Keine deutsche Landwirtschaft ohne Precision Farming

„Bereits acht Prozent der bundesdeutschen Betriebe nutzen derzeit Precision Farming-Technolgien. Tendenz steigend“, erklärt Dr. Armin Werner im Vorfeld der am Freitag beginnenden Grünen Woche in Berlin. Werner ist Projektleiter eines der größten Forschungsprojekte zum Thema Precision Farming weltweit.

„Die Weichen für ein neues Wirtschaften in Deutschland sind heute längst schon gestellt. Die Techniken des Precision Farming werden sich in die Anbauverfahren und die Betriebsabläufe der Landwirtschaft einfügen – ein Gewinn für Landwirte, Verbraucher sowie Natur und Umwelt.“

Untersuchungen des Forschungsprojektes pre agro haben gezeigt, dass immer mehr Landwirte einzelne technische Bereiche des Precision Farming in ihrem Betrieb anwenden. „Und diejenigen, die diese Techniken einsetzen, äußern sich durchweg zufrieden“, berichtet Dr. Armin Werner in einem ausführlichen Interview anlässlich der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin. In Deutschland bewährt sich zunehmend die informationsgeleitete, gelegentlich hochtechnisierte Präzisionslandwirtschaft. „Heute kann man provozierend behaupten: keine deutsche Landwirtschaft ohne Precision Farming.“

Das Forschungsprojekt, an dem Experten aus Wissenschaft, Industrie, Praxis und Beratung über mehrere Jahre mitgearbeitet haben, hat belegen können, dass sich dank der Technologien des Precision Farming für jeden Betriebstyp und für jede Form der Landwirtschaft wichtige technische Ergänzungen ergeben. „Der Landwirt erhält Daten zu seinen Böden, seinen Ackerkulturen und allgemein seinen Betriebsabläufen in einem bisher noch nie möglich gewesenen Umfang und Qualität.“ Das neue Informationsmanagement im Betrieb erlaube somit allen Landwirten – auch Ökolandwirten – eine bessere Planung und Rückverfolgung ihrer Betriebsabläufe. Damit werde ein echtes Qualitätsmanagement möglich. „Landwirtschaft im 21. Jahrhundert heißt eben Elektronik, EDV, Satellitenortung, Spezialsoftware – also Hightech – sowie hoch komplexes Management und professionelles Unternehmertum“, so Werner.

Was ist Precision Farming?

Precision Farming heißt so viel wie präziser Ackerbau. Präzise steht für Effizienz durch Genauigkeit. Hintergrund bilden die häufig recht unterschiedlichen Bedingungen auf den Feldern. Pflanzen und Böden benötigen zum Wachstum Nährstoffe in unterschiedlicher Menge und Qualität. Weiß der Landwirt dies – und stellt er seine Arbeit entsprechend darauf ein – kann er viel präziser wirtschaften als vorher. Die Techniken des Precision Farming – unter anderem Sensoren und Satelliten aus dem All, die große und kleine Landmaschinen steuern – können sich quadratmetergenau nach den wechselnden Bedingungen richten.

Was bringt Precision Farming?

Dank modernster Informationstechnologie, so zeigt das Projekt pre agro, ist es schon heute möglich, die pflanzliche Erzeugung besser zu planen, präziser durchzuführen und einfacher zu dokumentieren. „Ein Landwirt schont dabei auch Umwelt und Ressourcen. Gleichzeitig bedeutet die verbesserte Rückverfolgbarkeit landwirtschaftlicher Produkte einen wichtigen Schritt zu mehr Verbraucherschutz,“ legt Werner die Vorteile von Precision Farming dar. Seit 1999 arbeiten er und seine inzwischen fast 50 Partner aus dem Projekt pre agro an der Entwicklung und Verbreitung von Techniken zum Precision Farming.

Die Abschlusstagung des Projektes findet vom 20. – 22. Februar 2008 in Berlin statt.

Gefördert wird pre agro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn.

Weitere Informationen zum Thema sowie das vollständige Interview mit
Dr. Werner finden Sie im Internet: http://www.preagro.de/presse/index.html
Kontakt
Kirstin Wulf
preagro-Pressestelle
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
030-884 594-16
0176-26365512
kommunikation@ioew.de
Dr. Frank Dreger, Dr. Jürgen Schwarz
preagro-Projektkoordination
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg
033432-82257, -423
dreger@zalf.de
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