Ameisenköniginnen haben keine Wechseljahre – Eierproduktion nimmt mit Lebensalter zu

Geflügelte Ameisenkönigin mit flügellosem Männchen<br>Foto: Universität Regensburg<br>

Die beiden Biologen wiesen zudem nach, dass eine ansteigende Eierproduktion keinerlei Auswirkungen auf die Lebensdauer der Ameisenköniginnen hat. Königinnen, die sehr viele Eier legen, leben genauso lange wie die weniger fruchtbaren Regentinnen, auch wenn die Zahl der Arbeiterinnen in der betreffenden Kolonie konstant gehalten wird. Dieser Befund ist nach Ansicht der Regensburger Forscher bemerkenswert, da bei vielen Lebewesen die Regel gilt: Je höher die Fortpflanzungsaktivität, desto kürzer die Lebensdauer.

Die Regensburger Zoologen untersuchten die wöchentliche Eierproduktion von 25 Königinnen der Ameisenart Cardiocondyla obscurior. Die Ameisenköniginnen wurden jeweils mit 20 Arbeiterinnen in separaten „Kunstnestern“ gehalten. Während der gesamten Lebenszeit der Königinnen (etwa 26 Wochen) wurde die Zahl der wöchentlich gelegten Eier dokumentiert, wobei immer alle Puppen, die sich aus den Eiern entwickelten, entfernt wurden. Es zeigte sich, dass die Rate der Eiablage bis zum Tod stetig steigt, obwohl damit die Zahl der Arbeiterinnen konstant blieb.

Von anderen Insekten ist bekannt, dass sich die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter verringert. Eine anwachsende Fortpflanzungsrate der Weibchen konnte bislang nur in Ausnahmen beobachtet werden; beispielsweise bei bestimmten Schildkrötenarten. Heinze und Schrempf gehen aber davon aus, dass sich dieses Phänomen auch bei anderen – sozial lebenden – Tierarten finden lassen könnte.

Die Forschungsergebnisse der Regensburger Forscher sind vor Kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „PLoS ONE“ erschienen (DOI: 10.1371/journal.pone.0035201).

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Jürgen Heinze
Universität Regensburg
Institut für Zoologie
Tel.: 0941 943-2475
Juergen.Heinze@biologie.uni-regensburg.de

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