Roboter sammelt verlegte Eier

Rund zwei Prozent der Eier von frei laufenden Hühnern landen nicht im Nest, sondern auf dem Stallboden. Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann will sie mit einem Eier-Sammel-Roboter finden und bergen.

Foto: WH/René Horstmann
Abdruck honorarfrei im Zusammenhang mit Westfälischer Hochschule

Der Bocholter Mechatronik-Professor Dr. Franz-Josef Peitzmann entwickelt eine automatische Eier-Such/-Finde und -Sammelmaschine. Was aus Sicht des Menschen das Sammeln ist, ist aus der Sicht der Hühner wohl eher ein Raub, weswegen das Projekt den wissenschaftlichen Namen „Ovoraptor“ bekam statt dem auch möglichen „Ovokollektor“. Das Projekt soll in zwei Jahren fertig sein und wird während dieser Zeit vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mit über 200.000 Euro gefördert.

Bocholt/Remscheid. In Hühnerställen mit freilaufenden Hennen werden die Hühner angelernt, ihre Eier in dafür vorgesehene Nester zu legen. Das schaffen nicht alle und immer. Rund zwei Prozent, so Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann vom Mechatronik-Institut der Westfälischen Hochschule in Bocholt, landen irgendwo auf dem Stallboden.

Der Landwirt nennt sie „verlegte Eier“. Aber auch diese Eier müssen gesammelt werden, damit der Stallboden sauber bleibt. Wer hier als Eiersammler arbeitet, muss sich bücken, will den Feinstaub von der Streu nicht einatmen und lebt in Konkurrenz zu den herumlaufenden Hühnern, von denen leicht mal bis zu 6000 Tiere gleichzeitig mit den Sammlern im Stall unterwegs sind. Peitzmann will das einem Eier-Such-/Finde- und -Sammelroboter übertragen.

Keine leichte Aufgabe, denn der Roboter muss die Eier auf dem staubigen Hallenboden finden, sammeln und soll bis zu 50 Eier pro Sammeltour an einem vorgegebenen Punkt abliefern. Dabei muss er auch mit Knickeiern umgehen können, die Farbe der Eier muss ihm egal sein, er muss seinen Stall kennen, Hindernisse umfahren und er muss sich hühnerverträglich bewegen, damit die schreckhaften Hennen keine Panik bekommen.

Und außerdem will ihm Peitzmann noch Fähigkeiten verleihen, die die Menschen so nicht haben: Ein Temperatursensor schlägt Alarm, wenn es im Stall zu warm ist, ein Anbaugerät wie eine Egge soll die oft feuchte und festgetretene Einstreu lockern.

Für seine Entwicklungsaufgabe bekommt Professor Franz-Josef Peitzmann etwas über 200.000 Euro vom NRW-Landwirtschaftsministerium, damit er das erforderliche Material und Mitarbeiter bis zur Prototypreife bezahlen kann. Als praktischen Partner hat Peitzmann den Remscheider Geflügelhof Kottsieper gefunden. Die elektronischen und mechanischen Bauteile will Peitzmann so wählen, dass eine spätere Serienproduktion aus marktüblichen Bauteilen möglich ist und keine Sondermaschinenbauteile benötigt werden. In zwei Jahren soll der Eier-Sammel-Roboter „Ovoraptor“ als Prototyp fertig sein.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann, Campus Bocholt der Westfälischen Hochschule, Telefon (02871) 2155-916, E-Mail franz-josef.peitzmann@w-hs.de

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