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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg



Gründung und Entwicklung

Die Universität, 1973 gegründet, ist eine der jungen wissenschaftlichen Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ging aus der Pädagogischen Hochschule hervor. Ihr Fächerspektrum umfaßt Sozial-, Kultur-, Erziehungs-, Sprach-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften sowie Mathematik und Informatik. Innerhalb von 20 Jahren stieg die Zahl der Studierenden von 2500 (1973) auf über 13.000 (1993). 1500 Menschen haben in der Universität ihren Arbeitsplatz, davon sind 200 Professorinnen und Professoren. Zwischen 1981 und 1984 wurden mit einem Aufwand von 300 Millionen DM eine neue Bibliothek, Sportanlagen und eine Mensa sowie für die Naturwissenschaften und den Fachbereich Mathematik modernste Lehr- und Forschungseinrichtungen geschaffen. Der naturwissenschaftliche Baukomplex gilt als einer der schönsten Hochschulneubauten, die in der Bundesrepublik entstanden sind. Er wurde mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet.

Internationale Beziehungen

Mit mehr als 50 Hochschulen in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Frankreich, den Niederlanden, Polen, Bulgarien, Rußland und Tunesien ist die Universität durch Kooperationsverträge verbunden, die den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden und die Zusammenarbeit in der Forschung vorsehen. Zu diesen Universitäten gehören die Rijksuniversiteit te Groningen (Niederlande), die Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torún (Polen), die Towson State University und die Indiana University (USA) sowie die Universität Novosibirsk (Russland).

Umwelt- und Energieforschung

Die Umwelt- und Energieforschung gehört zu den herausragenden interdisziplinären Schwerpunkten der Universität. Früher als an vielen anderen wissenschaftlichen Einrichtungen engagierten sich Oldenburger Biologen, Physiker; Chemiker, aber auch Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Sozialwissenschaftler, Geographen, Raumplaner u.a. in diesem Bereich.
1987 führte das Engagement in der Meeresforschung zur Einrichtung des interdisziplinär angelegten Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), das ein Bestandteil der Konzeption der Bundesregierung zur Rettung der Meere ist und insbesondere küstennahe Gewässer erforscht. In dem Institut, für das Gebäude in Oldenburg und Wilhelmshaven entstehen (Fertigstellung 1994, Kosten: 40 Mio. Mark), arbeiten Biologen, Chemiker; Physiker und Mathematiker zusammen.

Graduiertenkolleg

Das interdisziplinär angelegte Graduiertenkolleg "Psychoakustik: Schallwirkung und Schallbewertung" ist Bestandteil der Umweltforschung. Graduiertenkollegs werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert, um Nachwuchswissenschaftlern Oualifikationen in besonders wichtigen Gebieten durch Vergabe von Stipendien zu ermöglichen. Ein solches Ziel hat auch der vom Evangelischen Studienwerk Villigst e.V. an den Universitäten Oldenburg und Bremen eingerichtete Promotionsschwerpunkt "Räumlicher und sozialer Wandel", in dessen Rahmen jährlich bis zu zwölf Promotionsstipendien vergeben werden können.

Informatik

Mit der Einrichtung eines Fachbereichs Informatik wurde 1985 das Fächerspektrum um eine zukunftsweisende Disziplin erweitert. Der Fachbereich Informatik versteht sich als ingenieurwissenschaftliche Disziplin und setzt in Forschung und Lehre den Schwerpunkt auf Systemtechnik und ihre Anwendungen. Forschungsergebnisse münden in so unterschiedliche Anwendungen auf den Gebieten Gesundheitswesen/Medizin, Multimedia-Informationsdienste und CAD, Telekommunikation, Mikroelektronik, Verkehrstechnik, Betriebswirtschaft sowie Umwelt. Das 1991 gegründete Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatikwerkzeuge und -systeme (OFFIS) bietet die Basis für zahlreiche regionale, nationale und internationale Kooperationen in diesen Anwendungsgebieten.

Lehrerausbildung

Die Lehrerausbildung spielt an der Universität, deren Vorläufer eine Pädagogische Hochschule mit ihrer über 200jährigen Geschichte war; eine traditionell große Rolle. Bereits 1793 wurde in Oldenburg eines der ersten Lehrerseminare in Deutschland eingerichtet. Heute werden in Oldenburg Lehrer und Lehrerinnen aller Schulformen ausgebildet - von der Grundschule bis zum Gymnasium und der berufsbildenden Schule. Etwa ein Viertel aller Studierenden der Universität strebt das Lehramt an.

Kunst und Musik

Die Fächer Kunst und Musik haben sich neben ihrer Ausbildungsfunktion im Bereich des Lehramts- und Magisterstudiums als besonders stimulierend auf das Kulturleben der Universität und der Region ausgewirkt. In der Musikausbildung spielen die Neue Musik und die sogenannte U(nterhaltungs)-Musik eine besondere Rolle. Im Fach Kunst wird größter Wert auf die Gleichgewichtigkeit von Theorie und Praxis in der Ausbildung gelegt.

Hochschul- und Freizeitsport

Seit Gründung der Universität besteht der Lehr- und Forschungsschwerpunkt Freizeitsport. Ausdruck dafür sind die modellhaften Sportanlagen, die sich mehr an den Bedürfnissen des Breiten- als an denen des Spitzensports orientieren. Das gilt auch für den Hochschulsport, der für die Bevölkerung offen ist. Wöchentlich nehmen mehr als 5000 Menschen an den Kursen teil, die von Aikido, Bauchtanz und Meditation über Jonglieren und Yoga bis hin zu den traditionellen Sportarten ungewöhnliche Vielfalt bieten
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Weiterbildung

Der Weiterbildung an deutschen Universitäten wird angesichts dynamisch wachsender wissenschaftlicher Erkenntnisse und der raschen Veränderungen in der Arbeitswelt eine immer größere Bedeutung zugemessen. Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) wurde zu diesem Zweck bereits 1974 eingerichtet. In der Weiterbildung engagiert sich auch das Fernstudienzentrum (ZEF), das u.a. Studierende der Fern-Universität Hagen betreut. Das Zentrum fur pädagogische Berufspraxis (ZpB) bietet Lehrerfortbildungsprogramme an.

Bibliothek und Medien

Die Freihandaufstellung der Universitätsbibliothek ermöglicht den Nutzern den direkten Zugang zu 95 Prozent des gesamten Bestandes, der 1 .000.000 Bände und 7.600 Fachzeitschriften umfaßt. Die Mediothek, die zur Bibliothek gehört, ist mit 3.500 Filmen, 10.000 Videokassetten und 20.000 Schallplatten und CD`s die mit Abstand größte im Bereich bundesdeutscher Universitäten. Über eine Million Ausleihen und 465.000 Besucherinnen und Besucher registrierte die Bibliothek im Jahr 1993. Wichtig für den heutigen Wissenschaftsbetrieb sind auch medientechnischen Anlagen, über die die Bibliothek in großem Umfang verfügt. Die modernen Studios und Geräteausstattungen ermöglichen Fernsehproduktionen zu Lehr- und Forschungszwecken. Eine Breitbandverkabelung aller Universitätskomplexe gestattet die Übertragung von Fernsehproduktionen in jeden Hörsaal und Seminarraum.
 

Carl von Ossietzky (1889 - 1938)

Der gescheiterte Schüler Carl von Ossietzky, am 3. Oktober 1889 in Hamburg geboren und dort unter ärmIichen Bedingungen aufgewachsen, begann seine journaIistische Karriere nebenberuflich, als er Hilfsschreiber bei der Justizverwaltung in Hamburg war. 1911 begann er für das republikanisch orientierte Wochenblatt Das freie Volk zu schreiben - mit antimilitaristischer Tendenz. Das Engagement trug ihm 1914 die erste strafrechtliche Verurteilung wegen Beleidigung der Kriegsgerichtsbarkeit ein. Nach dem ersten Weltkrieg, zu dem er 1916 eingezogen worden war wurde er 1919 in Berlin Sekretär der pazifistischen Deutschen Friedensgesellschaft und arbeitete als Journalist für die Berliner Volkszeitung, die Weltbühne und Das Tage-Buch. 1927 wurde von Ossietzky, als Nachfolger von Siegfried Jacobsohn und Kurt Tucholsky, Leiter der Weltbühne. Die Iinksintellektuelle Wochenzeitschrift erreichte zwar nie hohe Auflagen (15.000), fand aber in politischen Kreisen der Weimarer Republik große Beachtung, weil sie als unabhängiges Blatt mit radikaler Kritik gegen Restaurierungstendenzen zu Felde zog - an ihrer Spitze Carl von Ossietzky. Viele Intellektuelle benutzten sie als Forum - darunter Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch, Erich Kästner, Erich Mühsam, Stefan und Arnold Zweig, Ernst Bloch.

In der Nacht des Reichstagsbrandes am 27. Februar 1933 wurde der Republikaner, der die Flucht vor den Nationalsozialisten abgelehnt hatte, von der Gestapo verhaftet. Über drei Jahre verbrachte er in den Konzentrationslagern Sonnenburg und Esterwegen (Emsland). 1936 wurde er auf Weisung Hitlers freigelassen, als seine von zahlreichen Politikern, Künstlern und Intellektuellen betriebene Nominierung für den Friedensnobelpreis durch die deutsche Reichsregierung nicht mehr zu verhindern war. Im Dezember 1936 wurde ihm der Nobelpreis verliehen. Erholen konnte der Publizist sich von der über dreijährigen Haft allerdings nie. Am 4. Mai 1938 starb er in Berlin an den Folgen der im KZ Esterwegen erlittenen Folterungen. Er hinterließ seine aus England stammende Frau Maud, die 1974 in Berlin starb, und seine Tochter Rosalinde, die heute in Schweden lebt und Ehrenbürgerin der Universität ist.


 

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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