Projektstart: Intelligenter Roboter für Wein- und Obstbau

Es ist eine für landwirtschaftliche Projekte recht hohe Fördersumme. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMELV, Peter Bleser, begründet sie damit, dass dieses Verbundvorhaben ein sehr aktuelles Thema aufgreift und der deutschen Landwirtschaft hilft, zukunftsfähig zu bleiben:

„Der zunehmende internationale Wettbewerb im Wein- und Obstbau führt zu einem großen Druck auf die heimischen Erzeuger.“ Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, seien gerade in einem Hochlohn-Land wie Deutschland Strategien zur Verbesserung der Verfahrensabläufe und der Gesamteffizienz erforderlich. „Der Einsatz von kleineren, mit entsprechender Sensorik und Intelligenz ausgestatten Maschinen, die komplexe Arbeitsvorgänge erledigen können, wäre ein großer Fortschritt“, betonte der gelernte Landwirtschaftsmeister jetzt bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide an die Projektbeteiligten.

Einer davon ist Prof. Dr. Arno Ruckelshausen. Der Professor für Physik und Sensorik an der Hochschule Osnabrück ist einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der autonomen Feldroboter in Deutschland. Mit seinem Team arbeitet er an Robotern, die in Maisfeldern die Qualitätsmerkmale von Pflanzen vermessen oder Unkraut in Möhrenfeldern erkennen und zupfen. Auch bei seinen Studierenden weckt er Begeisterung für diese Zukunftstechnologie an der Schnittstelle zwischen den Ingenieur- und Agrarwissenschaften: Seit neun Jahren nehmen sie erfolgreich an internationalen Feldroboter-Wettbewerben teil.
In seinem neuen Projekt namens „elWOrob“ („Elektronischer Wein- und Obst-Roboter“) arbeitet Prof. Ruckelshausen mit den Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden und der Forschungsanstalt Geisenheim sowie den Firmen Raussendorf Maschinenbau aus Obergurig und Karl E. Brinkmann aus Barntrup zusammen. Das Ziel der fünf Kooperationspartner ist die Entwicklung eines autonomen, elektrisch angetriebenen Plantagenpflege-Roboters, der verschiedene Arbeiten in Wein- und Obstanlagen ausführen kann. So soll er Pflegemaßnahmen durchführen und Pflanzenschutzmittel ausbringen, perspektivisch auch Obst und Wein ernten. Dabei soll der Roboter mehrere Einheiten im Parallelbetrieb steuern – und dadurch die Effizienz der landwirtschaftlichen Betriebe deutlich erhöhen. Dank dem Einsatz modernster Sensoren und der Optimierung der Sprühdüsen werden Pflanzenschutzmittel gezielter und sparsamer eingesetzt. Ein weiteres Plus: Die permanente, automatische Überwachung der Maschinen und Geräte ermöglicht eine lückenlose Dokumentation sämtlicher Arbeiten – und gewährleistet somit die vom Handel und Gesetz geforderte Transparenz in der Lebensmittelproduktion.

„Der Schwerpunkt unserer Arbeit an der HS Osnabrück liegt in den Bereichen Sensorsysteme und Navigation“, erklärt Prof. Ruckelshausen. Dabei will sein Team die eigenen Erfahrungen und die der Kooperationspartner nutzen, um die beste Lösung für die spezifischen Anforderungen des Wein- und Obstbaus zu entwickeln. Auch werden sich die Osnabrücker Wissenschaftler mit der Sicherheitstechnik und der Schnittstelle für verschiedene Anbaugeräte beschäftigen. Bei Versuchen im Hochschullabor für Mikro- und Optoelektronik sowie unter Feldbedingungen soll die Technik dann verfeinert werden.

Wenn es nach Prof. Ruckelshausen geht, wird die Vision der Kooperationspartner von einem selbsttätigen Roboter in Wein- und Obstanlagen in drei Jahren Wirklichkeit. Schon beim Projektstart habe sich gezeigt, dass man gut zusammenpasse: „Es ist klasse, wie schnell und reibungslos alle fünf Partner das Projekt auf die Beine gestellt haben – und das trotz großer geographischer Entfernung“, so der überzeugte Teamplayer.

Media Contact

Lidia Uffmann idw

Weitere Informationen:

http://www.hs-osnabrueck.de

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