Massnahmen gegen Abtrift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln – und was sie bringen

Je mehr der Boden mit Pflanzenrückständen an der Oberfläche bedeckt ist, um so effektiver werden Oberflächenabfluss, Bodenerosion und der oberflächennahe Austrag von Pflanzenschutzmitteln reduziert. Ab einer Bodenbedeckung von mehr als 35 bis 40 Prozent ist ein wirksamer Bodenschutz bei Regenintensitäten von bis zu 15 Liter pro Quadratmeter und Stunde gegeben. 

Diese Erkenntnisse wurden in einem Forschungsvorhaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernaehrung (BLE) gewonnen, das am Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover bearbeitet wurde. Die Ergebnisse der Abtriftuntersuchungen zeigten, dass die durch Abtrift entstehenden Einträge von Pflanzenschutzmitteln bzw. die davon möglicherweise ausgehenden Belastungen der Oberflächengewässer rückstandsanalytisch nicht mehr messbar sind. 

In keinem Fall wurde in den drei Versuchsjahren an den niedersächsischen Standorten ein durch direkte Abtrift verursachter Pflanzenschutzmittelrückstand im Wasser nachgewiesen. Bei der Rückstandsanalytik wurden von den 34 untersuchten Wirkstoffen nur drei Wirkstoffe in jeder Vegetationsperiode im Oberflächenwasser nachgewiesen. 

Hierzu wurde ein Jahr lang einmal pro Woche eine Wasserprobe genommen und eine Wasseranalytik vorgenommen. Bei den drei Wirkstoffen (Isoproturon, Ethofumesat, MCPA) handelt es sich um zwei Bodenherbizide und ein Wuchsstoff-Herbizid, von denen die beiden ersten auf einen nicht geschlossenen Pflanzenbestand aufgebracht wurden. Diese Wirkstoffe wurden nicht in allen Quartalen eines Jahres an jedem Standort gefunden. 

Daraus lässt sich folgern, dass die Anwendung eines Wirkstoffs unter extremen Standort- und Witterungsbedingungen nicht zwangsläufig zu Austrägen des Wirkstoffs ins Oberflächenwasser führt. 

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass im Mittel aller Standorte über die Jahre lediglich 0,016 Prozent der ausgebrachten Pflanzenschutzmittelmenge in die Oberflächengewässer ausgetragen wurde. Der Austrag an den einzelnen Standorten variierte zwischen 0,0003 und 0,07 Prozent. Bei den Austrägen der Einzelwirkstoffe zeigte sich, dass trotz gleicher applizierter Wirkstoffmenge je Hektar in Abhängigkeit von Standort und Jahr unterschiedliche Menge an Wirkstoff ausgetragen wurde. 

Darüber hinaus ergaben die Untersuchungen, dass sich unter Praxisbedingungen weder an den Standorten in Niedersachsen noch in Baden-Württemberg die Pflanzenschutzmittel auf die Lebensgemeinschaften in den Gewässern auswirkten.

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Dr. Marion Morgner aid

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