Neue Nachwuchsforschergruppe untersucht molekulare Abstände im Nanometerbereich

Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für physikalische Chemie eingerichtet – Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Am Institut für Physikalische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird eine neue Nachwuchsforschergruppe gebildet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Sönnichsen bewilligt und wird die Forschungsarbeiten fünf Jahre lang finanziell unterstützen. Sönnichsen arbeitet an einer neuen Methode, um Abstände im Nanometerbereich zu erfassen. Damit ist auch die Beobachtung von langsam ablaufenden Prozessen beliebig lange möglich. Das Wissenschaftsjournal „Nature Biotechnology“ hatte die Methode vor kurzem vorgestellt (Nature Biotechnologie 23: 741-745).

Mit der neuen Methode, als Plasmonenkopplung bezeichnet, kann beispielsweise beobachtet werden, welche Prozesse in einer Zelle genau ablaufen – wie sich etwa verschiedene Proteine an einen DNA-Strang anlagern. Beobachtungen, die bisher nur für wenige Sekunden möglich waren, können nun beliebig lange erfolgen. Dadurch können auch Prozesse, die sehr langsam ablaufen, untersucht werden. Grundlage dieser Methode ist die Lichtstreuung an nanoskopisch großen Gold- und Silber-Teilchen. Die neue Nachwuchsgruppe Nanobiotechnologie wird sich unter anderem mit der Herstellung und Funktionalisierung von solchen Nanopartikeln und mit ihrer Anwendung als Marker für die lichtmikroskopische Untersuchung einzelner Biomoleküle befassen. Arbeiten im Nanometerbereich erfolgen auf einer Skala von einigen millionstel Millimetern bis zu einem tausendstel Millimeter – das ist bis zu 100.000-mal kleiner als ein menschliches Haar.

Die Forschergruppe wird im Rahmen des Emmy Noether-Programms von der DFG gefördert. Dieses Programm möchte einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbstständigkeit eröffnen. Promovierte Forscherinnen und Forscher erwerben durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe die Befähigung zum Hochschullehrer. Die Förderung beträgt in der Regel fünf Jahre. Die Bewerber müssen sich durch herausragende wissenschaftliche Arbeit und internationale Forschungserfahrung auszeichnen.

Prof. Dr. Carsten Sönnichsen wurde in Hamburg geboren. Als Schüler nahm er an verschiedenen Begabtenförderungsprogrammen und Jugendwettbewerben (u.a. Jugend forscht) teil. Er studierte Physik und Biophysik an der Universität Hamburg und erwarb einen Mastertitel in Physik der University of Cambridge in England. Nach einer preisgekrönten Promotion bei Prof. Feldmann am Center for Nano-science in München und einem Jahr bei der Unternehmensberatung McKinsey & Co. forschte Sönnichsen in Berkeley/Kalifornien bei einem der Koryphäen der Nanotechnologie, Prof. Paul Alivisatos, dem Herausgeber der angesehenen Fachzeitschrift Nanoletters und Gewinner zahlreicher Auszeichnungen. Seit Anfang des Jahres ist Sönnichsen Juniorprofessor am Institut für Physikalische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Kontakt und Informationen:
Prof. Dr. Carsten Sönnichsen
Institut für Physikalische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-24313
Fax 06131 39-23953
E-Mail: carsten.soennichsen@uni-mainz.de

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Petra Giegerich idw

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