Milchfieber bei Sauen – Geringere Gesamtlebensleistung

MMA steht für Mastitis, Metritis (Gebärmutterentzündung) und Agalakti (Milchmangel). Bekanntermaßen tritt MMA auch bei Sauen auf. Wenn nach der Geburt die Rektaltemperatur 39,3 °C übersteigt und klinische Symptome wie Rötung des Gesäuges u.ä. auftreten, ist eine MMA-Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Tritt MMA auf, so ist mit wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen. Dem Sauenhalter stellt sich daher die Frage, wie und ob sich eine MMA-Erkrankung auf die nächste Abferkelung sowie die Gesamtlebensleistung einer Sau auswirken. Am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Gießen wurden die Daten von 873 Sauen mit insgesamt 3 780 Würfen ausgewertet.

Etwa ein Drittel der Sauen erkrankte nie an MMA, 36 Prozent erkrankten einmal, 18 Prozent zweimal und jede 20. Sau (5,1Prozent) erkrankte vier- bis sechsmal. Bei der ersten Abferkelung wurde MMA am häufigsten beobachtet, nämlich bei 37,6 Prozent der Sauen. Von diesen Sauen mussten viele auch nach der zweiten Geburt behandelt werden. Auch bei älteren Sauen trat MMA häufiger bei den Tieren auf, die bereits beim vorangegangenen Wurf MMA hatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sau im Folgewurf erneut erkrankt, überstieg allerdings nie 41,5 Prozent und dieser Wert wurde als „für eine sichere Prognose zu gering“ erachtet.

Die mittlere Lebensleistung über alle Sauen betrug 4,33 Würfe mit 45,6 lebend geborenen Ferkeln (mittlere Wurfgröße 10,2). Die 525 Erstlingssauen ohne MMA beim ersten Wurf erbrachten im Mittel 4,77 Würfe mit 50,68 lebend geborenen Ferkeln, während die beim ersten Abferkeln erkrankten Tiere nur 3,71 Würfe mit 38,86 geborenen Ferkel aufwiesen. Insgesamt sank die Lebensleistung durch MMA. Besonders deutlich waren die Unterschiede nach dem ersten und fünften Wurf. Die Gesamtleistungsminderung bewegte sich im Bereich von einem halben bis zu einem Wurf.

Bei Sauen mit MMA wurden nach dem Absetzen der Ferkel häufiger Spät- und Umrauschen beobachtet. Über genaue Ursachen für MMA konnte anhand der Daten keine Aussage gemacht werden. Während Jungsauen wegen ihrer geringeren immunologischen Reife gefährdet scheinen, könnten für Altsauen längere Geburtsdauer sowie hohe lebenslange Aufzuchtbelastung MMA begünstigen. Über die Versuchergebnisse berichtete die „Tierärztliche Umschau“.

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