TU Dresden auf der AMI: Scheinwerfer, die schon wissen, was Sie gleich denken werden

Kurz vor Ingolstadt, auf der Autobahn. Es ist Nacht, es regnet. Gegenverkehr, rasch abblenden. Vorbei… Fernlicht wieder an. Und im Radio wieder diese Stimme… wie hieß die Sängerin doch gl… ups, Abblenden vergessen. Ärgerlich werden wir angeblinkt.

Szenen wie diese könnten mit Christoph Häußingers Scheinwerferstudie der Vergangenheit angehören. Der ehemalige Student am Zentrum für Technisches Design an der TU Dresden hat in seiner Diplomarbeit eine „Konzeption und Entwurf eines LED-Scheinwerfers mit Matrix-Beam-Technologie“ vorgelegt – und die Kollegen von AUDI damit überzeugt. Im „e-tron“, einer Elektroauto-Studie, die auf dem Design des Sportwagens R8 aufsetzt, ist sein Lichtassistenzsystem ab dem 10. April auf der Messe „Automobil International“ in Leipzig zu bestaunen.

Was hat es mit dem Matrix-Beam-Verfahren genau auf sich? Mit dieser Technologie ist es möglich, ständig mit der maximalen Lichtleistung zu fahren, ohne dabei den entgegenkommenden oder vorausfahrenden Verkehr zu blenden. Innerhalb des Frontscheinwerfers werden dabei verschieden ausgerichtete Leuchtpunkte einzeln von einem Prozessor angesteuert, der die Daten der Umgebung – Fahrbahnbeschaffenheit oder über Kameras detektierter Gegenverkehr – auswertet. Der Fahrer muss nicht mehr manuell auf- und abblenden, kann sich auf sicheres Fahren konzentrieren. Und selbst wenn ihm der Name der Sängerin im Radio nicht sofort einfällt – „das Licht“, das Tagfahrlicht, Fernlicht, Kurvenlicht und Abblendlicht zugleich ist, blendet bei Gegenverkehr sofort ab.

Für die Studie hat Häußinger die Geschichte des Lichtdesigns der Ingolstädter Firma genau analysiert und mit dem der Wettbewerber verglichen. Die einzelnen Lichtpunkte im modernen AUDI-Scheinwerferdesign sind in seinem eigenen Entwurf wieder zu einem schnittigen Lichtband zusammengefasst, ohne dass die spezifische Wiedererkennbarkeit verloren geht. Der Clou: je nach gefahrener Geschwindigkeit und Umgebungssituation verändert das Band sein Erscheinungsbild und damit die Charakteristik der gesamten Fahrzeugfront.

Inwieweit das interaktive Auf- und Abblenden des neuen Lichtsystems den Fahrer bei Geschwindigkeiten und Tageslichtsituationen möglicherweise irritieren könnte, sollen nun weitere Tests zeigen. Häußingers Designstudie weist in jedem Fall in eine neue Ära des Autoscheinwerfers, da sind sich die Autobauer sicher; und haben den Absolventen als Leuchtendesigner ab sofort fest angestellt.

Informationen für Journalisten:
Dr. Günter Kranke, Tel. 0351 463-35755, E-Mail: guenter.kranke@tu-dresden.de

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Mathias Bäumel idw

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