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Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste


Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste wurde 1970 als Nachfolgeorganisation der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet.

Als 1815 das Rheinland preußisch wurde, entstand der Plan, eine Universität zu errichten. Standort sollte entweder Köln oder Bonn sein. In einem Gutachten, das der Oberpräsident Sack 1815 verfasste, und in dem er sich für Bonn als Standort aussprach, wurde vorgeschlagen, die verschiedenen kulturellen und wissenschaftlichen Institute und Sammlungen der Rheinprovinz in einer allgemeinen Gelehrtengesellschaft zu vereinen, die ihren Hauptsitz an einer Universität haben sollte. Dieser Plan scheiterte nicht nur am Geldmangel, sondern auch an dem damaligen Berliner Zentralismus.

Zu Beginn unseres Jahrhunderts ist das Thema einer Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften erneut aufgekommen. In den Jahren 1907 bis 1910 arbeiteten führende Männer der Wirtschaft und Professoren der Bonner Universität und der Technischen Hochschule Aachen den Plan aus, eine Akademie zu gründen, die durch die Einbeziehung der Ingenieurwissenschaften einen modernen und den Problemen der westlichen Provinzen angemessenen Charakter erhalten sollte. Trotz vielversprechender Ansätze und intensiver Arbeit scheiterte auch dieser Plan. Es gelang nur die Gründung einer "Rheinischen Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung", die in den Jahren 1911 bis 1915 eine größere Zahl von Projekten aus Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaften förderte. Diese Gesellschaft ist in der Folgezeit durch Kriegs- und Inflationsfolgen zum Erliegen gekommen.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hat Ministerpräsident Karl Arnold die Anregung des späteren Staatssekretärs Leo Brandt aufgegriffen und eine ,Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen‘ ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgemeinschaft war ein freiwilliger Zusammenschluss von Forschern aus den meisten naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Ihre Aufgabe sollte es vor allem sein, die Landesregierung bei dem Wiederaufbau des zerstörten Landes an Rhein und Ruhr zu beraten. Dabei war es das erklärte Ziel, jene Wissenschaften zu fördern, die gerade für ein Industrieland wie Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung waren und sind. Es spricht für den Weitblick Leo Brandts, dass er auch die Fächer einbezogen wissen wollte, in denen der deutschen Forschung die Arbeit verboten war. Damit war der erste Schritt zum späteren Anschluss an die internationale Forschung getan.

1952 wurde der Arbeitsgemeinschaft für Forschung eine Klasse für Geisteswissenschaften angegliedert, um die Gesamtheit der Wissenschaften in den Wiederaufbau der Forschung des Landes einzubeziehen. Damit wurden nicht die Eigenheiten der Arbeitsgemeinschaft in Frage gestellt, aber es war doch ein Schritt in Richtung der Angleichung an die schon bestehenden Akademien der Wissenschaften getan.

Die Arbeitsgemeinschaft für Forschung war zunächst ein nicht rechtsfähiger Verein, erhielt aber 1963 den Status einer Körperschaft ohne eigene Rechtsfähigkeit als Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit der Errichtung des Karl-Arnold-Hauses, Haus der Wissenschaften, in Düsseldorf erhielt die Arbeitsgemeinschaft für Forschung 1960 ein eigenes Domizil und damit ein angemessenes Zentrum ihrer Arbeit.

In den Jahren ihres Bestehens hat die Arbeitsgemeinschaft für Forschung Forschungsförderung und Forschungsplanung des Landes in entscheidender Weise mitbestimmt. Viele Forschungseinrichtungen wurden errichtet und von der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich betreut. Als Beispiele seien nur genannt: Kernforschungsanlage Jülich, Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, Institut für Silikose-Krankheiten – alles Forschungseinrichtungen, deren Anfänge eng mit der Arbeitsgemeinschaft für Forschung verbunden waren, die sich aber inzwischen zu selbständigen und international anerkannten Großforschungseinrichtungen entwickelt haben. Ihre Größe machte eine Verselbständigung (und d. h. eine Trennung von der Arbeitsgemeinschaft) notwendig. Aber das Verdienst, den Anfang bestimmt zu haben, kommt ohne Zweifel der Arbeitsgemeinschaft zu.

Schon früh hat man erkannt, dass die Arbeitsgemeinschaft für Forschung über kurz oder lang in eine Akademie der Wissenschaften umgewandelt werden müsste. Trotz aller Eigenheiten, die sich aus der Entstehungsgeschichte erklären lassen, war die Arbeitsgemeinschaft nach und nach bereits zu einer Akademie geworden.

Durch das ,Gesetz über die Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften‘ vom 16. Juli 1969 wurde dieser Schritt vollzogen. Ab 1. Januar 1970 wurde die ,Arbeitsgemeinschaft für Forschung‘ in die ,Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften‘ umgewandelt. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wurden als Mitglieder der Akademie übernommen. Der Akademie wurde die Eigenschaft einer selbständigen Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen. Damit war auch der Weg frei für die Eingliederung der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften in den Kreis der bisher bestehenden Akademien.

1993 erfolgte die Umbenennung in Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Aufgaben

  • Pflege des wissenschaftlichen Gedankenaustausches unter den Mitgliedern

  • Pflege der Beziehungen zu wissenschaftlichen Einrichtungen

  • Anregung wissenschaftlicher Forschungen

  • Verleihung von Preisen für herausragende wissenschaftliche Leistungen

  • Veröffentlichungen der Sitzungsberichte und Herausgabe von wissenschaftlichen Abhandlungen

  • Durchführung von wissenschaftlichen Vorhaben des Akademienprogramms


 

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
Karl-Arnold-Haus
Palmenstraße 16
40217 Düsseldorf
Tel: +49 (0)2 11 / 61 734-0
Fax: +49 (0)2 11 / 34 14 75
E-Mail: awk@awk.nrw.de

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