Genetischer Clue gibt Frauen Kraft

Schlüssel zur weiblichen Sozialisation steckt im X-Chromosom

Frauen meistern kritische Situationen einfacher als ihre männlichen Mitstreiter. Die Gründe dafür finden die Forscher am Londoner University College in den weiblichen Genen. Die Genstruktur am X-Chromosom ist nämlich nach jüngsten Forschungsergebnissen für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten verantwortlich, berichtet BBC-Online .

Der Schlüsselpunkt für eine Reihe sozialer Interaktionen liegt nach Ansicht der Wissenschaftlerin Ruth Campbell vom University College in London in der doppelten Ausfertigung des X-Chromosoms. Diese genetische Struktur bleibt aber nur den Frauen vorbehalten, denn Männer besitzen nur ein X-Chromosom. „Das hat auch durchaus Sinn“, so Campbell. „Schließlich sind Frauen damit beschäftigt Kinder großzuziehen und müssen daher mehr soziale Fähigkeiten haben“, so die Wissenschaftlerin. Dazu zähle auch die Gabe, soziale Ungleichheiten oder andere Dispositionen zu glätten. „Das Überleben der Babys ist von diesen Fähigkeiten abhängig“.

Die Forscher kommen zu diesem Forschungsergebnis, da sie Frauen, die am so genannten Turner´s Syndrom leiden, einer Erkrankung eines fehlenden oder beschädigten X-Chromosoms, untersucht haben. Viele dieser Patientinnen weisen soziale Interaktionsprobleme auf und verstehen etwa die Körpersprache anderer Menschen nicht. „Die Erkrankung bezieht sich nicht auf die Intelligenz oder die sprachlichen Fähigkeiten der Patienten, sondern nur auf deren soziale Kompetenzen und der Unfähigkeit aus Gesichtern Emotionen herauszulesen“, so Campbell.

Campbell meint, dass dies nicht bedeute, dass Männer schlechter sind als Frauen, was die soziale Kognition betreffe. „Dennoch finden sich unter den wirklich schweren Fällen mehr Männer als Frauen“, so die Wissenschaftlerin. Auch Autismus und autismus-ähnliche Erkrankungen wie das Asperger Syndrom kommen wesentlich häufiger bei Männern als bei Frauen vor. Die Gründe dafür sind aber bisher nicht bekannt. David Potter von der britischen National Autistic Society glaubt, dass es eine mögliche Verbindung zum Chromosom gebe, dies müsse aber anhand weiterer Studien überprüft werden. Die bisherigen Ergebnisse werden im Wissenschaftsmagazin der Royal Society Proceedings A and B veröffentlicht.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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