Kartoffelanbau – Blumenkohl gegen Rhizoctonia

Rhizoctonia ist eine Pilzerkrankung, die Einzelpflanzen vollständig schädigen und im Bestand Ertragseinbußen von 50 Prozent bewirken kann. Vor allem der Aufgang und die Knollenqualität werden beeinträchtigt.

Fehlstellen in den Reihen und schwarze Pocken auf der Schale sind die Folgen der Erkrankung. Nun fanden Wissenschaftler von „Plant Research International“ der Universität Wageningen in Versuchen heraus, wie der Boden so vorbereitet werden kann, dass der pilzliche Krankheitserreger Rhizoctonia unterdrückt werden kann: zum einen die vorherige einmalige oder wiederholte „Impfung“ des Bodens mit Rhizoctonia-Stämmen, zum anderen den Anbau von Blumenkohl als Vorfrucht.

Die Untersuchungen ergaben, dass die Erde eine große Anzahl Lysobacter enthielt – Bakterien, die eine unterdrückende Wirkung auf Rhizoctonia Solani haben. Zwar sei der Wirkungsmechanismus noch unbekannt, aber die Wirksamkeit von Lysobacter habe sich erwiesen. Besonders ausgeprägt war die Wirkung auf Standorten mit langjährigem Blumenkohlanbau – bis zu 56 Prozent Lysobacter wurden in der Bakterienflora gefunden. Als vorbeugende Maßnahmen gegen Rhizoctonia wird bisher empfohlen, befallenes Pflanzgut zu meiden bzw. chemisch zu behandeln.

Ob die neuen Ergebnisse dazu beitragen können, die erforderliche Beizung des Pflanzgutes zu vermindern, ist offen. Dass Lysobacter eine Schlüsselrolle bei der Widerstandskraft des Bodens gegen die wirtschaftlich relevante Wurzeltöterkrankheit spielt, bewerten die Wissenschaftler als einen wichtigen Schritt für deren Bekämpfung.

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Friederike Eversheim aid infodienst

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