Intelcities – Forschung für die Stadt der Zukunft

Straßen- und Bebauungsplan von Hünxe

Im Rahmen des europaweiten Forschungsprojekts Intelcities arbeitet das Fraunhofer-Institut SIT mit IT-Dienstleistern und Städten wie Berlin und Dresden daran, kommunale Datenbestände wirtschaftlich nutzbar zu machen. Ziel ist die Schaffung von Standards und Plattformen zum einfachen und sicheren Datenaustausch so genannter Geo-Informationen.

Städte und Dienstleister besitzen zahlreiche Informationen über Grundstücke, Straßen und Leitungsnetze. Der Austausch und die automatische Weiterverarbeitung dieser so genannten Geodaten sind jedoch bislang nicht möglich. Im Rahmen des Intelcities-Projekts arbeitet das Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT jetzt mit Partnern an der Entwicklung von Plattformen zur besseren Nutzung von Geodaten. „Ziel ist es, europaweite Standards und Infrastrukturen zu entwickeln, die den Kommunen eine Optimierung ihrer Verwaltung erlauben und gleichzeitig Stadtplanern und anderen Dienstleistern eine automatische Weiterverarbeitung von Geodaten ermöglicht“, sagt SIT-Projektleiter Thorsten Henkel. „Dabei spielen Fragen des Datenschutzes, Rechtemanagements und der IT-Sicherheit natürlich eine wichtige Rolle.“ Mit 18 europäischen Städten, 20 Firmen und 36 wissenschaftlichen Einrichtungen und einem Projektbudget von 6,8 Millionen Euro ist Intelcities das größte Forschungsprojekt zur Geodaten-Nutzung in Europa.

Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein Baugrundstück. Wäre es nicht schön, wenn man einfach seine Wünsche in einen Internet-Dienst eingeben könnte und nach wenigen Sekunden eine Karte mit allen geeigneten Bauplätzen angezeigt bekäme. Bürgern dies zu ermöglichen ist eines der Ziele von Intelcities. Der Clou: Das ganze soll mit einem normalen Browser funktionieren. Dadurch könnten beispielsweise Bürger, Bauherren oder Architekten die internetgestützte Plattform nutzen, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.

Desweiteren geht es darum Städte in die Lage zu versetzen, mit weniger Personal größere Mengen an Geodaten zu verwalten. Stadtplaner und Dienstleister hingegen suchen eine Möglichkeit, gezielt bestimmte Datenquellen zu nutzen, um geobasierte Mehrwertdienste anbieten zu können. Zwar existieren bereits entsprechende Systeme. Aber weil diese höchst unterschiedlich sind, ist ein reibungsloser Datenaustausch bislang nicht möglich. Intelcities will dies durch neue IT-Lösungen ändern. So könnten beispielsweise Stadtplanungsprozesse durch gleichzeitige Datennutzung vereinfacht und beschleunigt werden. Gleichzeitig ließen sich auf Städteseite Kosten reduzieren oder durch den Verkauf von Geodaten neue Einnahmemöglichkeiten finden. Dienstleister hingegen könnten endlich von den kommunalen Datenbeständen profitieren, ohne aufwendige Datenerhebung und -pflege betreiben zu müssen. Datenschutz und ausreichende IT-Sicherheit der Beteiligten müssen dabei natürlich gewährleistet sein.

Die Geodaten-Nutzung ist Teil des Intelcities-Schwerpunktfeldes Land Use Information Management, dessen Aktivitäten vom Fraunhofer-Institut SIT koordiniert werden. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Derzeit ermitteln die Wissenschaftler Daten und Bedürfnisse der Städte, um auf dieser Basis in den Folgemonaten die Standards und Infrastrukturen zu entwickeln. Hierauf können dann zukünftige Anwendungen aufsetzen. Eine sinnvolle Nutzung der Geodaten ist dabei nur möglich, wenn eine automatische Weiterverarbeitung der Informationen gewährleistet ist. Ein Stadtplaner oder Dienstleister, der etwa nur an den Gasleitungen einer Region interessiert ist, möchte diese Daten schließlich nicht erst bei einzelnen Städten zusammensuchen oder aus deren gesamtem Datenbestand extrahieren müssen. Erste Ergebnisse erwartet das Fraunhofer-Institut SIT gegen Ende des Jahres.

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Oliver Küch idw

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