Renaissance der fetten Schweine – Mangalitza werden als Delikatesse wiederentdeckt

Nun gilt ihr edles und gesundes Fleisch als Delikatesse und ist international gefragt, erklärt das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf. In einem deutsch-ungarischen Forschungsprojekt haben die Wissenschaftler maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bestände wieder wirtschaftlich genutzt werden können.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die ungarische Schweinerasse Mangalitza in weiten Teilen Osteuropas ein wichtiger Fleischlieferant. Das Fleisch der kleinwüchsigen lockigen Schweine hat ein besonderes Aroma und einen hohen Fettgehalt.

Dann stieg die Nachfrage nach fettarmen Rassen und die Ernährungsgewohnheiten änderten sich. Zudem hatten die Tiere im Vergleich zu „modernen“ Schweinen eine geringere Fruchtbarkeit und konnten erst spät geschlachtet werden. Aus diesen Gründen war der Bestand drastisch von 30.000 Sauen im Jahre 1940 auf einige Hundert in den 1990er Jahren gesunken.

In dem deutsch-ungarischen Forschungsprojekt fanden die Wissenschaftler unter anderem heraus, dass die geringe Fruchtbarkeit hormonbedingt ist, aber auch auf die jahrelange Zucht auf Fett zurückgeführt werden kann. Inzwischen hat sich der Bestand erholt und umfasst rund 60.000 Tiere, so dass eine wirtschaftliche Nutzung des wollhaarigen Mangalitza-Schweins heute wieder möglich ist.

Schinken, Speck und Salami sind Spezialitäten, die nicht nur in Europa, sondern auch in Japan und den USA gefragt sind. Das Fleisch ist reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren und hat einen relativ geringen Cholesteringehalt.

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Heike Kreutz www.aid.de

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