-Start-Ups in der Gründungs- und Aufbauphase voraus. Die Koordinationsstelle der Biotech-Region München, BioM AG (Martinsried) sowie die Innovations- und Gründerzentren für Biotechnologie (IZB) in Planegg-Martinsried und Freising-Weihenstephan präsentieren hierzu ihr Dienstleistungsangebot. BayGene im Genzentrum der LMU München vernetzt funktionelle Genomforschung in Bayern und schafft Kontakte zur Industrie. Das KFB der Universität Regensburg stellt seine Kompetenzen in der Fluoreszenten Bioanalytik vor.

Die Management Consulting Merx GmbH und die LfA Förderbank Bayern informieren über ihre Beratungs- und Finanzierungsangebote.

Netzwerk „Life Science Bavaria“

Die Dynamik in der biotechnologischen Forschung ist groß, das Spektrum an Anwendungen weit. Hier ist es hilfreich, die einzelnen Partnern auch auf überregionaler Ebene zu vernetzen und strukturell zu begleiten.

In Zusammenarbeit mit den Bioregionen Bayerns, der BioM AG in Martinsried, der BioPark Regensburg GmbH und der BioMedTec Franken e.V. wurde mit Unterstützung des Bayerischen Staats-ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie das Netzwerk „Life Science Bavaria“ aufgebaut.

Es informiert über aktuelle Entwicklungen und sich abzeichnende Trends im Bereich Biotechnologie, kommuniziert diese an Interessenten und ermöglicht neue Konstellationen der Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene.

Dabei bahnen sich Kooperationen im besonderen Maße durch thematisch fokussierte Foren an, wie z. B. „Drug Development“ am 24. November 2005 in Würzburg; die internationale Zusammenarbeit wird über die Mitwirkung von Clustern ausgebaut.

Mit der Image-Broschüre über den Biotechnologie-Standort Bayern, dem vierteljährlichen Newsletter „Life Science Bavaria“ und dem Online-Portal www.lifescience-bavaria.de besteht eine umfassende Informationsplattform.

Bayern Innovativ GmbH

Die Bayern Innovativ GmbH wurde 1995 von der Bayerischen Staatsregierung initiiert und gemeinsam von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mit Sitz in Nürnberg gegründet. Leitgedanke ist es, verschiedene Kompetenzen zusammenzuführen – auch außerhalb der herkömmlichen Prozesskette, über Technologien und Branchen hinweg – um neuartige Entwicklungen mit hohem Innovationsgrad zu initiieren.

Im Rahmen des gesamten Innovationsprozesses wird auch die Präsentation neu entwickelter Produkte und Verfahren unterstützt, um deren Markteintritt zu erleichtern. Die Teilnahme an Gemeinschaftsständen auf internationalen High-Tech-Messen bietet hierzu eine besonders geeignete Plattform, um neue Technologien und aktuelle Entwicklungs- und Dienstleistungskompetenz darzustellen und neue Kooperationen und Aufträge zu erschließen.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Petra Blumenroth idw

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