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Ludwig-Maximilians-Universität München


Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München

Als Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut 1472 mit päpstlicher Genehmigung in Ingolstadt die erste Universität in Bayern gründete, konnte niemand ahnen, daß diese Universität zweimal den Ort wechseln würde und dass sie fünfhundert Jahre später die größte in Deutschland sein würde. Die Universität Ingolstadt erlebte die Blüte des Deutschen Humanismus, spielte eine wichtige Rolle in der Reformation auf der Seite der Gegner Martin Luthers (so u.a. Johannes Eck) und wurde über 200 Jahre stark geprägt vom Jesuitenorden. Sie war eine der wichtigsten Hochschulen im katholischen Teil Deutschlands.

Im Jahr 1800 verlegte Kurfürst Max IV. Joseph (der spätere König Maximilian I.) von Bayern die Universität nach Landshut. Nach ihm und nach Ludwig dem Reichen trägt die Universität den Namen Ludwig-Maximilians-Universität. Obwohl die Universität nur rund ein Vierteljahrhundert in Landshut blieb, hat die Landshuter Periode ihren eigenen Charakter "zwischen Aufklärung und Romantik". 1825/26 belief sich die Studentenzahl auf nahezu 1000; die Landshuter Hochschule zählte damit nach Leipzig, Göttingen, Halle und Berlin zu den größten Hochschulen in Deutschland.

Der Kurfürst wollte die unruhigen Studenten nicht in der Residenzstadt München haben, sein Sohn König Ludwig I. aber holte, mit einer seiner ersten Amtshandlungen, die Universität 1826 nach München. 1840 wurde das heutige Universitätshauptgebäude (Architekt Friedrich von Gärtner) bezogen. Die Studenten dankten es dem König aber schlecht, sie waren maßgeblich daran beteiligt, dass er im Revolutionsjahr 1848 (wegen seiner Geliebten Lola Montez) zum Rücktritt gezwungen wurde.

König Ludwig I. war ein großer Förderer der Universität und hat berühmte Professoren an die Universität geholt. Die Universität wurde schnell zu einem bedeutenden Zentrum der Wissenschaft. 1865 wurden die Naturwissenschaften eine eigene Sektion der Naturwissenschaftlichen Fakultät, 1913 wurde die Tierärztliche Hochschule als Fakultät Teil der Universität. Zwischen 1870 und 1920 erhielt die Universität viele neue Gebäude, u.a. entstanden viele der heutigen Innenstadtkliniken. 1905 hatte die Universität rund 5200 Studierende.

Noch bevor die institutionellen Schwellen Abitur, Promotion, Habilitation für Frauen generell geregelt waren, schaffte die bayerische Offizierstochter Adele Hartmann als erste Frau in Deutschland den akademischen Weg zur Privatdozentur in München. Bis 1918 zählte die Universität München insgesamt 174 weibliche Promotionen mit starker Fächerschwankung; der erste juristische Doktorhut wurde 1927, der erste tiermedizinische 1928 verliehen.

Nationalsozialistische Herrschaft und Kriege bedeuteten auch für die Universität einen gewaltigen Traditionsbruch, so dass sie nach 1945 durch eine neue Gründergeneration aus Schutt und Asche wieder aufgebaut werden musste. 1943 unternahmen die Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", die Geschwister Scholl mit ihren Freunden und Professor Kurt Huber, den Versuch, der Stimme des Gewissens in Deutschland wieder Gehör und Achtung zu verschaffen.

An die sieben hingerichteten Studenten und ihre Lehrer erinnern Mahnmale u.a. im Lichthof der Universität, die Namen von Plätzen ("Geschwister-Scholl-Platz" vor dem Hauptgebäude. "Professor-Huber-Platz" vor dem Fakultätsgebäude der Juristen) und die Benennung der Straßen in der Studentenstadt Freimann.

Die große Aula im Universitätshauptgebäude war im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört geblieben und einer der wenigen nutzbaren großen Säle in München. Die Münchener Philharmoniker gaben dort ab Sommer 1945 mit Eugen Jochum, Hans Knappertsbusch oder Wilhelm Furtwängler viele ihrer Nachkriegskonzerte

Denkwürdig ist auch die Rolle der Aula bei der Konstituierung des neuen bayerischen Staates: In ihr tagten der Beratende Landesausschuss und die verfassunggebende Landesversammlung, wurde die neue bayerische Verfassung beschlossen und konstituierte sich der erste gewählte bayerische Nachkriegslandtag.

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Studierenden unaufhaltsam und erreichte mit über 65 000 im Jahr 1990 ihren bisherigen Gipfel. Jetzt sind rund 62 000 Studierende immatrikuliert. Die Universität erhielt mehrere neue Gebäude und Standorte. Flächenintensive Neubauten in den Bereichen Medizin, Tiermedizin, Biochemie, Physik und Forstwissenschaft wurden seit Mitte der 70er Jahre am Stadtrand in München-Großhadern bzw. nördlich der Stadt in Oberschleißheim, Garching und Freising errichtet. 1972 wurde die bis dahin selbständige Pädagogische Hochschule München-Pasing in die Universität integriert. Zur Zeit entstehen neue Gebäude für die Chemie/Pharmazie in Großhadern und für die Geschichte in der Innenstadt. Um das Klinikum Großhadern soll in Zukunft ein biowissenschaftliches Zentrum entstehen.


 

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