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Universität Vechta

Geschichte der Universität Vechta

Die lange Tradition der Universität in Vechta begann am 2. August 1830 mit der Einrichtung einer Normalschule durch das Großherzogtum Oldenburg. Aufbauend auf den Konzepten des münsterschen Reformpädagogen Bernard Overberg (1754-1826) sollte mit der Gründung die qualifizierte Lehrerausbildung für die katholischen Gebiete Südoldenburgs gesichert werden. Die neue Einrichtung entwickelte sich schnell und passte sich den wechselnden Anforderungen an. So dauerten die angebotenen Kurse zunächst nur drei Monate, aber schon 1837 wurde der erste einjährige Kursus angeboten, um den gestiegenen Ansprüchen gerecht zu werden. Diese Tendenz setzte sich durch, und ab 1856 wurden nur noch Einjahreskurse abgehalten.

Trotz verschiedener weiterer Reformen war das Normalschulkonzept ab Mitte des 19. Jahrhunderts überholt. Die Staatsregierung Oldenburg eröffnete daher in Vechta am 1. Mai 1861 ein katholisches Schullehrerseminar. Durch diese Gründung wurde die Ausbildung dem in anderen deutschen Staaten üblichen Standard angepasst; neue Lehrkräfte wurden eingestellt, das Seminar erhielt 1864 ein eigenes Gebäude und zusätzliche Lehrmittel. Außerdem wurde eine eigene Übungsschule eingerichtet, die den Praxisbezug der Seminarausbildung sicherstellen sollte.

Nach der Reichsgründung 1871 wuchs das Bestreben, den Standard der Lehrerausbildung in Oldenburg derjenigen in Preußen anzugleichen. Auch in Vechta mussten das Seminar und seine Kurse angepasst werden: Weitere Lehrkräfte wurden eingestellt, die Gebäude wurden ausgebaut und die Dauer der Ausbildung auf drei Jahre erhöht. Gleichzeitig stieg auch allmählich die Zahl der so genannten ''Zöglinge''. Bis zum 1. Weltkrieg erhöhte sich die Dauer der Kurse noch mehrmals, so dass ab 1906 eine Ausbildung zum Volksschullehrer sechs Jahre dauerte. Allerdings war das Eintrittsalter der Studenten mit etwa 15 bis 16 Jahren im Vergleich zu heute auch relativ niedrig.

Die Umwandlung Oldenburgs in einen Freistaat und die Schaffung der Weimarer Republik brachten wiederum eine Reform der Lehrerausbildung mit sich. Nach langen Diskussionen um Standorte und Inhalte wurde am 1. Mai 1928 der ''Pädagogische Lehrgang'' in Vechta eröffnet. Die Studiendauer betrug nun vier Jahre und verlangte das Abitur als Zugangsvoraussetzung. Das Studium war inhaltlich sehr breit gefächert, so dass die Volksschullehrerausbildung deutlich an Niveau gewann. Allerdings konnten wegen der extrem schlechten öffentlichen Finanzsituation zur Zeit der Weltwirtschaftskrise nicht alle Reformvorhaben verwirklicht werden. 1933 wurde der Lehrgang in Oldenburg und in Vechta aufgehoben.

Nur ein kurzes Leben war der von den Nationalsozialisten eingerichteten ''Oldenburgischen Lehrerbildungsanstalt Vechta'' beschieden, die 1940 eingerichtet wurde. Die neue Einrichtung mit Internat wurde als NS-Kaderschmiede betrieben. Diese Umorganisation war ein völliger Fehlschlag: Es gelang keinem einzigen Kandidaten vor Ende des 2. Weltkriegs den Abschluss zu machen.

Die Kapitulation Deutschlands, die Zuständigkeit der britischen Militärregierung in Oldenburg und die Gründung Niedersachsens 1947 brachten für die Lehrerausbildung in Vechta grundsätzliche Veränderungen. Am 19. März 1946 wurde zunächst die ''Staatliche Pädagogische Akademie Vechta'' eröffnet, die 1947 vom Land Niedersachsen als ''Pädagogische Hochschule'' übernommen wurde. Im Zuge der häufigen Bildungsreformen in der Bundesrepublik Deutschland änderten sich die Verhältnisse jedoch noch mehrmals. Am 1. April 1969 wurden die acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen zur ''Pädagogischen Hochschule Niedersachsen'' zusammengefasst. Vechta hatte damals bereits einen Sonderstatus, da mit dem Niedersachsenkonkordat vom 26. Februar 1965 der Katholischen Kirche für diesen Standort die Ausbildung katholischer Lehrer garantiert worden war.

Im Zuge des niedersächsischen Hochschulausbaus wurde die Einrichtung in Vechta am 5. Dezember 1973 als Abteilung in die neu gegründete Universität Osnabrück eingegliedert. Zugleich wurde, abgesehen von der Religionslehrerausbildung, die Hochschule entkonfessionalisiert. Somit war nun die ''Universität Osnabrück, Abteilung Vechta'' entstanden, deren Konzept einer Universität in zwei Städten schon bald an seine Grenzen stieß. Obwohl die Lehramtsbereiche erheblich erweitert und neue Studiengänge eingeführt wurden, machten zunehmende Kompetenzstreitigkeiten, ständige Bevormundungen und häufige Eingriffe des größeren Standortes in die Belange Vechtas eine gedeihliche Zusammenarbeit auf Dauer unmöglich. Zwar wurde die Selbständigkeit Vechtas gegenüber Osnabrück durch Änderungen des Niedersächsischen Hochschulgesetzes gestärkt, eine gemeinsame Orientierung in der Sache konnte aber nie erreicht werden.

Als die neu gewählte niedersächsische Landesregierung im Herbst 1990 ihre Absicht bekundete, den Standort Vechta zu schließen, schien das Ende der akademischen Ausbildung in Vechta gekommen. Entschiedene Proteste des Universitätsstandortes, der gesamten Südoldenburger Region und nicht zuletzt das Beharren der Katholischen Kirche auf ihrem konkordatär garantierten Recht der Lehrerausbildung in Vechta ließen die Schließungspläne jedoch scheitern. Zudem setzte ein Zustrom von Studenten nach Vechta ein, der zu einem erheblichen Anstieg der Studentenzahlen führte.

Nach langen Verhandlungen wurde ein neues Konzept für den Universitätsstandort Vechta entwickelt, das am 29. Oktober 1993 in einer Änderung des Konkordats zwischen der Katholischen Kirche und dem Land Niedersachsen besiegelt wurde.

Am 1. Januar 1995 entstand in Vechta erstmalig eine selbstständige Universität mit der Bezeichnung ''Hochschule Vechta''. Diese neue Hochschule war auch hochschulrechtlich eine Innovation; in Vechta wurde erstmalig ein Hochschulrat mit wesentlichen Funktionen für die Hochschulentwicklung eingeführt. Seine Zuständigkeiten wurden im Laufe der Zeit jedoch reduziert. Inzwischen verfügen alle niedersächsischen Hochschulen über einen Hochschulrat.

In der Umsetzung der Ziele aus der Änderung des Konkordats wurden unter der Mitwirkung des Hochschulrates strukturelle Veränderungen durchgesetzt: Die traditionelle Struktur der Fachbereiche wurde durch die Gliederung der Hochschule in Institute abgelöst. Die Studiengangsstruktur der Hochschule wurde geändert: Die grundständigen Studiengänge Gerontologie und Umweltwissenschaften und der Zusatzstudiengang Ökologie, Fachrichtung Naturschutz wurden eingerichtet; die beiden letzteren sind inzwischen ausgelaufen. Zugleich wurden Lehramtsfächer (Chemie, Physik, Sozialkunde) und Magisterstudiengänge (Anglistik, Germanistik) eingestellt.

Weitere Umstrukturierungen haben sich aus der Umsetzung des Strukturkonzepts 2003 der Hochschule Vechta ergeben. Sämtliche Studiengänge werden auf die für ganz Europa vereinbarte Struktur Bachelor und Master umgestellt. Die Fächer im Lehramtsbereich werden an der Hochschule Vechta seit dem Wintersemester 2003/04 im Bachelorstudiengang Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften studiert. Im Wintersemester 2006/07 wurde ein Lehramtsmasterstudiengang (Master of Education, M. Ed.) eingerichtet. Die traditionsreiche Hochschule für die Lehrerausbildung in Vechta hat damit als eine der ersten Universitäten in Niedersachsen die Lehrerausbildung auf eine konsekutive Struktur umgestellt. Neu eingerichtet wurden zum Wintersemester 2006/07 die Bachelorstudien­gänge Gerontologie und Soziale Arbeit, die ebenfalls durch Masterstudien­gänge komplettiert werden (Studienbereich Soziale Dienstleistungen). Hier findet auch der Studiengang Sozialwesen, der derzeit auslaufend von den Lehrenden der ehemaligen Katholischen Fachhochschule Norddeutschland (KFH) betreut wird, nach der Fusionierung der KFH mit der Hochschule Vechta zum Wintersemester 2005/06 seinen neuen Platz.

Den unumstrittenen Höhepunkt ihrer Geschichte erlebte die Hochschule Vechta im Jahr 2010. Mit dem Beschluss des niedersächsischen Landtags zum neuen Hochschulgesetz vom 8. Juni 2010 trägt die Hochschule Vechta von nun an die Bezeichnung ''Universität''. Die Umbenennung wurde am 29. Oktober 2010 mit dem ''Universitätstag'' feierlich begangen.

An der Universität in Vechta sind gegenwärtig etwa 3.300 Studenten immatrikuliert.

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