Schutzimpfung gegen Erdbeerwelke

Die bodenbürtigen Mikroorganismen lösen bereits bei Jungpflanzen Welkeerscheinungen an Blättern oder ganzen Pflanzen aus. Foto: ZALF<br>

Mehr als drei Kilogramm Erdbeeren isst jeder Deutsche jährlich – und das mit Genuss. Schließlich gehören die roten Früchte zum beliebtesten Angebot des Obst- und Gemüsemarkts. Doch die Wirtschaftlichkeit des Anbaus ist bedroht: Verticillium-Pilze lösen die Erdbeerwelke aus.

Die vertrocknet wirkenden Pflanzen verderben nicht nur Verbrauchern den Appetit: Der Verlust für die Anbauer bei einem Verticilliumbefall kann leicht zum kompletten Ernteausfall werden. Und der Pilz bleibt in der Erde und verdirbt über viele Jahre hinweg den Standort für Erdbeeren.

Mit einem am LVLF und ZALF entwickelten Verfahren ist es möglich, mit nicht-schädigenden Subtypen des Verticilliums Erdbeerpflanzen zu impfen und durch diese „Schutzbesiedlung“ vor den schädlichen Bodenpilzen zu schützen. Seit 2010 ist dieses Verfahren patentiert.

Warum ist dieses Verfahren für den Erdbeeranbau von entscheidender Bedeutung? Die Pilzarten Verticillium albo-atrum und Verticillium dahliae können nahezu alle Erdbeersorten befallen, derzeit gibt es keine für den Anbau relevanten resistenten Erdbeersorten. Die Dauerform des Pilzes kann 10 Jahre und länger keimfähig im Boden verbleiben. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen stehen nicht zur Verfügung und auch weitgestellte Fruchtfolgen helfen nicht, da die Verticillien nicht nur Erdbeerpflanzen besiedeln: Das Verticillium dahliae beispielsweise kann mehr als 280 Pflanzenarten befallen.

Feuerprobe Praxistest

In einem zweijährigen Folgeprojekte, das im April diesen Jahres startet, überprüfen Forscher des ZALF gemeinsam mit Obstanbauern, Beratern und Pflanzenschutzmittelhersteller, welche Verfahren und Impfmethoden in der Praxis Bestand haben. Im Rahmen von Gewächshaus- und Feldversuchen werden die verschiedenen Impfmethoden probiert und die genetische Stabilität der Impfstämme wird analysiert. Neben der Wirksamkeitsüberprüfung der Impfpräparate steht auch die Praxistauglichkeit der Impfmethoden für die Forscher im Zentrum ihrer Untersuchung: Wie lassen sich die Impfungen effektiv in die Arbeitsabläufe der Erdbeerbauern integrieren?

Für den deutschlandweiten Einsatz der Impfung muss ein anwendbares Präparat auch im industriellen Maßstab hergestellt werden können. Für die Entwicklung eines solchen Produktionsverfahrens konnte der Industriepartner ABiTEP GmbH aus Berlin gewonnen werden. Das entwickelte Präparat wird auch für den Bio-Anbau geeignet sein.

Und nach Ablauf der zweijährigen Studie? Ziel aller Beteiligten ist die Entwicklung eines stabilen Schutzpräparates, das in ausreichendem Maß produziert werden kann und durch ein unkompliziertes Applikationsverfahren für Erdbeerbauern handhabbar ist: Denn schließlich ist der Frühsommer Erdbeerzeit – und das soll auch so bleiben.

Informationen zum Projekt:

Laufzeit: 1. April 2011 – 31. März 2013
Beteiligte:
o Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung ZALF (http://www.zalf.de)
o ABiTEP GmbH (http://www.abitep.de)
o Obstbauberater Manfred Lindicke
o Praxisbetriebe aus Brandenburg
Mehr Informationen erhalten Sie über die Pressestelle des ZALF:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Monique Luckas
033432/82 405
0151/405 455 00
monique.luckas@zalf.de
Susanne Hecker
033432/82 309
0151/405 455 03
susanne.hecker@zalf.de

Media Contact

Monique Luckas idw

Weitere Informationen:

http://www.zalf.de

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