Bermuda-Landschnecken in London gezüchtet

Erfolgreiche Nachzucht bedrohter seltener Tiere im Zoo

Zoos werden zunehmend Stätten, an denen auch vom Aussterben bedrohte Tierarten nachgezüchtet werden. Ein Beispiel erfolgreicher Nachzucht meldet der Londoner Zoo. Eine Kolonie von 56 Bermuda-Landschnecken Poecilozonites cumfirmatus wurde im Februar in die britische Hauptstadt gebracht, da die Populationszahl auf Bermuda auf ein kritisches Maß gesunken war.

Auf den Bermudas im Atlantischen Ozean waren im Februar 2004 nur noch etwa 300 Schnecken dieser endemischen Art vorhanden. Das Bermuda Natural History Museum hatte den Bestand der seltenen Tiere genau untersucht und die Londoner schließlich um Hilfe gebeten. Zur Ausrottung haben andere Schnecken und argentinische Ameisen beigetragen, erklären die Forscher. Nun ist die Nachzucht erfolgreich verlaufen und etwa 70 erwachsene und 157 juvenile Tiere sind im Londoner Zoo im Regents Park.

Zur Rettung der seltenen Schnecken wurde ein besonderes Schutzsystem eingerichtet, das eine Nachzucht außerhalb des Territoriums vorsah. Zusätzlich soll nun ein Projekt zur Sicherung des Überlebens auf den Bermudas selbst gestartet werden. Zu diesem Zweck wurden die Lebensgewohnheiten der Tiere und ihre Fortpflanzungsrhythmen genau studiert. „Da die Bermudas immer noch ein britisches Territorium sind, ist das Anliegen um einen umfassenden Schutz der lokalen Flora und Fauna auch von London aus wahrzunehmen“, erklärt Paul Pearce-Kelly, Kurator für wirbellose Tiere beim Londoner Zoo. Das Problem der Verdrängung heimischer Arten durch eingeschleppte Lebewesen ist kein Sonderfall der Bermudas. So kämpfen etwa zahlreiche Pazifische Inseln mit der Ausbreitung der großen afrikanischen Landschnecke (Achatina fulica). Diese dürfte von Feinschmeckern auf die Inseln gebracht worden sein. Aufgrund des Fehlens natürlicher Feinde, ist es auf manchen der Eilande zu einer wahren Invasion der Schnecken gekommen. Als Nebeneffekt wurden endemische Arten vielfach verdrängt und an den Rand des Aussterbens gebracht. (pte berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=030412001 )

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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