Pavianmännchen bevorzugen weibliche Nachkommen

Pavianväter spielen in der Entwicklung ihrer Nachkommen eine wichtige Rolle. Ihre Fürsorge treibt die Geschlechtsreife ihrer Sprösslinge an – ein Zeichen dafür, dass Nachkommen der Paviane gesund und schnell heranwachsen.

Vor allem der Fortpflanzungserfolg der Paviantöchter wird durch die Aufmerksamkeit der Väter begünstigt. Forscher der Princeton University rund um Jeanne Altmann kamen zu diesem Ergebnis, als sie wild lebende Paviane im Nationalpark von Kenia nahe des Kilimandscharos beobachteten.

Der weibliche Nachwuchs wurde vom Vater vor allem in der Futtersuche unterstützt. Ganz anders verhielten sich Pavianväter ihren Söhnen gegenüber. Paviansöhne wurden nur dann in Schutz genommen, wenn es sich beim Pavianvater um ein ranghohes Tier handelte. Die Biologen erklärten ihre Beobachtungen damit, dass Söhne als Rivalen gegenüber anderen Männchen in der Gruppe gelten. Für Paviantöchter hingegen war die Unterstützung durch den Pavianvater besonders bei der Futtersuche hilfreich. Die Biologen hatten bereits in früheren Forschungen gezeigt, dass Pavian-Männchen trotz wechselnder Partnerinnen den eigenen Nachwuchs erkennen können und diesem bei Auseinandersetzungen hilft. Jedoch blieb der Effekt des väterlichen Beistands noch unerforscht. Auch bei anderen Affenarten ist es wahrscheinlich, dass es ein ähnliches Verhaltensmuster gibt.

Für Bernard Wallner, Primatenforscher am Department für Anthropologie der Universität Wien, ist dieses Studienergebnis über die Fürsorge von Pavianvätern neu. „Paviane verhalten sich promiskuitiv, dass heißt, jedes Pavianmännchen versucht mit möglichst vielen Pavianweibchen zu kopulieren,“ erklärt Wallner im Gespräch mit pressetext. „Pavianväter wissen oft gar nicht, ob sie Väter sind oder nicht“, so Wallner.

Ganz anders die Berberaffen in Gibraltar: „Diese weisen zwar eine ähnliche Struktur wie Paviane auf, hier kümmern sich aber die Berbermännchen um die Weibchen. Der Berbernachwuchs dieser Affenart dient als Puffer der Väter. Sie zeigen den ranghöheren Tieren ihren Nachwuchs und sind stolz auf ihren Nachwuchs. Dies hat natürlich einen positiven Effekt auf die Kinder, wenngleich durch die Zuneigung der Väter die Mütter die Kinder oftmals nicht mehr stillen wollen“, erklärt Wallner.

Auch dass speziell der weibliche und nicht der männliche Paviannachwuchs von der Fürsorge der Pavianväter profitieren, ist neu für Wallner. „Aus der soziobiologischen Perspektive wäre es eigentlich logischer, wenn Pavianväter den männlichen Nachwuchs mehr unterstützen, denn unter Pavianen herrscht eine große Konkurrenz. So wäre der Erfolg bei Pavianvätern in der Gruppe nur dann umso größer, je mehr sie ihre Söhne bei der eigenen Fortpflanzung unterstützen“, so Wallner.

Media Contact

Sandra Haas pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.anthropology.at/

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