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Technische Universität München


Synonym für den technischen Fortschritt

Die Voraussetzungen für eine eigenständige, von den Universitäten getrennte akademische Ingenieurausbildung wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschaffen, als die Weiterentwicklung der Technik auf der Grundlage exakter Naturwissenschaften erfolgte. Diese Entwicklung, die durch die 1794 gegründete Ecole Polytéchnique in Paris vorgezeichnet war, löste auch in Bayern die Forderung nach einer "Hochschule aller technischen Studien" aus. Schon 1833 kam es zur Gründung einer "Technischen Hochschule" in München, die der kameralistischen Fakultät der erst wenige Jahre zuvor von Landshut nach München verlegten Universität angegliedert war. Das Verdienst hierfür gebührt Männern wie Georg von Reichenbach, Joseph von Fraunhofer und Josef von Utzschneider.

Die Geburtsstunde der Technischen Universität München schlug1868 mit der Gründung der selbstständigen "Kgl.Polytechnischen Hochschule" durch König Ludwig II. Noch im Gründungsjahr konnte die junge Hochschule, die sich seit 1877 Technische Hochschule nennen durfte, den nach den Plänen von Gottfried von Neureuther errichteten Neubau an der Arcisstraße beziehen und mit 24 Professoren, 21 Dozenten und fast 450 Studenten in fünf Abteilungen den Studienbetrieb aufnehmen, ein "Betreuungsverhältnis" von 10:1!

Auf dem Weg Bayerns vom Agrarstaat in das Technikzeitalter hat die Technische Universität München namhafte Beiträge in Naturwissenschaft und Technik geleistet. Viele hervorragende Hochschullehrer, die sich mit ihren Leistungen in Forschung und Lehre einen Platz in der Technikgeschichte gesichert haben, waren an der TUM tätig, viele bedeutende Wissenschaftler und Ingenieure sind aus ihr hervorgegangen. Für eine große Zahl bahnbrechender Erfindungen stehen die Luftverflüssigung durch Carl von Linde (1895) ebenso wie die Erfindung des Dieselmotors durch seinen Schüler Rudolf Diesel (1897), die Strukturaufklärung des Hämoglobins durch Hans Fischer (Nobelpreis 1930), die rückstoßfreie Resonanzabsorption durch Rudolf Mößbauer (Nobelpreis 1961) und die Begründung der Metallorganischen Chemie durch Ernst Otto Fischer (Nobelpreis 1973). Bayerische Ingenieure wie Oskar von Miller, Wilhelm Nusselt, Willy Messerschmitt und Hans Piloty haben frühzeitig Weltruf erlangt.

Aus kleinen Anfängen heraus konnte die Technische Hochschule, die sich seit 1970 Technische Universität (TUM) nennt, in den 132 Jahren ihres Bestehens auch deshalb ein Sy-nonym für den technischen Fortschritt werden, weil wissenschaftliche Spitzenforschung immer wieder Partnerschaften in der industriellen Entwicklung fand. So wurde die Hochschule auch zum Wirtschaftsfaktor. Die tragenden Exportsäulen der Volkswirtschaft – Maschinenwesen, Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Chemie – sind auf das Fundament der technischen Wissenschaften mit ihren praxisverschränkten Lehr- und Forschungsleistungen gegründet. Alle diese Branchen finden sich an der TUM in Forschung und Lehre wieder. Ein aktueller Schwerpunkt ist die ingenieurwissenschaftlich orientierte Informatik einschließlich der Informationstechnologien.

 
München, Garching, Weihenstephan – die TUM und ihre Standorte

Die Hochschule war 1968, im einhundertsten Jahr ihres Bestehens, in fünf Fakultäten gegliedert. Mathematik, Physik, Chemie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften waren noch in einer Fakultät für "Allgemeine Wissenschaften" vereint, von der Informatik war noch keine Rede. Bereits angegliedert war eine Fakultät für Medizin. Dahinter stand die Überlegung, durch die unmittelbare Zusammenarbeit von Medizinern und Wissenschaftlern einer Technischen Universität die Entwicklung der Medizintechnik zu fördern.

Heute gliedert sich die Technische Universität München in 14 Fakultäten mit 440 Professoren (davon 246 auf Lehrstühlen, incl. Klinikum) und rund 9.000 Mitarbeitern. Im Wintersemester 1999 /2000 waren 19.300 Studierende eingeschrieben, davon elf Prozent Ausländer. Der Kernbereich mit Architektur, Bauingenieur- und Vermessungswesen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Medizin und Sportwissenschaft liegt, nebst Hochschulleitung und Zentraler Verwaltung, im Stadtgebiet. Nördlich Münchens, auf dem Life and Food Sciences-Campus im 30 km entfernten Freising-Weihenstephan, befinden sich Landwirtschaft und Gartenbau, Brauwesen, Lebensmitteltechnologie und Milchwissenschaft sowie die Forstwissenschaft. Derzeit entsteht dort das "Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt" mit dem Schwerpunkt der "grünen" Biotechnologie, der Ernährungswissenschaft und der Lebensmitteltechnologie. Integraler Bestandteil dieses Zentrums ist die Forstwissenschaft, die mit einem differenzierten Fächerspektrum den ökologischen, agrarwissenschaftlichen und technologischen Bereich ergänzt. Die nachwachsenden Rohstoffe beginnen in Verbindung mir den naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen (z.B. Naturstoffchemie) ein neuer Schwerpunkt zu werden.

Der Forschungscampus im 15 km entfernten Garching zeichnet sich durch anerkannte Schlüsselkompetenzen in den wichtigsten natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern aus. Rund um den Forschungsreaktor FRM-I der TUM, der während seiner 43-jährigen Laufzeit störungsfrei gearbeitet hat, siedelten sich nacheinander die Fakultät für Physik, die Fakultät für Chemie und die Fakultät für Maschinenwesen an. Der erste Spatenstich für den Neubau der Fakultäten für Mathematik und für Informatik, die sich derzeit zersplittert im Stadtgebiet Münchens befinden, hat am 20. Januar 2000 stattgefunden. Mittelfristig ist auch der Umzug der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik von München nach Garching geplant. Die im Bau befindliche neue Forschungsneutronenquelle FRM-II wird im Jahre 2001 ihren Betrieb aufnehmen. Das ist der Beginn einer neuen Ära der Neutronenforschung und der Neutronenanwendungen in Naturwissenschaft, Technik und Medizin. Der Nachfolger des legendären "Atom-Ei" verschafft der TUM international eine wissenschaftlich-technische Spitzenstellung.

 
Lehre und Forschung

Mit dem Ausbau der TUM hat auch die Zahl der Studierenden erheblich zugenommen. Waren es beim 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1968 noch 8.000, so sind heute knapp 20.000 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Dennoch ist die Hochschule den mit dieser Entwicklung verbundenen Gefahren nicht erlegen; auch heute wird an der TUM weltweit beachtete Spitzenforschung geleistet. Die meisten Studiengänge sind organisatorisch überschaubar und leisten den persönlichen Bezug zum Lehrpersonal.

Die Qualität der Lehre zeigt sich in der allgemein anerkannten Qualifikation der Studienabsolventen. Ein Schwerpunkt des breitgefächerten Studienangebots liegt im ingenieurwissenschaftlichen Bereich: Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Bauingenieur- und Vermessungswesen sowie Architektur. Der naturwissenschaftliche Bereich erstreckt sich auf die Fächer Physik, Chemie, und Biologie. Die Agrarwissenschaften, Gartenbauwissenschaften, Landespflege, Ernährungswissenschaft, Milchwissenschaft, Brauwesen, Lebensmitteltechnologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sport, Medizin und die Forstwissenschaft runden das Spektrum ab. Querschnittsfunktionen erfüllen insbesondere die Mathematik und die Informatik. Zum Profil der TUM gehören auch die Lehramtsstudiengänge für berufliche Schulen und Gymnasien. Sie sind der technischen und naturwissenschaflichen Lehrerbildung zuzuordnen und somit auch stärker praxis- und technikorientiert als an anderen Universitäten. Die TUM zählt zu den Hochschulen mit den kürzesten Studienzeiten. Der Übergang zum Berufsleben gestaltet sich für ihre Absolventen erfahrungsgemäß wenig problematisch, da viele von ihnen schon während des Studiums Kontakte zu Unternehmen knüpfen und als Diplomanden oder Doktoranden häufig mit der Industrie zusammenarbeiten.

Es gehört zum Selbstverständnis der TUM, die künftigen Ingenieure und Naturwissenschaftler, Architekten, Ärzte und Lehrer am wissenschaftlichen Gegenstand zu bilden und ihnen – möglichst an der Spitze des wissenschaftlichen Fortschritts – methodisches Wissen zu vermitteln, sie im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung von Lehre und Forschung wachsen zu lassen. Dazu gehört, die Qualität der Lehre ständig zu verbessern und mit neuen Studienangeboten den sich rapide ändernden Anforderungen der Märkte gerecht zu werden. Beispielhaft seien genannt: die Diplomstudiengänge Restaurierung, Kunsttechnologie, Konservierungswissenschaft, Technomathematik, Finanz- und Wirtschaftmathematik, Baustoffingenieurwesen, Chemie-Ingenieurwesen, Lehramt an beruflichen Schulen mit Studienrichtung Gesundheit und Pflege sowie mehrere Bachelor-Studiengänge und die postgradualen Master-Studiengänge Mathematik, Engineering Physics, Communications Engineering, Managementorientiertes betriebswirtschaftliches Aufbaustudium.

Das hohe Ansehen der TUM gründet sich in besonderem Maße auf den exzellenten Ruf ihrer Forscher. Es ist ein Qualitätsmerkmal, dass in der jüngeren Vergangenheit drei ihrer Wissenschaftler mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Rudolf Mößbauer (Physik 1961), Ernst Otto Fischer (Chemie 1973) und Robert Huber (Chemie 1988) hatten zuvor bereits an der TUM studiert, promoviert und sich habilitiert. 20 Professoren sind Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Acht Leibniz-Preisträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) lehren und forschen an der Technischen Universität München: Gerhard Abstreiter (Physik), Karl-Heinz Hoffmann (Mathematik), Manfred Broy, Gerhard Hirzinger und Ernst Mayr (Informatik), Wolfgang A. Herrmann und Hubert Schmidbaur (Chemie), Jean K. Gregory (Maschinenwesen), während der neunte Leibniz-Preisträger, Joachim Milberg (Maschinenwesen), inzwischen Vorstandsvorsitzender der BMW AG ist.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert gegenwärtig neben vier Graduiertenkollegs 15 Sonderforschungsbereiche an der TUM , die damit weiter an der Spitze aller Universitäten liegt. Ferner ist die Hochschule an zehn Sonderforschungsbereichen der Universität München beteiligt. Auch dies ist ein Beweis für die hohe Qualität der Forschung. Ein Teil dieser Forschungsarbeiten hat Weltgeltung erlangt. So durfte sich der Sonderforschungsbereich zur Erforschung der bakteriellen Photosynthese 1988 mit dem Nobelpreis für Chemie schmücken. Beispielhaft für weitere Forschungsschwerpunkte mögen die Stichworte Bioinformatik, Biotechnologie, Baustoffchemie, Künstliche Intelligenz (KI), Wissensbasierte Systeme, Software Engineering, Kommunikationstechnik, Systemtechnik, Neuronale Netze, Halbleitertechnologie, Automation von Montagevorgängen (Robotik), Lebensmittelverfahrenstechnik, CIM, CAD/CAM, Neue Werkstoffe, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaften, Sensorik, Mustererkennung, Katalyse, Medizintechnik, Pflanzen- und Tiergenomik, Forschung mit Neutronen, Fahrzeug- und Verkehrstechnik stehen.

 
Internationalisierung

Über eine Vielzahl von Partner- und Patenschaftsabkommen sowie europaweiter Hochschulnetzwerke pflegt die TUM den akademischen Austausch und die Forschungskooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen aller Kontinente. Die TUM bietet heute ihren Studierenden die Möglichkeit, ein Semester oder ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Wem das nicht reicht, der kann in derzeit vier Fakultäten zum Diplom der TUM noch das Abschlusszertifikat einer ausländischen Hochschule erwerben: Mit einer spanischen und fünf französischen Hochschulen gibt es Doppeldiplomabkommen.

Um auch für ausländische Studierende noch attraktiver zu werden, führen die Fakultäten vermehrt Bachelor- und Masterkurse ein. Die Vergleichbarkeit zum anglo-amerikanischen Bildungssystem wird dadurch gewährleistet. Außerdem bieten die englischsprachigen Vorlesungen und Übungen auch den deutschen Studierenden eine gute Vorbereitung für einen Auslandsaufenthalt. Mit einbezogen in diese internationalen Studiengänge werden Gastwissenschaftler. Gefördert von der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem DAAD oder anderen Organisationen kamen Gäste aus aller Welt schon immer gerne zu Forschungsaufenthalten an die TUM. In der Statistik der AvH-Forschungspreisträger rangiert die TUM seit Jahren an der Spitze aller deutschen Universitäten. Auch die einzelnen Institute und Lehrstühle verfügen über hervorragende Verbindungen zu ihren Fachkollegen in anderen Ländern. Es erstaunt daher nicht, daß sich viele Wissenschaftler der TUM an internationalen Forschungsverbünden und den Programmen der EU für Forschung und technologische Entwicklung beteiligen. Um den Kontakt zu ihren internationalen Gästen nach deren Aufenthalt nicht abbrechen zu lassen, wurde an der TUM ein Alumni- und Nachkontaktcenter eingerichtet.


Wissens- und Technologietransfer

Für eine enge Verbindung mit Wirtschaft und Industrie und für den gegenseitigen Wissensaustausch bietet die TUM optimale Voraussetzungen: Mit ihren derzeit 14 Fakultäten und verschiedenen zentralen Einrichtungen verfügt sie über ein beachtliches Wissenspotential sowohl in der Grundlagenforschung als auch in anwendungsorientierten Disziplinen. In aller Regel werden Professorinnen und Professoren mit Berufspraxis in Wirtschafts- und Industrieunternehmen auf die Lehrstühle berufen. Auf Praxisnähe und Technologietransfer hat die TUM seit jeher großen Wert gelegt. Beides kommt der Lehre und Forschung zugute und dient der Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Bayern. Die TUM arbeitet bei zahlreichen Projekten mit den Partnern aus Wirtschaft und Industrie zusammen. Diese fruchtbare Kooperation zeigt sich insbesondere auch am Umfang der Drittmittel, ohne die Forschung heute nicht mehr möglich wäre. 1998 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM im Rahmen eines Gesamtetats von mehr als 1,5 Mrd. DM knapp 197 Mio. DM an Drittmitteln eingeworben, von denen wiederum rund 40 Prozent aus der Wirtschaft kamen – auch dies ist ein Indiz für die Qualität und Leistungsfähigkeit der Forschung an der TUM.

Der Wissens- und Technologietransfer vollzieht sich nicht nur auf der Grundlage von Kooperationen zwischen Hochschule und Großindustrie, sondern auch sehr erfolgreich im direkten Kontakt zu kleinen und mittelständischen Unternehmen. Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei auch Existenzgründungen aus der Hochschule heraus, die neben der Schaffung von Arbeitsplätzen auch den Vorteil haben, dass Innovationen auf dem kürzesten Weg direkt vom Forscher unmittelbar in die Wirtschaft Eingang finden. Seit mehr als 25 Jahren präsentiert sich die Hochschule mit aktuellen Arbeitsgebieten und attraktiven Exponaten auf allen wichtigen Technik-Messen.

 
Structure follows strategy

Die Jahrhundertwende sieht die Technische Universität München inmitten des tiefgreifendsten Strukturwandels ihrer nunmehr 132-jährigen Geschichte. Das Bayerische Hochschulgesetz, dessen Novellierung die Hochschule von Anfang an mitgestaltet hat, eröffnet auch hinsichtlich der Leitungsstrukturen den Wettbewerb zwischen den Universitäten, die damit ein weiteres Instrument zur Profilstärkung nutzen können. Die Experimentierklausel schafft weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten für die innere Organisation. Der TUM hat sie eine Hochschulverfassung gebracht, die in der Konsequenz der Gewaltenteilung zwischen Hochschulleitung und Verwaltungsrat bundesweit einmalig ist. Durch die Einbeziehung der Dekane in strategische Leitungsentscheidungen wird auch das Prinzip der Subsidiarität hervorgehoben. Weitere Stichworte der neuen Leitungs- und Organisationsstruktur sind: dezentrale Verantwortung mit starker Kernkompetenz und Koordination in der Verwaltung, kaufmännisch orientiertes Hochschul-Rechnungswesen, akademisches Controlling, Auftragsmanagement, leistungs- und belastungsbezogene Mittelverteilungen und daraus resultierend auch Ressourcenverschiebungen zwischen den Universitätsgrenzen, Erschließung neuer Finanzierungswege. Die TUM hat mit ihrer Grundordnung den Schlussstein unter ein Reformwerk gesetzt, das vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mehrfach gefördert und ausgezeichnet wurde. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann-Stiftung hat der TUM als einziger Universität das Prädikat "best practice Hochschule 2000" zuerkannt.

 
Rasanter Umbau

In der Ernährung, der Landnutzung und der Umwelt fokussiert die TUM Schlüsselthemen des neuen Jahrhunderts am Traditionsstandort Weihenstephan. Mit der neuen Matrixstruktur aus Forschungsdepartments und Studienfakultäten kann sich Weihenstephan in einer bundesweiten Vorreiterrolle bewähren. Das "grüne" Wissenschaftszentrum soll das Gegengewicht zur "roten" Biowissenschaft in Großhadern/Martinsried werden – München und Garching in der Mitte, das "Würm-Isar-Valley" als Leitband! Weichenstellungen gibt es mit dem Neubau für die Fakultäten Informatik und Mathematik auf dem naturwissenschaftlich-technischen Campus in Garching und mit der Fertigstellung der neuen Forschungs-Neutronenquelle FRM-II, dem größten Bauwerk in der TU-Geschichte. Mit dem "Zentralinstitut für Medizintechnik" setzt die TUM als Kontrastprogramm zum nordbayerischen Medizintechnik-Zentrum in Erlangen-Nürnberg den Fokus auf neue Materialien in der klinischen Therapie. Die Bionik - Synonym für technisches Gerät nach dem Vorbild der Natur - soll als weiteres Thema folgen. In München entsteht mit der Gründung der Sportfakultät ein süddeutsches Forschungs- und Technologiezentrum für Sportwissenschaft.

Größtes "Umbauprojekt" ist derzeit die Umwidmung von zehn Lehrstühlen zur Sicherung der Informatik, die sich in ihrem Technikverständnis vielfach als Leitwissenschaft quer durch die Fächer erweist. Vor allem aber betreffen die Umwidmungen die Wirtschaftswissenschaften. Unter dem Dach der TUM soll diesem Fach mit einem eigenen Studiengang (Diplomkaufmann technischer Ausrichtung) die eigene Identität gegeben werden. Mittelfristig wird sich eine standortübergreifende Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ergeben.

Wissenschaft ist das Signum der modernen Universität. Auch wenn seit Wilhelm von Humboldt die Welt sich gänzlich verändert hat: Die Einheit von Lehre und Forschung bleibt das große Erfolgsrezept der Universität, wir müssen es trotz veränderter Rahmenbedingungen nur immer wieder neu ausstellen und anwenden. Wäre Humboldts Idee tot, dann liefe die Mission der Universität ins Leere. Der große Historiker Thomas Nipperdey hat über die Universität des vergangenen Jahrhunderts gesagt, sie sei "nicht Provinz, sondern zentrale Instanz im geistigen Haushalt der Nation" gewesen. Seien wir mutig zum Bekenntnis, dass wir davon heute weit entfernt sind! Nur dann werden wir unseren Erneuerungsbeitrag leisten können für das neue Jahrhundert


 

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