Aktives Licht: Um die Kurve geleuchtet

Mit einem nagelneuen Versuchsfahrzeug vom Typ AUDI Q7 unterstützt die Audi AG das Hannoversche Zentrum für Optische Technologien. Der Wagen hilft in Zukunft zum Beispiel bei Forschungsprojekten zur Entwicklung Aktiver Lichttechnischer Systeme, mit denen die Verkehrssicherheit im nächtlichen Straßenverkehr verbessert werden kann.

Dieses Projekt ist am Institut für Dynamik und Schwingungen, Fakultät für Maschinenbau, angesiedelt. „Stellen Sie sich vor, Ihr Fahrzeug wüsste, wo Sie hinfahren, und wäre in der Lage zu erkennen, welche Hindernisse und Gefahren vor Ihnen liegen. Dann wäre es doch nur logisch, wenn es diese auch automatisch – und vor allem frühzeitig – ausleuchtet, so dass Sie rechtzeitig reagieren können.“ erklärt Prof. Jörg Wallaschek die Funktion eines Aktiven Lichttechnischen Systems.

Was heute noch die Forscher am Hannoverschen Zentrum für Optische Technologien (HOT) beschäftigt, könnte schon bald ein Teil der Standardausstattung der automobilen Oberklasse sein, so wie Airbag, Tempomat, elektronisches Stabilitätsprogramm und andere Sicherheits- und Assistenzsysteme.

Ermöglicht wird das “Aktive Licht“, das vergleichbar einem Bühnenscheinwerfer die Straßenszene ausleuchtet, durch das Zusammenwirken von Fahrzeugsensorik, Mikroprozessoren und modernen optischen Projektionssystemen. Der Unterschied zur Kino- und Bühnentechnik ist, dass die Funktion der Systeme im Kraftfahrzeug auch bei hoher Fahrgeschwindigkeit, Wind und Wetter gewährleistet sein muss.

Die Arbeitsgruppe um Professor Wallaschek, der im Frühjahr dieses Jahres an die Leibniz Universität berufen wurde und seitdem das Institut für Dynamik und Schwingungen leitet, untersucht fahrdynamische, schwingungs- und lichttechnische Aspekte. Andere Teams des HOT arbeiten an einer Vielzahl weiterer Themen im Bereich der Optischen Technologien, dazu gehören neben der grundlagenorientierten Forschung aus der Quantenoptik und Festkörperphysik auch anwendungsorientierte Felder wie die optische Messtechnik, die Lasertechnik oder die Bildverarbeitung. Diese Themen reflektieren die Stärken des Standorts Hannover und werden im HOT zu einem interdisziplinären Forschungsverbund zusammengeschlossen.

Um den Nachwuchs an Spitzenforschern zu sichern, unterstützt das HOT den für das Wintersemester 2008/2009 geplanten Masterstudiengang Optische Technologien der Leibniz Universität Hannover. Prof. Dr.-Ing. Eduard Reithmeier, Vorstandsvorsitzender des HOT, sieht in dem Versuchsfahrzeug dementsprechend nicht nur ein wichtiges Forschungsinstrument, sondern auch ein hervorragendes Demonstrations-Objekt für die Lehre, mit dem der aktuelle Stand der automobilen Lichttechnik dargestellt werden kann.

Media Contact

Dr. Stefanie Beier Leibniz Universität Hannover

Weitere Informationen:

http://www.uni-hannover.de

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