Erste Vorhaben zur funktionellen Proteomanalyse gestartet

Zum Mai 2001 starten die ersten Projekte des im Juni 2000 veröffentlichten BMBF-Förderschwerpunktes „Neue effiziente Verfahren für die funktionelle Proteomanalyse“. Mit dieser Initiative wird gezielt die Entwicklung einer hochinnovativen Schlüsseltechnologie zur systematischen Analyse des Proteoms (Gesamtheit aller Proteine) gefördert. Bisher wurden insgesamt 9 interdisziplinär ausgerichtete Projekte mit insgesamt 48 Arbeitsgruppen von einem hochrangig besetzten Gutachtergremium ausgewählt. Beteiligt sind neben universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die den Technologietransfer in die Anwendung gewährleisten.

Die Aufklärung der Sequenz des menschlichen Genoms ist eine der spektakulärsten Leistungen der Biowissenschaften des 20. Jahrhunderts. Fast wöchentlich wird über die Sequenzierung weiterer Genome von Bakterien, Pilzen, Pflanzen und Tieren berichtet. Über die biologische Funktion der identifizierten Gene und damit über Ablauf und Steuerung grundlegender biologischer Vorgänge ist hingegen oftmals wenig bekannt. Im Zentrum des weltweiten Interesses der Forscher steht daher in den nächsten Jahren die Aufklärung der Funktion von Eiweißen (Proteinen), deren Baupläne im Genom abgelegt sind.

Proteine sind zentrale Bausteine aller Zellen und sind als Enzyme und Signalmoleküle für die Steuerung aller wichtigen Prozesse des Lebens verantwortlich. Krankhaft veränderte Proteine spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krankheiten beim Menschen (Krebs, Alzheimer, Rheuma etc.), Tieren und Pflanzen. Durch Aufklärung von Funktion und Interaktion der an diesen Prozessen beteiligten Proteine, ist es dann möglich, maßgeschneiderte Wirkstoffe und Therapieansätze zu entwickeln.

Das BMBF stellt für diesen Förderschwerpunkt in den nächsten 3 Jahren zunächst bis zu 130 Mio. DM zur Verfügung. Der Förderschwerpunkt ist Bestandteil des „Nationalen Genomforschungsnetzes“ und schafft die Vorraussetzung, um Deutschlands Spitzenposition im internationalen Wettbewerb auf diesem für die Lebenswissenschaften zentralen Gebiet zu sichern.

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