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Universität Paderborn


Die Geschichte der Hochschule    

Paderborn ist ein Hochschulstandort mit langer Tradition. Bereits 1614 wurde durch den Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg in Paderborn eine Universität mit einer theologischen und philosophischen Fakultät gegründet. Sie war die einzige Hochschule in Westfalen mit Promotionsrecht und bestand bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1818.


Gründung am 1. August 1972

1946, im ersten Nachkriegsjahr, konstituierte sich in Paderborn - anlässlich der Errichtung der Pädagogischen Akademie - ein Universitätsausschuss mit dem Ziel, an diese Hochschultradition anzuknüpfen. Er blieb jedoch in seinen Bemühungen zunächst erfolglos. Erst am 27. April 1971 wurde durch einen Kabinettsbeschluss der Landesregierung festgelegt, dass Paderborn wieder Sitz einer Universität werden sollte. Die Gründung der Universität-Gesamthochschule Paderborn erfolgte am 1. August 1972, der Baubeginn bereits im Oktober 1972.


Universität Paderborn mit Abteilungen in Höxter, Meschede und Soest

Die Universität Paderborn mit ihren Abteilungen in Höxter, Meschede und Soest ging aus mehreren Vorgängereinrichtungen hervor. Die größten waren die Pädagogische Hochschule Paderborn und die Fachhochschule Südost-Westfalen. In dieser Fachhochschule waren im August 1971 die Ingenieurschulen Paderborn, Höxter, Meschede und Soest sowie die Höhere Wirtschaftsfachschule Paderborn und die Soester Ingenieurschule für Landbau zusammengefasst worden.

Die längste Tradition aller Vorläufereinrichtungen der Universität Paderborn hat die 1864 in Höxter errichtete Baugewerkschule. Sie war die erste ihrer Art in Preußen. In den 30er Jahren wurde sie in "Höhere Technische Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau" und nach dem Krieg in "Ingenieurschule für Bauwesen" umbenannt. Im Jahr 1972, dem Jahr der Gründung der Universität-Gesamthochschule Paderborn, konnte sie bereits auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken.

In der Weimarer Republik wurde 1923 die zweite der Vorläuferinstitutionen, die in der Trägerschaft der Landwirtschaftskammer stehende "Lehranstalt für praktische Landwirte" in Soest gegründet, die sich 1947 in "Höhere Landbauschule" und später in "Ingenieurschule für Landbau" umbenannte.


Die Entwicklung in der Nachkriegszeit

Im Dezember 1946 entstand die Pädagogische Akademie für Lehrerbildung in Paderborn. Zunächst war Paderborn nicht als Standort einer Akademie vorgesehen, da die Stadt nach dem Krieg zu 85 % zerstört war, doch nach Bemühungen von allen Seiten wurde am 4. Dezember 1946 die Eröffnung einer katholischen Akademie für Lehrerbildung gefeiert, die im Jahr 1962 in eine Pädagogische Hochschule (PH) umgewandelt wurde. Eine grundlegende Umgestaltung erlebte die Pädagogische Hochschule 1965. Die in Nordrhein-Westfalen bestehenden PH`s wurden zu insgesamt drei Pädagogischen Hochschulen zusammengefasst und Paderborn wurde zu einer der fünf Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe.

1963 wurde die Ingenieurschule Paderborn gegründet, in der sich die Studierenden auf Berufstätigkeiten im Maschinenbau und in der Verfahrens- und Elektrotechnik vorbereiteten. Elektrotechnik und Maschinenbau waren auch die Spezialgebiete der Ingenieurschule Soest, die 1964 mit einer Außenstelle in Meschede gegründet wurde. Meschede wurde bereits im Jahr 1968 als Ingenieurschule für Maschinenbau selbständig.

Die Fachrichtung, die an der späteren Universität-Gesamthochschule Paderborn den größten Anteil ausmachen sollte, wurde erst sehr spät eingerichtet. Am 1. Oktober 1970 begann die Ausbildung zu graduierten Betriebswirten an der Höheren Wirtschaftsfachschule Bielefeld, Abteilung Paderborn. Im August 1971 wurde sie in die neue Fachhochschule Südost-Westfalen eingegliedert und im Jahr 1972 in die Universität-Gesamthochschule Paderborn.


Gründungsphase

Bei der Gründung der Universität-Gesamthochschule Paderborn mussten somit Institutionen zusammengefügt werden, die nach Geschichte, Selbstverständnis und Standorten höchst unterschiedlich waren. Der Gründungssenat der Hochschule, mit seinem Gründungsrektor Prof. Dr. Broder Carstensen, hatte daher ein beachtliches Arbeitspensum zu bewältigen. Es mussten für alle 17 Fachbereiche mit ihren insgesamt 87 Studiengängen an den vier Standorten Paderborn, Höxter, Meschede und Soest neue Studien- und Prüfungsordnungen erarbeitet werden. Der Senat entschied über die Größe der einzelnen Fachbereiche sowie über ihre materielle und personelle Ausstattung. Er erarbeitete Entwicklungspläne und legte die zukünftigen Forschungsschwerpunkte der Hochschule fest.

1975, drei Jahre nach der Gründung der Gesamthochschule Paderborn, beschloss der Gründungssenat eine Namensänderung. Statt "Gesamthochschule Paderborn" sollte die Bildungseinrichtung nunmehr "Universität-Gesamthochschule Paderborn" heißen. Das Recht, die Bezeichnung Universität zu tragen, wurde den Gesamthochschulen jedoch erst 1980 durch Gesetz zugestanden, so dass die Gesamthochschule Paderborn erst am 1. Januar 1980 in Universität-Gesamthochschule Paderborn umbenannt wurde.


Weitere Entwicklung

Die vom Land vorangetriebene Konzentration von Studiengängen ging auch an Paderborn nicht spurlos vorüber. In den 80er Jahren wurden die Fächer Bauingenieurwesen/Architektur in Höxter und der Lehramtsstudiengang Sozialwissenschaften für die Sekundarstufen I und II eingestellt. Auch die Bedeutung und der Umfang einzelner Disziplinen haben sich seit der Gründung der Hochschule stark verändert. Lag 1972 der Schwerpunkt der Ausbildung noch auf den Geistes- und Ingenieurwissenschaften, so haben zwischenzeitlich die Bereiche Wirtschaftswissenschaften und Informatik die stärksten Zuwächse zu verzeichnen.


Konsolidierungsphase

Nach Abschluss der Gründungsphase Mitte der 80er Jahre wurde der Ausbau der Universität-Gesamthochschule Paderborn zügig weiter vorangetrieben. Die Zahl der Studierenden stieg von anfangs 4.400 im Wintersemester (WS) 1972/73 rasch an. Die ursprünglich vorgesehene Höchstgrenze von 6.000 Studierenden wurde bereits im WS 1976/77 erreicht und im Jahr 1999 sind mehr als 15.000 Studierende an der Universität Paderborn mit ihren Fachhochschulabteilungen in Höxter, Meschede und Soest eingeschrieben.

Martina Schapeler, Rektoratsassistentin (bis Dez. 2000)

 

Folgende Veröffentlichungen zur Geschichte der Universität Paderborn sind in der Universitätsbibliothek einsehbar/ausleihbar:

  • Universität-Gesamthochschule Paderborn, Hrsg.: Rektorat der Universität-Gesamthochschule Paderborn, Paderborn 1992

  • Sigrid Blömeke / Hans-Georg Schwarz
    20 Jahre Uni-GH Paderborn. Eine Dokumentation zu Geschichte und Gegenwart, Paderborn 1993

  • Gerhard Rimbach
    Vom Reformmodell zur modernen Universität. Gesamthochschule im Lande
    Nordrhein-Westfalen, 20 Jahre, Düsseldorf 1992

  • Einblicke-Ausblicke, 25 Jahre Universität-GH Paderborn, Hrsg.: Elisabeth Fisch und Dr. Hartmut Vollmer im Auftrag des Rektorats der Universität-Gesamthochschule Paderborn, Paderborn 1998


 

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