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Philipps-Universität Marburg


Kurze Geschichte der Philipps-Universität Marburg

Die Marburger Universität zählt zu den traditionsreichen deutschen Hochschulen. 1527 wurde sie im Zuge der Reformation von dem damals 23-jährigen Landgrafen Philipp dem Großmütigen als zweite protestantische Universität gegründet (die älteste protestantische Universität hat 1526 bis 1530 im schlesischen Liegnitz bestanden). Mit elf Professoren und 84 Studenten begann am 1. Juli 1527 in den bisherigen Klostergebäuden der Stadt das "universale studium Marburgense", das dem "christlichen Nutzen und der gemeinen Landschaft zum Besten gelehrte, geschickte und gottesfürchtige Leute, Prediger und Amtsleute" heranbilden sollte. Neben der führenden Theologischen Fakultät gab es von Anfang an eine Juristische, eine Medizinische und eine Philosophische Fakultät.
In den ersten drei Jahrhunderten der wechselvollen Universitätsgeschichte schwankte die Studentenzahl stets zwischen 30 und 300. Der große Aufschwung - auch für die Stadt selbst - setzte erst ein, als Hessen 1866 von Preußen annektiert und die Philipps-Universität königlich preußische Universität wurde. Innerhalb von 20 Jahren vervierfachte sich die Zahl der Marburger Studierenden. Die Hochschule expandierte auch flächenmäßig und bezog die Kliniken und naturwissenschaftlich-medizinischen Institute des Nordviertels. Die sogenannte Alte Universität am Rudolphsplatz, im Stil der Neugotik gestaltet, wurde 1879 auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters fertiggestellt. Ein Jahrzehnt später kam die Aula mit ihren Wandgemälden zur Stadt- und Universitätsgeschichte hinzu. Über 1000 Studierende wurden erstmals 1887 registriert, 2000 im Jahre 1909 und 3000 unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg.
Ihre entscheidende Expansion erlebte die Philipps-Universität - wie die meisten Hochschulen - nach 1960, als immer mehr Abiturienten ins Studium strebten. Parallel dazu - wenn auch nicht in derselben Relation - wurde das Lehrpersonal erweitert und neue Gebäude für die Fachbereiche errichtet: u. a. das Auditoriengebäude, die geisteswissenschaftlichen Institute an der Lahn und die Universitätsbibliothek ebenso wie die zentrale Mensa, das Studentendorf und das Konrad-Biesalski-Haus als erstes Wohnheim für körperbehinderte Studierende in der Bundesrepublik. Außerdem entstand als zweites Zentrum der Universität das Neubaugebiet auf den Lahnbergen, wo die meisten Naturwissenschaften untergebracht sind. Auch das neue Klinikum wurde hier errichtet.
Lang ist die Liste bedeutender Wissenschaftler, deren Namen mit der über 460jährigen Geschichte der Philipps-Universität verbunden sind - zum Beispiel:

  • Denis Papin, der aus Frankreich stammende Naturforscher und Erfinder,

  • Christian Wolff, der Aufklärer, dessen Vorlesungen zu allen Wissensgebieten viele Studenten, auch aus dem Ausland, nach Marburg zogen,

  • der Universalgelehrte Johann Heinrich Jung, genannt Stilling, Begründer und Mitglied des Staatswissenschaftlichen Instituts,

  • der Rechtshistoriker Friedrich Carl von Savigny,

  • der Chemiker Robert Bunsen,

  • der Neukantianer Hermann Cohen,

  • der Physiker Karl-Ferdinand Braun, Erfinder der Braunschen Röhre,

  • der Geophysiker Alfred Wegener, der in Marburg die Theorie von der Kontinentalverschiebung entwickelte,

  • Emil von Behring, Begründer der Serumheilkunde und erster Nobelpreisträger für Medizin (1901),

  • der Existentialphilosoph Martin Heidegger und

  • der Neutestamentler Rudolf Bultmann, führender Vertreter der Entmythologisierung des Christentums.

Aus dem großen Kreis Marburger Studenten, die Berühmtheit erlangten, seien hervorgehoben:

  • der Komponist Heinrich Schütz,

  • der russische Universalgelehrte und spätere Gründer der Moskauer Universität, Michail Lomonossow, der 1740 eine Marburgerin heiratete,

  • die Brüder Grimm,

  • der spanische Philosoph Ortega y Gasset,

  • die Dichter Boris Pasternak und

  • Gottfried Benn,

  • der Philologe Konrad Duden, Wegbereiter der deutschen Einheitsrechtschreibung,

  • der Physiker Otto Hahn,

  • der Chirurg Ferdinand Sauerbruch,

  • der Theologe Karl Barth sowie

  • die Politiker Wilhelm Liebknecht,

  • Rudolf Breitscheid und

  • Gustav W. Heinemann, der mit dem später weltweit sehr geachteten Politischen Ökonomen Wilhelm Röpke befreundet war.

  • Zu den ersten Frauen, die seit 1908 zum Studium zugelassen wurden, zählte Gertrud von Le Fort. Heute sind über 47 % der Marburger Studierenden weiblichen Geschlechts.

"Marburg an der Lahn verdanke ich wenigstens die Hälfte meiner Hoffnungen und vielleicht meine ganze denkerische Zucht", schrieb Ortega y Gasset über seine Studienzeit an der Philipps-Universität - ein Wort, das für die Alma mater philippina nach wie vor Ansporn ist, ihr wissenschaftliches Profil weiterzuentwickeln und zu verbessern.


 

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