Spezielle Proteine lösen Stress aus

Neue Medikamente sollen das Stressproblem an der molekularen Wurzel packen


Italienische Wissenschafter konnten feststellen, dass zwei spezielle Proteine der Auslöser für zahlreiche Formen von Stress sind. Die Identifizierung des so genannten Mapk-Proteins und des Egr1-Proteins bedeutet einen zentralen Fortschritt beim Versuch, die dem Stress zugrunde liegenden physischen und psychologischen Prozesse zu verstehen. Durch die Entdeckung der Proteine ist es den Wissenschaftern des Istituto di Biomedica e Immunologia Moleculare di Palermo (Ibim) gelungen, einen neuen Therapieansatz für die Behandlung von Depressionen, Angstzuständen und Drogensucht zu finden. Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe des Nature Neuroscience publiziert.

„Bisher hat man den molekularen Prozessen, die der Entstehung von Stress zugrunde liegen nur sehr wenig Beachtung geschenkt. Doch genau darin liegt ein zentraler Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Depressionen, Süchte oder Angstzustände. Durch die Identifizierung dieser Proteine können nun gezielt Medikamente entwickelt werden, welche die stressauslösenden Proteine angreifen“, erklärte Studienleiter Francesco Di Blasi. Diese Medikamente sollen direkt – und mit geringen Nebenwirkungen – auf die molekularen Prozesse einwirken, die für die stressbedingten Störungen verantwortlich sind.

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Evelyn Lengauer pressetext.austria

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