Wieder illegales Saatgut gefunden: Greenpeace fordert sofortigen Rückruf von Gen-Mais

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (rechts) eröffnet zusammen mit Industriepartnern, hier Dr. Klaus Enßlin, Vorstand des Raumfahrtunternehmens Astrium, den internationalen Kongress für Satellitennavigation "Mercatorpark" in München.


Nachdem am Freitag verunreinigtes Mais-Saatgut mit nicht zugelassenen Genveränderungen in Schleswig-Holstein gefunden wurde, befürchtet die Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass auch in anderen Bundesländern bislang unbemerkt genmanipuliertes Saatgut verkauft und ausgesät worden ist. Nach Recherchen von Greenpeace stammt das verunreinigte Saatgut von den US Firmen Monsanto und Pioneer HiBred. Pioneer HiBred teilte Greenpeace mit, bereits eine Deutschland weite Rückrufaktion gestartet zu haben. Greenpeace fordert einen europaweiten Rückruf des verunreinigten Saatguts beider Firmen, sowie eine Entschädigung für Bauern, die bereits ausgesäte Pflanzen vernichten müssen.

"Offensichtlich haben Monsanto und Pioneer HiBred die Gentechnologie nicht im Griff. Die jetzt gefundenen genmanipulierten Saaten sind in Europa nicht zugelassen. Wenn die Sicherheit des Saatguts nicht garantiert werden kann, muss der Import verdächtiger Sorten gestoppt werden," sagt Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace. "Die Firmen müssen zudem offenlegen, wieviel genmanipuliertes Saatgut über welche Händler wann verkauft wurde. Nur so kann schnell geklärt werden, ob und wo es bereits ausgesät wurde."

Das jetzt gefundene Saatgut wurde in den USA gezüchtet, zur Vermehrung nach Chile und Kanada exportiert und von dort nach Europa geliefert. Greenpeace empfiehlt Landwirten, vorsorglich Saatgut aus den USA zu vermeiden. Zudem sollten bundesweit Informationen über importiertes Saatgut gesammelt und öffentlich gemacht werden, damit Bauern nicht aus Versehen verunreinigtes Saatgut kaufen.

Schon im letzten Jahr war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen: Im Falle verunreinigter Rapssaat hatten die Landesbehörden in Deutschland zu spät reagiert – viele Pflanzen wurden ausgesät. Nicht alle betroffenen Felder wurden rechtzeitig vernichtet. So konnten genmanipulierte Pflanzen blühen und deren Pollen von Wind und Insekten verbreitet werden.

Greenpeace Pressestelle
Tel. 040 / 306 18 – 340
Fax 040 / 306 18 – 130
presse@greenpeace.de
www.greenpeace.de

Anschrift
Greenpeace e.V.
Große Elbstr. 39
22767 Hamburg
Politische Vertretung Berlin
Chausseestr. 131
10115 Berlin
Tel. 030 / 30 88 99-0
Fax 030 / 30 88 99-30

Ansprechpartner für Medien

ots

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften

Weltweite, wissenschaftliche Einrichtungen forschen intensiv für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Themen: Bioenergie, Treibhausgasreduktion, Renaturierung und Landnutzungswandel, Tropenwälder, Klimaschäden, Waldsterben, Ernährungssicherung, neue Züchtungstechnologien und Anbausysteme, Bioökonomie, Wasserressourcen und Wasserwiederverwendung, Artenvielfalt, Pflanzenschutz, Herbizide und Pflanzenschädlinge, digitale Land- und Forstwirtschaft, Gentechnik, tiergerechte Haltungssysteme und ressourcenschonende Landwirtschaft.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Optisch aktive Defekte verbessern Kohlenstoffnanoröhrchen

Heidelberger Wissenschaftlern gelingt Defekt-Kontrolle durch neuen Reaktionsweg. Mit bewusst erzeugten strukturellen „Fehlstellen“ oder Defekten lassen sich die Eigenschaften von kohlenstoffbasierten Nanomaterialien verändern und verbessern. Dabei stellt es jedoch eine besondere…

Spritzguss von Glas

Freiburger Forschenden gelingt schnelle, kostengünstige und umweltfreundliche Materialfertigung. Von Hightech-Produkten im Bereich Optik, Telekommunikation, Chemie und Medizin bis hin zu alltäglichen Gegenständen wie Flaschen und Fenstern – Glas ist allgegenwärtig….

Radikalischer Angriff auf lebende Zellen

Durch Mikrofluidik gezielt die Oberfläche von Zellen mit freien Radikalen stimulieren. Lassen sich kleine, abgegrenzte Bereiche auf der Zellmembran chemisch manipulieren? Mit einer raffinierten mikrofluidischen Sonde haben Wissenschaftler:innen Zellen gezielt…

Partner & Förderer