Precision Farming kommt

Precision Farming ist nicht das Zauberwort der Produktionstechnik im Pflanzenbau, es ist die Zukunft. Auf diesen unbescheidenen Nenner brachten es alle Teilnehmer der Abschlussveranstaltung des Projekts „pre agro“ Ende Februar in Berlin.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Vorhaben beschäftigte in zwei Abschnitten insgesamt acht Jahre lang sowohl führende Wissenschaftler und die Industrie als auch Landwirte. Besonders bemerkenswert ist bei diesem Forschungsprojekt die praktische Erprobung in landwirtschaftlichen Betrieben. Herausgekommen sind weltweit einzigartige Schlüsseltechnologien für die Pflanzenproduzenten.

Projektleiter Dr. Armin Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung war entsprechend stolz auf die Ergebnisse: „Die Techniken des Precision Farming sind wirtschaftlich und umweltschonend. Für die Landwirte bedeuten sie außerdem eine Arbeitserleichterung durch besseres Informationsmanagement.“ Die „Kinderkrankheiten“ wären bald ausgeräumt. Vor allem die Vorstellung und teilweise die Euphorie, dass es sich bei den Neuerungen um DIE Lösung für alle produktionstechnischen Probleme handeln würde, hatte in der Vergangenheit viel Kritik ausgelöst.

Tatsache ist nach Landwirt Wolfgang Träger-Farny, dass keiner seinen Betrieb erfolgreich und zugleich umweltverträglich führen könne ohne neueste Informationstechnologie. „Es geht darum, Wissen verfügbar zu machen auch für nachfolgende Generationen“, so der Inhaber des Pionier-Betriebes aus Niedersachsen.

Einige Projektergebnisse können sich in jedem Fall sehen lassen, so zum Beispiel:

– Die teilflächenspezifische Feldbewirtschaftung bewirkt höhere Erträge durch weniger Dünger und Pflanzenschutz

– Durch die Kombination von Informationen über das Infektionsgeschehen von Pilzkrankheiten und über die zu benetzende aktuelle Pflanzenoberfläche konnte die Fungizidapplikation in Winterweizen optimiert werden

– Satelliten- und Befliegungsdaten schaffen einen Überblick, lassen Muster erkennen und die Heterogenität abschätzen. Durch detaillierte Modelle können genauere Maßnahmenentscheidungen getroffen werden.

Eine der revolutionärsten Entwicklungen ist die Standardisierung von Daten. In Zukunft sollen Geräte und Techniken „normal“ funktionieren, ohne die ständige Unterstützung durch einen Elektroniker oder Informatiker. Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) entwickelte hierzu die ISOBUS-Norm, die nicht nur die elektronische Kommunikation zwischen Traktoren und Anbaugeräten, sondern auch den Datenaustausch zwischen dem Betriebs-PC und mobilen Arbeitsmaschinen regelt. Ein Manko in der Praxis ist oft auch der Austausch von Daten zwischen dem Landwirt und seinen unterschiedlichen Geschäftspartnern.

Hierfür hat das KTBL eine universelle Schnittstelle für jedes Farm-Management-System geschaffen. Damit sind zum Beispiel die Auftragsabwicklung mit landwirtschaftlichen Lohnunternehmern und die Flächenmeldung bei der Hagelversicherung auf Knopfdruck realisierbar.

Überzeugt euphorisch brachte Landwirt Träger-Farny die neuen technologischen Möglichkeiten auf den Punkt: „Precision Farming ist ein Glücksfall für die Landwirte“.

Ansprechpartner für Medien

Franziska Röseberg aid infodienst

Weitere Informationen:

http://www.preagro.de http://www.aid.de

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