Neue Gene identifiziert, die an der Entstehung von Adipositas beteiligt sind

Die Entstehung der Adipositas wird durch ein komplexes Netzwerk von Genen beeinflusst. Damit befassen sich neue Forschungen, die von Wissenschaftlern des Pharmaunternehmens MSD in Zusammenarbeit mit Forschern verschiedener Universitäten durchgeführt wurden. Ergebnisse wurden kürzlich in zwei Originalarbeiten in der renommierten Fachzeitschrift Nature [1, 2] publiziert.

Die beiden experimentellen Arbeiten unterstützen die These, dass die weit verbreiteten Erkrankungen Adipositas, Diabetes mellitus oder Atherosklerose nicht nur durch einzelne Gene ausgelöst werden, die wie ein Lichtschalter an- oder ausgeschaltet werden können. In aufwändigen Analysen und mit speziellen Computerprogrammen wurde nachgewiesen, dass an solchen Erkrankungen viele Gene mitwirken, die zudem untereinander verbunden sind.

Therapien der Zukunft erfordern umfangreichen Forschungsaufwand

„Die beiden Publikationen zeigen, dass die genetische Prädisposition für weit verbreitete Erkrankungen nicht durch Veränderungen in einzelnen wenigen Genen bedingt ist, sondern dass ein ganzes Netzwerk genetischer Faktoren beteiligt ist“, so Dr. med. Thomas Lang, Medizinischer Direktor von MSD in Deutschland. „Vor diesem Hintergrund ist ein genaues Verständnis dieser Netzwerke erforderlich, um die besten therapeutischen Ansatzpunkte zu identifizieren.“ Dr. med. Thomas Lang: „Es wird keine einfachen Antworten auf die Fragen nach den Ursachen und den besten Behandlungsansätzen für komplexe Erkrankungen geben. Die Nature-Publikationen belegen aber das Engagement von MSD in der medizinischen Forschung und für die Entwicklung von Therapien der Zukunft.“

Adipositas – eine Folge von Veränderungen im Netzwerk der Gene?

Bei den Untersuchungen an Mäusen und an Blut- und Gewebeproben von über 1.000 Personen aus Island konnte für die Adipositas ein wichtiges Unternetzwerk, das Makrophagen-angereicherte metabolische Netzwerk (MEMN = macrophage-enriched metabolic network), identifiziert werden. Im MEMN finden sich unter anderem Gene, deren Zusammenhang mit der Adipositas bereits 2005 publiziert wurde, wie Zfp90, Tgfbr2, C3ar1 und Alox5ap. Nun wurden neue Gene nachgewiesen, die bei der Adipositas beteiligt sind:

– Lipoproteinlipase (Lpl)
– Lactamase ß (Lactb)
Das Enzym Lipoproteinlipase ist hauptverantwortlich für die Hydrolyse von zirkulierenden Triglyzeriden. Eine geringe Aktivität von Lpl korreliert mit einem hohen Anteil von Körperfett beim Menschen. Lactb ist eine Serinprotease, die eine große Ähnlichkeit zum bakteriellen Lactamase-Gen aufweist. Über ihre Funktion im menschlichen Körper ist noch wenig bekannt. Ein weiteres neu entdecktes Gen ist Proteinphosphatase-1-like (Ppm1l), es kann Merkmale von Adipositas, Diabetes mellitus und Hypertonie beeinflussen.

Durch groß angelegte molekulare Untersuchungen und durch Analyse genotypischer sowie klinischer Daten von großen Populationen möchte man nun erforschen, wie ein Netzwerk von Geninteraktionen die Entstehung von Krankheiten begünstigt und beeinflusst. Hieraus wiederum erhofft man sich, neue und vor allem gezieltere Behandlungsverfahren entwickeln zu können.

1. Chen Y., Zhu J. Lum PY, et al., Variations in DNA elucidate molecular networks that cause disease. Nature 2008;Vol 452:429-435 http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06758.pdf

2. Emilsson V., Thorleifsson G., Leonardson AS, et al. Genetics of human gene expression and gene-gene transcriptional networks. Nature, published online March 16, 2008.

http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06757.pdf

Ansprechpartner für Medien

Dr. Kay Rispeter presseportal

Weitere Informationen:

http://www.msd.de http://www.nature.com

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