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Universität Konstanz


Vorgeschichte

Die Universität Konstanz gehört zu den neueren in der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Geschichte beginnt in einer Zeit, in der eine unruhig gewordene Jugend nicht nur den Umbruch von Strukturen forderte, sondern auch verstärkt in die Hochschulen drängte. Die Gründung der Universität Konstanz hat viele Mütter und Väter; vorangetrieben wurde sie jedoch vor allem von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten und nachmaligem Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Dessen erste überlieferte Äußerung zu einer Universität am Bodensee datiert aus dem Jahr 1959, der Beschluss zur Gründung in Konstanz erfolgte Anfang 1964. Ein Gründungsausschuss entwickelte danach innerhalb eines Jahres ein Konzept einer "Reformuniversität", mit der neue Formen von Studium, Lehre und Forschung verwirklicht werden sollten.


Gründung

Der Beginn war provisorisch: 1966 nahm die Universität in einem Trakt des Konstanzer Inselhotels, einem ehemaligen Dominikanerkloster, ihre Arbeit auf - mit dem Sonnenbühl, am Rande des rechtsrheinischen Stadtteils Petershausen, eine Handvoll Professoren und einigen Dutzend Studierenden. Ab 1967 wurde auf dem die "Vorstufe" zur eigentlichen Universität errichtet und zwei Jahre später in Betrieb genommen. Heute beherbergt der Sonnenbühl Wohnheime für über siebenhundert Studierende und Wohnungen für zahlreiche Bedienstete; eine frühere Behelfs-Mensa wird heute als Kindergarten genutzt, und auch die Forschung ist noch in vier Laborgebäuden anzutreffen.

1966 wurde der Grundstein auf dem benachbarten Gießberg, dem heutigen Universitätsgelände, gelegt; der Sprung dorthin erfolgte 1972. Die Universität auf dem Gießberg war als Lebens- und Arbeitsort geplant, an dem neue Formen von Forschung und Lehre auch ihren baulichen Ausdruck finden sollten. Dies wurde zum Beispiel erreicht durch eine verdichtete Bebauung, die kurze Wege sicherte, durch den Verzicht auf große Hörsäle zugunsten einer Vielzahl von Seminarräumen, die einen Unterricht in kleinen Gruppen ermöglichen sollten, und durch die sinnvolle Abwechslung zwischen Arbeitsbereichen, Verkehrsflächen und Ruhezonen. Hinzu kam die kühne Idee, durch "Kunst und Bau" bleibende Akzente zu setzen und so die Entstehung einer öden Betonlandschaft wirkungsvoll zu verhindern. So entstand - mit Blick auf Bodensee und Insel Mainau - eine der wenigen "Campus-Universitäten" in der Bundesrepublik. Reformkonzept

Im Mittelpunkt des inhaltlichen Konzepts der Universität stand die Maxime einer Entwicklung der "Lehre aus Forschung" und die Forderung, Wissenschaftlern möglichst ungehindert Gelegenheit zur Forschung und zur Lehre zu geben. Dies führte in Konstanz zum Modell einer Hochschule, die Althergebrachtes und Vertrautes mit großem Elan über Bord warf: An die Stelle ehrwürdiger Institute traten Fachbereiche als Einheit von Forschung und Lehre; eine zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen für Technik, Rechnerbetrieb und Sprachausbildung und neuartige Formen der Selbstverwaltung lösten überkommene Strukturen traditioneller Universitäten ab. Ausdruck des neuen Geistes war auch die Einrichtung einer zentralen, frei zugänglichen Bibliothek.


Studium

Beispielhaft für die Reform des Studiums an der Universität Konstanz war die frühzeitige Begrenzung der Studienzeit, verbunden mit einer klaren Gliederung sämtlicher Studiengänge, einem vorwiegend studienbegleitenden Prüfungssystem und nicht zuletzt einer Änderung der Lehrorganisation. An die Stelle der bis dahin gängigen Frontalvorlesung als Instrument der Wissensvermittlung trat das Kurssystem, das Elemente von Vorlesung und Seminar durch die Arbeit in kleinen Gruppen verband. Aus der Forderung nach interdisziplinärem Lernen entstand in Konstanz das (1994 aufgegebene) Sozialwissenschaftliche Grundstudium, aus dem Ruf nach mehr Praxisbezug die Verwaltungswissenschaft und später die sogenannte "einstufige" Juristenausbildung, die großen Zuspruch fand und sich trotzdem auf die Dauer nicht halten konnte.


Entwicklung
 

Ursprünglich für 3.500 Studierende konzipiert, verzeichnete die Universität rasch eine starke Aufwärtsentwicklung. Zehn Jahre nach dem Startschuss auf dem Gießberg waren bereits über 5.000 Studierende eingeschrieben, und bis heute hat sich diese Zahl noch einmal auf über 10.000 verdoppelt. Diese hohen Zuwachsraten sind sicher nicht nur Ergebnis einer allgemein gestiegenen Nachfrage nach Studienplätzen; sie resultieren sicher auch aus der Attraktivität des Konstanzer Studienangebots. Gelehrt wird in Konstanz in über 40 Fächern der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Dagegen sind die Humanwissenschaften, die Theologie, die Technikwissenschaften und die land- und forstwissenschaftlichen Fächer auf dem Gießberg nicht vertreten. Trotz dieses beschränkten Fächerkanons ist es der Universität gelungen, attraktive Schwerpunkte zu setzen und sinnvolle Ergänzungen vorzunehmen.

Beispiele dafür sind die Sportlehrerausbildung, die Studienschwerpunkte Ökologie und Limnologie innerhalb des Fachs Biologie, die Kunst- und Medienwissenschaft, die (geplante) Informatik und die Aufbaustudiengänge Informationswissenschaft und Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Außerdem konnten an der Universität Graduiertenkollegs für Biochemische Pharmakologie und für Literaturtheorie eingerichtet werden. Im Gegensatz dazu musste die Universität bei ihrer baulichen Entwicklung starke Abstriche machen. Im Jahre 1988 wurde das letzte große Bauprojekt, das Physikgebäude, fertiggestellt. Seither gibt es viele offene Wünsche, jedoch nur wenige konkrete Aussichten, diese angesichts der Finanznot der öffentlichen Hand auch Wirklichkeit werden zu lassen


 

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Weitere Informationen: http://www.uni-konstanz.de