Blindflug unerwünscht – Abstandsregeltempomat von Siemens VDO erkennt Nebel und schlechte Sicht

Siemens VDO hat einen Abstandsregeltempomaten (ACC) entwickelt, der den Fahrer bei schlechter Sicht vor zu geringem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug warnen kann

Schreckensszenario morgendliche Autobahnfahrt: Kolonnenverkehr bei hoher Geschwindigkeit und geringem Abstand. Eine Nebelbank reduziert die Sicht und nur mit Mühe kann der eigene Wagen noch vor dem Kontakt mit den Bremsleuchten des vorausfahrenden Wagens abgebremst werden. Glück gehabt! Noch passieren leider viel zu viele Unfälle, bei denen kritische Nebelsituationen zu spät vom Fahrer realisiert werden – oftmals mit tödlichen Folgen. Für ein komfortableres und sicheres Autofahren entwickelt Siemens VDO derzeit pro.pilot, ein Netzwerk von Fahrerassistenzsystemen. Pro.pilot sorgt für mehr Komfort und Sicherheit für den Fahrer und macht ihn frühzeitig auf Unfallgefahren aufmerksam. Ein Bestandteil von pro.pilot ist ein auf LIDAR-Sensoren (LIght Detection And Ranging) basierender Abstandsregeltempomat (ACC). Der LIDAR-Sensor kann im Gegensatz zu einem Radar-Sensor Regen, Nebel, Schnee oder Gischt erkennen. Je nach Fahrerwunsch reduziert die Elektronik bei schlechter Sicht die Geschwindigkeit und vergrößert den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Der LIDAR-Sensor von Siemens VDO besteht aus Infrarotstrahlern, einer Photodiode als Empfänger des unsichtbaren Infrarotlichts und der Auswertungselektronik. Der Sensor führt eine Laufzeitmessung der ausgesendeten Infrarotstrahlen durch. Gemessen wird die Zeit, die das Licht vom Sensor bis hin zum vorausfahrenden Fahrzeug und wieder zurück benötigt. Die Elektronik berechnet aus den Laufzeiten den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Das gewonnene elektronische Bild reicht zur Unterscheidung von Objekten. So lassen sich andere Pkw, Lkw oder Motorräder von feststehenden Objekten unterscheiden. Da der LIDAR-Sensor auf einer dem sichtbaren Licht ähnlichen Wellenlänge arbeitet, kann er witterungsbedingte Sichteinschränkungen erkennen. Hierauf basiert die Fahrerwarnung und die Geschwindigkeitsanpassung.

Bis heute finden sich Abstandsregeltempomaten fast ausschließlich in Fahrzeugen der Oberklasse. Teure Radar-Sensoren ohne Sichtweitenmessung dienen hier dem ACC als Datenquelle. Siemens VDO verfolgt das Ziel, für die alle Fahrzeugklassen Assistenzsysteme verfügbar zu machen. Daher wurde bereits im Jahr 2003 damit begonnen, die im Vergleich zur Radar-Sensorik sehr viel günstigere LIDAR-Sensorik für den Einsatz in allen Pkws zur Serienreife zu entwickeln.

In der Anwendung unterscheidet sich das LIDAR-basierte ACC mit einer Reichweite von 250 Metern ansonsten nicht von den bereits verfügbaren Radarsystemen aus der Oberklasse: Der Fahrer bestimmt die gewünschte Tempomatgeschwindigkeit, woraufhin der Wagen diese Geschwindigkeit so lange hält, bis das System einen anderen Verkehrsteilnehmer auf der eigenen Spur erkennt. Dann wird die Geschwindigkeit soweit reduziert, dass ein im Vorfeld eingestellter Sicherheitsabstand eingehalten wird. Dieser Sicherheitsabstand orientiert sich nicht an einer absoluten Entfernung, sondern wird automatisch an die gefahrene Geschwindigkeit angepasst.

Als Systemlieferant im Bereich der Fahrerassistenz sieht Siemens VDO neben der elektronischen Erkennung und Auswertung des Fahrzeugumfelds die wichtigste Entwicklungsaufgabe in der komfortablen Interaktion zwischen Fahrer und System. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle wird darüber entscheiden, ob Fahrerassistenzsysteme vom Autofahrer tatsächlich angenommen werden und so Unfälle verhindern können.

Über Siemens VDO

Siemens VDO Automotive ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik. Der zur Siemens AG gehörende Bereich erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2005 (30.9.2005) einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.

Media Contact

Enno Pflug Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive

Die wissenschaftliche Automobilforschung untersucht Bereiche des Automobilbaues inklusive Kfz-Teile und -Zubehör als auch die Umweltrelevanz und Sicherheit der Produkte und Produktionsanlagen sowie Produktionsprozesse.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Automobil-Brennstoffzellen, Hybridtechnik, energiesparende Automobile, Russpartikelfilter, Motortechnik, Bremstechnik, Fahrsicherheit und Assistenzsysteme.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Neue Simulationsmöglichkeiten für strömungs- und energietechnische Untersuchungen

Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden hat seine Simulationsmöglichkeiten am Standort erweitert, um strömungs- und energietechnische Vorgänge in Materialien noch besser untersuchen zu können. Durch die…

Messung der Trackingreichweite bei VR-Trackingsystemen

Head-Mounted Displays Für die Analyse wurde die Trackingreichweite der Trackingsysteme bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemessen und verglichen. Im Rahmen des Projekts Applikationszentrum V/AR stellt das Virtual Dimension Center (VDC) jetzt seine…

Der Nordatlantik verändert sich, aber die Zirkulation ist stabil

Neue Studie zeigt Kontrast zwischen Ozean-Eigenschaften und Strömungen. Im Zuge des Klimawandels verändern sich auch Eigenschaften des Nordatlantiks wie Sauerstoffgehalte, Temperaturen oder Salzgehalte – und zwar bis in große Tiefen….

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close