Pioneer züchtet Soja ohne Allergiepotenzial

Kritiker: Bei genmanipulierten Nahrungsmitteln wird dieser Aspekt verschwiegen

In gemeinsamer Forschungsarbeit des Biotech-Unternehmens Pioneer Hi-Bred International und des US-Landwirtschaftsministeriums ist es gelungen, die Allergie auslösenden Inhaltsstoffe in Soja zu entfernen. Das Team ist sich einig, dass dieses Ergebnis Beispiel dafür ist, wie Gentechnologie die Sicherheit von Nahrungsmitteln verbessern kann. Eine Soja-Allergie betrifft zumeist Kinder unter fünf Jahren, aber auch Erwachsene sind davor nicht gefeit, berichtet BBC-Online heute, Donnerstag.

Die Forscher entfernten aus den Sojabohnen das Gen P34. Von diesem wird angenommen, dass es das größte Allergiepotenzial besitzt. Der Stopp der P43-Genproduktion erfolgte durch so genanntes „Gen-Slicing“. Dafür wurden Extra-Kopien des P34-Gens in die Pflanze eingebracht. Die Pflanze zerstört folglich alle Kopien. Laut Forschern hat dieser Prozess keinen Einfluss auf den Rest der Pflanze. Sie warnen aber gleichzeitig, dass noch viel Forschung nötig sei, bevor Soja ohne Allergiepotenzial kommerziell produziert werden könne. Es müssten noch zwei weitere Gene, die ebenfalls eine Allergie auslösen können, entfernt werden.

Die Umweltschutzorganisation Friends of the Earth kommentierte die Forschung: „Die ungewisse Auswirkung vom Ein- und Ausschalten der Gene muss genau im Auge behalten werden.“ Adrian Bebb von Friends of the Earth erklärte gegenüber der BBC, dass man ironischerweise darüber besorgt ist, dass genmanipulierte Nahrungsmitteln Allergien auslösen. „Wissenschaftler sind sehr gut in der Entwicklung neuer Techniken, aber der grundlegende Sicherheitsaspekt wird komplett vernachlässigt.“

Media Contact

Sandra Standhartinger pte.online

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Smarte Implantate

Forschungsteam stellt neue Ergebnisse bei internationalem Workshop vor. Am 6. und 7. Oktober kommen auf Einladung der Professoren Tim Pohlemann und Bergita Ganse von der Universität des Saarlandes internationale Forscherinnen…

Selbstvalidierung von komplexen elektronischen Systemen

… durch Grey-Box-Modelle. Mischt man schwarz und weiß, entsteht grau – und damit eine neuartige Methode, die es ermöglichen soll, dass sich komplexe elektronische Systeme selbst überwachen. Mit sogenannten Grey-Box-Modellen,…

LiDAR- und Radarsensoren – platzsparend im Scheinwerfer verbaut

Autonomes Fahren … Der Mensch hat Augen und Ohren, mit denen er brenzlige Situationen im Straßenverkehr erkennen kann. Bei autonom fahrenden Autos übernehmen eine Reihe von Sensoren diese Aufgabe. Doch…

Partner & Förderer