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Leibniz Universität Hannover


Geschichte


Am 2. Mai 1831 eröffnete die Höhere Gewerbeschule im Hause des Essigfabrikanten Bornemann, Marktstraße 60, mit 64 eingeschriebenen Schülern ihren Lehrbetrieb.


Lehrgegenstände
waren:

  • reine und angewandte Mathematik
  • praktische Geometrie
  • Baukunst
  • Maschinenlehre
  • Naturgeschichte
  • Physik
  • theoretische und praktische Chemie
  • Technologie
  • Zeichnen
  • Bossieren
  • Buchhalten

Als Direktor hatte man den 27jährigen Karl Karmarsch aus Wien gewinnen können. 1837 konnte die Schule in das für sie neu errichtete Gebäude an der Georgstraße umziehen, dorthin, wo heute das Kröpcke-Center steht.

Die erste Anregung zur Errichtung der Lehranstalt war von der im Jahre 1828 durch Königliche Verordnung eingesetzten ’Gewerbekommission’ ausgegangen, die die Hauptursache des unvollkommenen Betriebes wichtiger Industriezweige in Hannover in dem Mangel zweckmäßiger Lehranstalten zu finden glaubte. Die Erkenntnis des Kausalzusammenhanges zwischen technischem Fortschritt und technischer Bildung war wesentliche Voraussetzung zur Gründung der Höheren Gewerbeschule. Bis in die Mitte der vierziger Jahre verharrte die Schule allerdings in ihren eher bescheidenen Verhältnissen, die Lehrfächer blieben im wesentlichen dieselben. Die Wirksamkeit der Schule erstreckte sich während dieses Zeitraumes ganz vornehmlich auf die Vorbildung für die gewerbliche Tätigkeit.

Entscheidend für den weiteren Ausbau der Anstalt wurde der Beginn des Eisenbahnbaus in Hannover im Jahre 1842. 1843 überstieg die Gesamtzahl der Teilnehmer am Unterricht zum ersten Mal die Zahl 200, 1844 waren es bereits 280 Schüler. Der Lehrplan erfuhr in der Folgezeit tiefgreifende Veränderungen, die Höhere Gewerbeschule wurde in wenigen Jahren zu einer Lehranstalt höheren Ranges umgewandelt. 1847 erhielt die Höhere Gewerbeschule den Namen ’Polytechnische Schule’, eine Bezeichnung, die man 1831 in unmittelbarer Nähe der Junirevolution vermieden hatte, da der Name an die berühmte Pariser Ecole Polytechnique erinnert hätte.1853 hatte sich die Zahl der Unterrichtsfächer gegenüber dem Lehrplan von 1845 fast verdreifacht, vor allem das Bauwesen war ausgebaut worden. 1854/55 richtete Heeren ein chemisches Laboratorium ein, das damals als eines der modernsten und größten in Deutschland angesehen wurde. Die Feier zum 25jährigen Bestehen der hannoverschen Anstalt wurde zu einer selbstbewussten und stolzen Demonstration des bisher Erreichten.

1866 erfolgte die Annexion Hannovers durch Preußen. Ab 1868 wurden die Anforderungen an die Vorbildung der Studierenden verschärft. Dennoch trat noch immer eine Anzahl von Studierenden mit einem geringen Maß an Allgemeinbildung ein und erlangte erst durch den Besuch der 1849 eingerichteten Vorschule die genügende Ausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften. 1875 trat der Direktor und Begründer der Schule Karl Karmarsch in den Ruhestand. Der Besuch der Schule hatte mit 868 Studierenden und Hospitanten seinen damaligen Höhepunkt erreicht.

Nachfolger Karmarschs wurde Launhardt. Mit seinem Amtsantritt begann die Periode eines forcierten Ausbaus der Polytechnischen Schule zur Technischen Hochschule. Mit dem Schluss des Schuljahres 1875/76 wurde die Aufhebung der Vorschule verfügt und als normale Vorbildung für die Aufnahme das Reifezeugnis eines Gymnasiums, einer Realschule erster Ordnung oder einer Provinzialgewerbeschule verlangt. 1876 begann man mit der Reform des Studienplans: Eine größere Erweiterung und Vertiefung des eigentlichen Fachstudiums wurde angestrebt.

1879 bezog die Polytechnische Schule das zu diesem Zweck umgebaute ehemalige Welfenschloss.

Am 1. April 1879 erhielt die Schule die amtliche Benennung ’Königliche Technische Hochschule’.

Das Jahr 1880 brachte der Schule mit der vollen Hochschulverfassung die Einführung des Wahlrektorats und die Gliederung in fünf Abteilungen für:

  • Architektur
  • Bauingenieurwesen
  • Chemie und Elektrotechnik
  • Maschineningenieurwesen
  • Allgemeine Wissenschaften

1884 wurde eine neue Habilitationsordnung für Privatdozenten eingeführt. Die Gleichstellung mit den Universitäten erlangten die Technischen Hochschulen im Oktober 1899, als Wilhelm II. den preußischen Hochschulen das Promotionsrecht verlieh. Gleichzeitig erhielten sie das Recht, den Grad eines Diplomingenieurs zu verleihen. Dem wachsenden Bedarf an Laboratorien und anderen technischen Einrichtungen, hervorgerufen durch die rasante Entwicklung der experimentellen Natur- und Ingenieurwissenschaften, kam man vor und nach dem Ersten Weltkrieg durch die Einrichtung mehrerer großer Gebäudekomplexe nach. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte in Hannover, ebenso wie bei allen anderen deutschen Hochschulen, ein ungeheuerer Andrang von seiten der aus dem Felde zurückkehrenden Soldaten und Berufsoffiziere. Hatte die Zahl der Studierenden im letzten Vorkriegssemester bei 998 gelegen, so erreichte sie 1921 mit 3.000 ihren Höhepunkt. Besonders hoch war die Zunahme in den Bereichen Maschinenwesen und Elektrotechnik: Die Anzahl der Studierenden betrug 1925 allein 1.464 gegenüber 2.112 insgesamt.

Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg setzten Bestrebungen zu einer Hochschulreform der Technischen Hochschulen in Gang.

1922 erfolgte die Aufhebung der bisherigen Abteilungen und die Neugliederung in drei Fakultäten für allgemeine Wissenschaften, insbesondere Mathematik und Naturwissenschaften, für Bauwesen (Architektur und Bau- und Ingenieurwesen) und für Maschinenwesen (und Elektrotechnik).

Seit Mitte der 20er Jahre zeichnete sich eine zunehmende Rechtsradikalisierung der hannoverschen Studentenschaft ab, die in dem zu trauriger Berühmtheit gelangten ’Fall Lessing’ kulminierte. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund konnte allerdings bei den Wahlen 1929 nur 5% der Stimmen und 1930 15% gewinnen. 1932 betrug die Mitgliederzahl hier nur 85 bei einer Studentenzahl von 1.800. Nach 1933 wurde auf der personellen Ebene die ’Gleichschaltung’ der Hochschule durch die politisch motivierte Entlassung eines Teils des Lehrkörpers vorangetrieben. Das ’Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums’ (7. April 1933) schuf die Möglichkeit, alle Beamten ’nichtarischer’ Herkunft in den Ruhestand zu versetzen. Seit 1934 wurde das ’Führerprinzip’ in der Hochschule eingeführt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile der Technischen Hochschule durch Luftangriffe beschädigt, von den mittlerweile insgesamt 23 Einzelgebäuden waren fünf total und die restlichen mehr oder weniger stark zerstört. Die Aufbau- und Aufräumungsarbeiten nach dem Krieg waren nur durch die aktive Beteiligung der Studierenden möglich. Der Ausbau von Hörsälen erfolgte durch die Opferbereitschaft der Mitglieder des 1921 gegründeten Fördervereins der Hochschule, der Hannoverschen Hochschulgemeinschaft. Einige Hörsäle tragen noch heute die Namen der Mäzene, die ihren Wiederaufbau finanzierten.

Das Arbeitsgebiet der Technischen Hochschule erweiterte sich 1951 durch die Einrichtung einer Abteilung für Schiffbau in der Tradition der ehemaligen TH Danzig und 1952 durch die Integration der bisherigen Hochschule für Gartenbau und Landeskultur als vierte Fakultät.

Nachdem 1964 eine Rahmenvereinbarung zur Neuordnung des Unterrichts in der Oberstufe der Gymnasien verabschiedet worden war, entwickelte sich der Bereich der Lehrerausbildung zum Schlüsselproblem aller weiteren hochschulpolitischen Ausbaupläne. Die bis 1967 fast konstant bei 4.000 - 5.000 liegenden Studentenzahlen stiegen explosionsartig an und erreichten 1978/79 die Zahl 18.000. 1968 erfolgte die Integration der Pädagogischen Hochschule für Gewerbelehrer/-innen. Im gleichen Jahr trug man dem Strukturwandel der Hochschule durch die Umbenennung in Technische Universität Rechnung, gleichzeitig erfolgte die Gründung der fünften Fakultät für Geistes- und Staatswissenschaften (später Sozialwissenschaften).

Im März 1968 gab sich die Technische Universität eine ’Vorläufige Verfassung’, die, von zeitbedingten Anpassungen abgesehen, bis zum Inkrafttreten des Niedersächsischen Hochschulgesetzes 1978 galt. 1973 entstand die sechste Fakultät für Rechtswissenschaften und 1974 kam die siebte Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hinzu.

1978 erfolgte die Integration der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen/Abteilung Hannover.

Mit Inkrafttreten des Niedersächsischen Hochschulgesetzes vom 1.10.1978 erhielt die Technische Universität den Namen Universität. Am 30. Mai 1979 wählte sie ihren ersten Präsidenten. Im Sommer 1982 wurde vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine Grundordnung für die Universität genehmigt; sie hat die vorläufige Verfassung abgelöst und gilt derzeit in der 1996 novellierten Fassung. Der Hochschulorganisationsplan hob die klassischen Fakultäten auf und gliederte die Universität neu.

Ab 1.4.1997 existieren:

  • 16 Fachbereiche
  • 1 Fakultät
  • 11 Zentrale Einrichtungen
  • 5 Sonderforschungsbereiche


Die Universität Hannover heute


Die Universität Hannover ist heute eine modern ausgerichtete, zukunftsorientierte Hochschule. Die Daten der Hochschule zeugen von ihrer Leistungsfähigkeit: Aus anfangs 64 Schülern der 1831 gegründeten Höheren Gewerbeschule zu Hannover sind inzwischen rund 28.000 Studierende geworden.

Die Universität Hannover ist, was die Zahl der Studierenden betrifft, seit 1990 die größte Hochschule Niedersachsens. 3.500 Beschäftigte, darunter rund 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, arbeiten hier. 16 Fachbereiche mit über 160 Instituten bieten eine Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen von den Natur- und Ingenieurwissenschaften über die Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis hin zu Gartenbau und zur Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung.

Die Attraktivität Hannovers liegt nicht nur in der Vielfalt von 50 Studienfächern, sondern auch in der Besonderheit des Studienangebots. Studiengänge wie Gartenbau, Landschafts- und Freiraumplanung, Biochemie sowie das Lehramt an berufsbildenden Schulen und Sonderschulen bieten neben Hannover nur wenige andere deutsche Hochschulen an.


 

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