Jagd nach Gen für saftiges Lammfleisch beginnt

Interdisziplinäres australisches Forscherteam startet Schaf-Genom-Projekt

Australische Forscher haben ein acht-Mio.-Euro-Projekt gestartet, um jenes Gen ausfindig zu machen, das für Lammkoteletts mit dem höchsten Fleischanteil sorgt. Im Zuge des Schaf-Genom-Projekts wird einerseits die Funktion von Schafgenen untersucht, andererseits sollen genetische Marker für gewünschte Merkmale identifiziert werden. Ziel des Fünfjahres-Projekts ist es, Parasiten-resistente Schafe zu identifizieren, neue Tests zur Detektion von Erkrankungen zu entwickeln bzw. auch für „fleischigere“ Tiere zu sorgen. 2007 wird mit der ersten vollständigen Schaf-Genom-Abbildung gerechnet. Diese berichtet ABC-News in der aktuellen Online-Ausgabe.

Im Projekt wird nach jenen Genen gesucht, die für Muskeleigenschaften, die Fleischqualität und die Resistenz auf Parasiten und andere Krankheitserreger verantwortlich sind. Intestinale Parasiten allein kosten die australische Schafindustrie aufgrund von chemischen Behandlungen und Produktionsverlusten mehr als 163 Mio. Euro jährlich. 2010 wird mit einer Steigerung auf 540 Mio. Euro gerechnet. „Die Einsparungen durch die Identifizierung von Schafen mit Parasiten-resistenten Gene allein wären enorm“, erklärte Hutton Oddy von Meat & Livestock Australia (MLA). MLA ist für die Vermarktung und Forschungstätigkeiten von australischem Fleisch zuständig. Neben Australien hat MLA Niederlassungen in den USA, Japan, Korea, Bahrain und Deutschland.

Das interdisziplinäre Forscherteam aus Genetikern, Zellbiologen und Tierphysiologen widmet sich unter anderem auch Reproduktionstechnologien, um die Überlebenschance der Lämmer zu erhöhen. Das Projekt stützt sich zudem auf Forschungen, die aktuell in Neuseeland, den USA und Europa betrieben werden.

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Sandra Standhartinger pte.online

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