Grünland zu Ackerland – Gefahr für die Artenvielfalt

Doch nicht nur im französischen Grenzgebiet sind Monokulturen eine Bedrohung für die Artenvielfalt, in Deutschland schwindet zunehmend Grünland zu Gunsten von Ackerflächen.

Vor allem Grünland beherbergt aber als Lebensraum mehr als die Hälfte aller vorkommenden Arten, so das Bundesamt für Naturschutz in seinem Ende September veröffentlichten Positionspapier zum Artenschutz. Grünland werde zunehmend zum Anbau von Feldfrüchten umgebrochen. Einige Bundesländer verloren in den vergangenen fünf Jahren bis nahezu fünf Prozent ihrer Grünlandfläche.

Die Hauptursache für den Rückgang sei die weltweit hohe Nachfrage an Agrarprodukten, verstärkt durch die Förderung der Erzeugung von Biomasse. Der intensive Anbau von beispielsweise Mais werde auf diese Weise nicht nur auf Ackerstandorten attraktiv, auch ertragsschwache, aber artenreiche Flußauen kämen unter den Pflug. Monokulturen verdrängen andere Pflanzenarten und damit auch Insekten, Vögel oder Bienen – und eben auch typische Grünlandpflanzen und -tiere.

Das Bundesumweltministerium gibt daher in einer Broschüre zum Thema „Biogas“ Handlungsempfehlungen zur Vermeidung und Verminderung von Konflikten zwischen Energiepflanzenanbau und Naturschutz. Dauergrünland auf typischen Grünlandstandorten sollte prinzipiell nicht umbrochen werden, Grünland auf ackerfähigen Standorten konstant gehalten werden. Zudem mache es Sinn, die extensive Grünlandnutzung zu fördern, denn auch extensiver Grasschnitt könne zur Biogaserzeugung genutzt werden. Zusätzlich kann das Schnittgut aus der Biotop- und Landschaftspflege zur energetischen Nutzung herangezogen werden.

Zielkonflikte sind sicher nicht immer zu vermeiden, doch hat sich die EU zum Ziel gesetzt, den Verlust an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Um das Ziel zu erreichen, fordert das Bundesamt für Naturschutz in Bonn die Förderung einer naturverträglichen und klimafreundlichen Grünlandbewirtschaftung, die für Landwirte rentabel ist und die Landschaft für Bewohner und Erholungssuchende attraktiv hält. Das Gegenteil ist derzeit im östlichen Elsaß zu besichtigen.

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