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Heidelberger Akademie der Wissenschaften Landesakademie von Baden-Württemberg


Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften führt ihre Tradition auf die von Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz 1763 gegründete Kurpfälzische Akademie zurück. Begründet wurde sie im Jahre 1909 aufgrund einer Stiftung des Mannheimer Landmaschinenherstellers Heinrich Lanz. Sie ist eine unter insgesamt sieben Akademien der Wissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten der Akademien haben, ausgehend vom Jahr der Gründung, allerdings keinen ununterbrochenen Bestand gehabt.

Alle diese Akademien sind Vereinigungen von Gelehrten oder "Gelehrte Gesellschaften". Sie haben den Status von "Körperschaften des öffentlichen Rechts", die in der Regel von den Bundesländern alimentiert werden, in denen sie angesiedelt sind.

Die sieben deutschen Akademien der Wissenschaften sind in einer Union zusammengeschlossen.

Ein semantisches Problem
Die Deutsche Akademien der Wissenschaften bieten für das Ausland nicht selten ein semantisches Problem: "Wissenschaften" umfasst im Deutschen alle Disziplinen, während das englische "sciences" nur die Naturwissenschaften meint. "Academy of Sciences" hat also eine größere semantische Intension - und entsprechend eine geringere Extension - als das deutsche "Akademie der Wissenschaften". Eine adäquate Übersetzung ins Englische wäre "Academy of Sciences and Humanities".

Das Akademiegebäude
Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat ihren Sitz in Heidelberg seit dem Jahr 1919 in einem Palais am Karlsplatz, das im Jahr 1717 erbaut wurde, 1768 in den Besitz des Kurfürsten von der Pfalz und 1803 in den des Großherzogs von Baden überging. Für die Bedürfnisse der Akademie wurde es 1973 bis 1977 von Grund auf, aber das Überkommene sorgsam schonend, restauriert. Die Innenausstattung des Obergeschosses stammt zum größten Teil noch aus der großherzoglichen Zeit.

Die Gliederung der Akademie
Die meisten Akademien haben - der Aufgliederung der Wissenschaften am Ende des 19. Jahrhunderts entsprechend - zwei "Klassen" - eine mathematisch- naturwissenschaftliche und eine geisteswissenschaftliche, die "philosophisch-historische Klasse". Die Mainzer Akademie führt darüber hinaus eine eigene Klasse für Literatur. Um die inzwischen weit entwickelten angewandten Wissenschaften stärker zu berücksichtigen, verfügt die Sächsische Akademie seit 1996 über eine technikwissenschaftliche Klasse. Die nach der Wiedervereinigung neu begründete Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften führt neben den beiden erwähnten traditionellen Klassen sogar drei weitere: eine Sozialwissenschaftliche, eine Biowissenschaftlich-medizinische und eine Technikwissenschaftliche.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften wird entsprechend ihrer Satzung vom Vorstand geleitet. Dieser besteht aus dem Präsidenten, der die Akademie nach Außen vertritt und aus den Sekretaren der beiden Klassen, deren Bezeichnung, analog zu lat. secretarius, "Sekretar" und nicht "Sekretär" lautet.

Wie wird man Mitglied einer Akademie?
Die Akademien ergänzen sich in ihren Mitgliedern selbst. Mitglied einer Akademie wird man also durch Zuwahl. Neue Mitglieder werden erst in der ihnen entsprechenden Klasse gewählt, sodann in einem zweiten Wahlgang von den Mitgliedern der gesamten Akademie. Mitglieder sollen herausragende Vertreterinnen und Vertreter eines möglichst breiten Spektrums von Forschern und Disziplinen sein.

Die Mitglieder gehören üblicherweise den Universitäten und Forschungseinrichtungen des Bundeslandes an, in dem die Akademien ihren Sitz haben. Nur die Mainzer Akademie der Wissenschaften wählt in ihrer literarischen Klasse ebenso wie die Berlin-Brandenburgische Akademie ihre Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet.

Man unterscheidet zwischen den "ordentlichen" und den "korrespondierenden" Mitgliedern. Zum korrespondierenden Mitgliedern können Wissenschaftler aus allen Ländern und Staaten gewählt werden.

Die Zahl der verfügbaren Sitze ist begrenzt. In Heidelberg hat jede der beiden Klassen maximal 40 ordentliche Mitglieder. Diese sind bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres verpflichtet, an den Sitzungen der Akademie teilzunehmen und sich an der kritischen Begleitung der von der Akademie betriebenen Forschungsvorhaben zu beteiligen.

Die Mitgliedschaft ist - im Gegensatz zu manchen anderen Ländern - nicht mit finanziellen Zuwendungen verbunden, sondern ausschließlich eine "ehrende Verpflichtung" (Reisekosten, die bei der Teilnahme an Sitzungen entstehen, werden erstattet.) Das jährlich im Mai erscheinende Jahrbuch der Akademie enthält stets auch das Verzeichnis der ordentlichen und der korrespondierenden Mitglieder auf dem neuesten Stand.

Die Arbeit der Akademien
Aufgrund der Vielfalt der in ihr vertretenen Fachgebiete ermöglicht eine Akademie wie kaum eine andere Institution interdisziplinäre Begegnungen, Kontakte und Zusammenarbeit von Vertretern der verschiedenen Forschungsgebiete.

  • Die Aufgabe der Akademien ist daher in erster Linie die Pflege des wissenschaftlichen Gespräches und des Austauschs zwischen hochqualifizierten Wissenschaftlern über die Grenzen der Disziplinen, der Fakultäten und Universitäten hinaus. Das vollzieht sich in den regelmäßigen Sitzungen - sowohl der einzelnen Klassen wie der Akademie insgesamt - , in denen jeweils ein Mitglied einen Fachvortrag hält, der ausführlich unter den verschiedenen Aspekten der unterschiedlichen Wissenschaften diskutiert wird.

In Heidelberg finden diese Sitzungen traditionsgemäß innerhalb eines halben Jahres etwa sechs Mal am Samstagvormittag statt. Zu Vortrag und Diskussion können bei den Sitzungen der Akademie und ihrer Klassen Gäste geladen werden. Außerdem hält die Heidelberger Akademie der Wissenschaften zweimal im Jahr eine öffentliche Sitzung. Eine dieser Sitzungen findet jeweils im Oktober an einer der Universitäten des Landes Baden-Württemberg statt, die andere wird als Jahresfeier der Akademie mit dem Bericht des Präsidenten ¹nd einem Festvortrag jeweils im Mai in Heidelberg gehalten.

Die wissenschaftlichen Akademien in der Bundesrepublik haben sich darüber hinaus zu einem wichtigen Instrument der Forschung entwickelt. Der Aufgabe, die Forschung zu fördern, kommen sie in mehrfacher Weise nach:

  • durch die Betreuung von Forschungsvorhaben, die meist längerfristig angelegt sind. Finanziert werden diese Vorhaben entweder aus den vom jeweiligen Bundesland zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln, zum großen Teil aber auch durch die von den Ländern und dem Bund bereitgestellten Mitteln, die vom Akademienausschuss der "Bund-Länder-Kommission zur Forschungsförderung" vergeben werden. Die Vorhaben werden kritisch begleitet und überwacht von Kommissionen, in denen neben Vertretern der das Vorhaben betreibenden Akademie auch kompetente Wissenschaftler des In- und Auslandes vertreten sind;
  • zum anderen dadurch, dass auch kurzfristige Forschungsvorhaben zu aktuellen Themen durchgeführt werden. Auf diesem Gebiet ist die Berlin- Brandenburgische Akademie besonders hervorgetreten. In Heidelberg besteht ebenfalls die Bereitschaft dazu. Die Bestrebungen werden jedoch dadurch behindert, dass der verfügbare Finanzrahmen fast ausschließlich durch Langzeitvorhaben gebunden ist;
  • zum dritten durch die Veranstaltung von Konferenzen, Workshops, sei es durch die Akademie selbst, sei es unter ihrer Schirmherrschaft und in ihrem Gebäude - in Heidelberg also am Karlsplatz (Karlstraße 4);
  • zum vierten durch die Herausgabe von Schriften und Schriftenreihen. Fast alle Vorträge, die vor einer der Klassen oder im Plenum gehalten wurden, erscheinen in einer der Reihen der Akademie (in Heidelberg die Schriften der Klassen und Supplemente). Jedes der Akademiemitglieder kann darüber hinaus eigene oder fremde Arbeiten zum Druck vorlegen. Die Zustimmung der Klasse ist erforderlich.

 

Heidelberger Akademie der Wissenschaften Landesakademie von Baden-Württemberg
Karlstrasse 4
69117 Heidelberg
Tel: +49 (0)6221 54 3265-68
Fax: +49 (0)6221 54 3355
E-Mail: HAW@adw.uni-heidelberg.de

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