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Universität Regensburg


Zur Entwicklung und Struktur der Universität Regensburg

Mit der Gründung einer Universität in Regensburg ging ein jahrhundertealter Wunsch der Stadt und Ostbayerns in Erfüllung. Bereits im Jahre 1487 brachte Herzog Albrecht IV. von Bayern gemeinsam mit dem Rat der Stadt Regensburg eine Petition beim Papst ein, mit der die Gründung einer Universität zu Regensburg erwirkt werden sollte. Die Bittsteller verwiesen auf die dichte Besiedlung des Landes, seine reichen Erträge, seinen landschaftlichen Reiz und auf die Vielzahl ausgezeichneter Gasthöfe. Trafen die beiden letzten Argumente auch tatsächlich zu, so konnte der Hinweis auf die reichen Erträge allerdings kaum als realistische Darstellung der Lage von Stadt und Land gelten. Regensburg war am Ende des 15. Jahrhunderts bereits in wirtschaftlichem Niedergang begriffen; die Zeit der Blüte als bedeutende Handelsstadt lag längst in der Vergangenheit. So scheiterte das Unternehmen schließlich an den wirtschaftlichen Verhältnissen. Der Papst hatte zwar den Gründungsplänen zugestimmt, nicht aber das Schottenkloster freigegeben, das nach den Vorstellungen der Planer von der Universität bezogen werden sollte.

Erst im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde der Gedanke einer Universitätsgründung wieder aktuell. Nach der Eroberung der Stadt durch die Schweden im Jahre 1633 sollte eine evangelische Universität errichtet werden, ein Gedanke, den Matthias Flacius Illyricus schon 1562 vorgebracht hatte, nicht zuletzt in der Absicht, von hier aus das Gedankengut der Reformation in die slawischen Länder hineinzutragen. Die Besetzung der Stadt durch die kaiserlichen Truppen bereitete diesen Plänen jedoch ein Ende. Erneut rückte die Errichtung einer Universität in greifbare Nähe, als die Verlegung der Universität Landshut vorbereitet wurde. Damals standen Regensburg, das 1810 zum Königreich Bayern gekommen war, und München als neue Standorte zur Wahl. König Ludwig I. entschied zugunsten Münchens.

Zur Gründung einer Universität Regensburg schien es dann in den Jahren unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg zu kommen. Trotz erfolgversprechender Ansätze musste Regensburg aber zunächst weiter auf seine Universität warten. Dem Bemühen vieler Kräfte Ostbayerns, unter ihnen der im Jahre 1948 gegründete Regensburger Universitätsverein, war dann im Jahre 1962 der Erfolg beschieden. Durch Gesetz vom 18.07.1962 wurde vom Bayerischen Landtag beschlossen, in Regensburg eine Universität mit voll ausgebautem Forschungs- und Lehrbetrieb zu errichten. Die neue Universität sollte gleichrangig zwei Aufgaben übernehmen: die bestehenden Universitäten entlasten und die Begabungsreserven der Region Ostbayern erschließen. Mit den ersten Vorbereitungen für die Universitätsgründung betraute die Staatsregierung einen Organisationsausschuss. Dieser legte im Juli 1963 als Ergebnis seiner Bemühungen ein Memorandum vor. Daraufhin berief die Bayerische Staatsregierung ein Kuratorium, das die weiteren Belange der nunmehr entstehenden Universität vertreten sollte. Die eigentliche Strukturplanung lag jedoch in den Händen eines im Mai 1965 berufenen Strukturbeirats unter Vorsitz von Prof. Dr. Hansjochem Autrum.

Im April 1964 nahm die Universitätsbibliothek ihre Tätigkeit auf. Am 1. Oktober 1964 wurde der erste Kanzler, Oberregierungsrat Dietmar Eberth, am 9. Oktober 1964 der Gründungsrektor, Prof. Dr. Götz Freih. v. Pölnitz, berufen.

Die Grundsteinlegung für den ersten Bauteil der Universität, das sog. Sammelgebäude, erfolgte am 20. November 1965. Im Laufe des Jahres 1966 nahmen die ersten Berufungskommissionen ihre Tätigkeit auf.

Am 5. Juni 1967 traten die vorläufige Satzung und die Wahlordnung der Universität in Kraft. In der ersten Sitzung des Großen Senats, am 9. Juli 1967, wurde Prof. Dr. Franz Mayer, der als Prorektor bereits seit dem 23. November 1965 die Amtsgeschäfte des Gründungsrektors geführt hatte, zum ersten Rektor der Universität gewählt.

Die Universität eröffnete mit Beginn des Wintersemesters 1967/68 den vollen Studienbetrieb zunächst in der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie in der Philosophischen Fakultät. Die Theologische Fakultät befand sich noch im Aufbau und bot nur einzelne Lehrveranstaltungen an. Der volle Lehrbetrieb begann in dieser Fakultät im Sommersemester 1968.

Die Naturwissenschaftliche Fakultät konstituierte sich am 6. Dezember 1968, ebenso der zu ihr gehörige Fachbereich Biologie. Im Wintersemester 1969/70 begannen die mathematischen Vorlesungen. Inzwischen hatten sich auch die Fachbereiche Mathematik, Physik und Chemie konstituiert.

Mit Gesetz vom 25.07.1972 wurde die Pädagogische Hochschule Regensburg der Universität München zum 01.08.1972 in die Universität Regensburg eingegliedert.

Am 18. Dezember 1963 wurde durch Verordnung der Bayerischen Staatsregierung das Universitätsbauamt Regensburg gegründet. Unter seiner technischen und geschäftlichen Oberleitung - zum großen Teil auch nach seiner Planung - wurden abgestimmt mit dem Aufbau der Fakultäten und Fachbereiche auch die Universitätsgebäude auf dem rund 70 ha großen Universitätsstammgelände errichtet:

1967 wurde das Sammelgebäude fertiggestellt, das mit Hörsaal, Lehrstuhl- und Bibliotheksräumen den Unterrichtsbeginn ermöglichte;

1968 wurde die Mensa in Betrieb genommen;

1969 konnte mit den Gebäuden der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und dem Gebäude für den Fachbereich Mathematik die Kapazität der Universität wesentlich erhöht werden;

1970 wurden die Gebäude für Physik und Vorklinikum übergeben;

1971 konnte der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern auch im Biologiegebäude und NVA (Naturwissenschaftlich- Medizinisches Verfügungs- und Aufbaugebäude) beginnen;

1972 konnte der erste Bauabschnitt des Philosophiegebäudes und der Sportanlagen in Betrieb genommen werden;

1973 wurde durch die Fertigstellung der Tiefgarage im Zentrum das Parkplatzangebot im Universitätsbereich wesentlich verbessert. Im Herbst wurde der 2. Bauabschnitt der Sportanlagen und des Gebäudes PT übergeben. Dieses beherbergt die Katholisch- Theologische Fakultät und die Philosophischen Fakultäten;

1974 im Sommersemester konnten auch die übrigen Zentrumsbauten - Rektorat und Verwaltung - Studentenhaus - Zentrales Hörsaalgebäude - Zentralbibliothek - bezogen werden. Zum Wintersemester 1974/75 wurden die ersten beiden Bauteile des Chemiegebäudes fertiggestellt;

1975 im Frühjahr und Herbst wurden planmäßig je 2 weitere Bauteile des Chemiegebäudes der Universität übergeben;

1976 wurden das Rechenzentrum und weitere Bauteile des Chemiegebäudes fertiggestellt

1977 wurden zu Beginn des Wintersemesters erneut Abschnitte des Chemiegebäudes nutzbar. Darin sind auch Bereiche für die Pharmazie enthalten;

1978 sind die letzten Bauteile des Chemiegebäudes, die wiederum Bereiche für die Pharmazie enthalten, in Betrieb genommen worden.

Das Bauprogramm für das Stammgelände war damit abgeschlossen. Von 1965 bis einschließlich 1976 wurden etwa 527 Millionen DM reine Baukosten aufgewendet. Darin sind die Kosten für das Gebäude des ehemaligen Erziehungswissenschaftlichen Fachbereichs enthalten.

Seither wurde die Mensa mehrfach umgebaut und in der Kapazität verbessert, das Hörsaalgebäude erweitert, die Naturwissenschaften mit zusätzlichen Laborbereichen ergänzt. Eine Erweiterung der Zentralbibliothek ist 1996 begonnen und 1998 bezogen worden. Für die Wärme- und Kälteversorgung der Universität und des Klinikums wurde eine Erneuerung der seit 1969 bestehenden Einrichtungen geplant, die Ausführungsunterlagen sind erstellt. Der Baubeginn ist für das Jahr 2000 vorgesehen. Für die Sanierung des Tennenplatzes der Sportanlagen liegen die Ausführungsunterlagen vor. Neben einer Rasenfläche werden eine multifunktionale Asphaltfläche und ein Beach-Volleyballfeld entstehen. 1998 wurde ein Universitätskindergarten errichtet und in Betrieb genommen. Ebenso wurde eine umfangreiche Sanierung der naturwissenschaftlichen Fakultäten, insbesondere des Gebäudes Chemie/Pharmazie geplant, um die Räumlichkeiten heutigen Erfordernissen anzupassen.


 

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