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"Wetten, dass..?"-Aktion

 Die Wette

 

Gewinner | Aktion | Wette


Die Vorgeschichte: ein langer Weg von der Idee zur Ausführung


Alles begann im Jahr 2001 in einer Lagerhalle in Ober-Roden bei Offenbach. Was als Saalwette gedacht war, entwickelte sich zu einer imposanten Außenwette.

Die erste Brückenkonstruktion bestand noch aus zwei Türmen mit vier Metern Höhe und einer Spannweite von 15 Metern. Mit der Frage des ZDF: "Ist es möglich, die geplante Getränkekästen-Konstruktion auch über einen Fluss zu bauen?", erhielt die Wette völlig neue Dimensionen. Die Brücken-Spannweite erhöhte sich auf 27 Meter. Neue Pläne wurden geschmiedet, zusätzliche Getränkekästen, Paletten und Seile mussten geordert werden, und im Sommer 2001 begannen endlich die praktischen Vorbereitungen. Da jetzt ein Fluss - die Nidda bei Frankfurt-Höchst - überbrückt werden sollte, musste nicht nur der Ausleger verlängert, sondern auch auf einen der Türme verzichtet werden. So wurden aus vier Metern Turmhöhe elf Meter, aus 200 Getränkekästen ca. 1700 und aus 300 Meter Seil 1,6 Kilometer.

Ein Platz zum Üben wurde bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr in Frankfurt-Nied gefunden, begeisterte Mitstreiter bei Feuerwehren, Sportvereinen und im Freundeskreis rekrutiert. Doch aller Anfang ist schwer. Hunderte Male brach die Brücke zusammen, hunderte Male erfolgten Umkonstruktionen und Verbesserungen, doch an Aufgeben dachte keiner.

In der heißen Phase der Vorbereitungen fand man schließlich die optimale Lösung. 24 Zugseile, die über den aus 1488 Kästen bestehenden Turm geführt wurden, hielten den 27 Meter langen Ausleger stabil. Zwei Führungsseile verhinderten das seitliche "Ausscheren" des Auslegers. Doch von der Zeitvorgabe von sieben Minuten war man noch weit entfernt.

Trotzdem war das Team vom ZDF begeistert. Es folgten Vorschläge, um die Wette noch spannender zu machen. Die Führungsseile sollten innerhalb der Wettzeit auf die andere Seite des Flusses befördert werden - dafür mussten Bogenschützen her. 12 Tage vor Beginn der Sendung war das keine leichte Sache. Doch Trainer Falk Thiele, die Vize-Weltmeisterin mit dem Compound-Bogen, Bettina Thiele, und Jörg Scheiba, Deutscher Meister in gleichnamiger Disziplin, waren sofort mit Enthusiasmus dabei.

Nach den Trockenübungen auf dem Feuerwehrgelände erfolgte der Umzug zur Nidda zwei Tage vor dem großen Abend. Mehrere LKW-Ladungen mit Kästen, Seilen und Paletten wurden an die Nidda geschafft - der Aufbau begann. Am Freitag, den 22. 3. 2002, konnte der Brückenbau zum ersten Mal vor Ort geübt werden. Die Errichtung des Turmes gelang prächtig, doch der Bau des Auslegers wollte noch nicht so recht klappen. Viel zu lange brauchte die Mannschaft, um die Brücke auf die andere Seite zu bringen. Mehrfach ging die Konstruktion zu Bruch. Und Conny Ermert hätte ein kühles Bad im Fluss genossen, wäre Sie nicht mittels eines Autokrans gesichert worden.

Doch aus den Fehlern wurde gelernt. Immer schneller gelang es, den Fluss zu überbrücken, immer stabiler wurde die Konstruktion und Conny Ermert verlor die Angst, vielleicht doch noch im Wasser zu landen. Die größten Schwierigkeiten hatten die Bogenschützen. Der Pfeil, an dem ein Nylonseil befestigt war, machte was er wollte, nur die am anderen Ufer angebrachte Scheibe verfehlte er meistens. Die Generalprobe am Abend gelang, zur Freude aller. Nur die Zeitdauer lag mit mehr als acht Minuten immer noch klar über der Vorgabe.

Am Samstag, dem großen Tag, waren alle angespannt und nervös. Am Nachmittag versammelte sich die Mannschaft, um noch mal alle Einzelheiten durchzuproben. Und tatsächlich klappte es immer besser. Um die Spannung zu erhöhen wurde das Zeitlimit vom ZDF auf sechs Minuten verkürzt. Doch mittlerweile waren alle so gut drauf und voller positiver Anspannung, dass selbst diese neue Hürde von den Wett-Teilnehmern mit stoischer Ruhe aufgenommen wurde. Allgemeiner Tenor: Wir schaffen es trotzdem.

Und dann war der große Abend da. 20:15 Uhr, "Wetten, dass..?" ging endlich los. Die Spannung stieg und die allgemeine Nervosität ließ die Luft knistern. Bruno Wilbert, der Initiator der Wette, gab sein Interview mit Anastasia mit ruhiger Gelassenheit - von Aufregung war bei ihm nichts zu spüren. Gegen 21:30 hieß es dann endlich: "Top, die Wette gilt". Der Turm war von den Feuerwehrleuten längst aufgebaut worden, und jetzt musste einfach alles klappen. Und siehe da, die Bogenschützen trafen, die Führungsseile wurden ans andere Ufer gezogen, und der Ausleger schob sich langsam aber stetig auf den Fluss hinaus. Alle arbeiteten Hand in Hand, jedes Detail gelang. Nach 5:20 Minuten war die Brücke endlich drüben. Es blieben nur noch 40 Sekunden zur Überschreitung der Nidda. Aber Conny Ermert lief los wie der Blitz - so schnell wie nie zuvor - und erreichte drei Sekunden vor Ablauf der Zeit das andere Ufer.

Der Jubel war groß, die Wette gewonnen, auch wenn Britney Spears nicht daran geglaubt hatte. Alle lagen sich in den Armen. An was man fast schon nicht mehr geglaubt hatte, wurde doch noch wahr. Der einzige Wehrmutstropfen - Wettkönig wurde ein anderer. Aber auch das konnte die Freude des Wett-Teams nur für kurze Zeit trüben. Es wurde gefeiert bis zum nächsten Morgen. Und dieses Erlebnis wird bestimmt allen noch lange im Gedächtnis bleiben. Was ganz klein in Ober-Roden begann, endete als bombastische Außenwette an der Nidda in Frankfurt-Höchst. Und wer weiß, vielleicht hat Bruno Wilbert ja schon wieder eine neue Idee...