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Eberhard Karls Universität Tübingen

Innovativ. Interdisziplinär. International. Mit diesen drei Worten lässt sich in aller Kürze die Wissenschaftsgeschichte der Universität Tübingen charakterisieren, die im Jahr 1477 ihren Anfang nahm. Keine andere Stadt in Deutschland ist so intensiv durch ihre Universität geprägt: Auf knapp 85.000 Einwohner kommen in Tübingen rund 24.000 Studierende aus dem In- und Ausland, 400 Professoren und mehr als 4.000 Wissenschaftler lehren und forschen hier. Persönliche Kontakte und Kooperationen verbinden sie mit Forschern, Arbeitsgruppen und Institutionen in der ganzen Welt.

Im Jahr 1477 durch Graf Eberhard „im Bart“ von Württemberg-Urach gegründet, zählt die Universität Tübingen zu den ältesten und renommiertesten akademischen Bildungsstätten in Deutschland und ganz Europa. Auf ihren Gründer geht auch das heutige Wahrzeichen der Universität zurück – die Palme. Graf Eberhard brachte sie als sein persönliches Symbol von einer Pilgerreise nach Jerusalem mit. Sie steht auch für die „Oase des Wissens“ stehen, die Graf Eberhard in Tübingen schaffen wollte. Sein Wahlspruch für die junge Universität „Attempto“ – ich wag´s! verkündet den Aufbruch unter schwierigen Umständen; seine Aktualität zeigt sich durch die Jahrhunderte immer wieder von neuem.

Über die Jahrhunderte ist die Universitätsstadt eng mit wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa verbunden. Unter anderem lag hier die Geburtsstätte des Idealismus, der die bürgerliche Emanzipation im 18. und 19. Jahrhundert wesentlich mit beeinflusste. Hegel, Hölderlin und -Schelling, die gemeinsam am evangelischen Stift der Universität studierten, gingen als die „Tübinger Drei“ in die Annalen der Geistesgeschichte ein. Auch der Aufschwung der Natur- und Lebenswissenschaften seit dem 19. Jahrhundert erhält hier wichtige Impulse: In Tübingen entstand 1863 die erste eigenständige Naturwissenschaftliche Fakultät Deutschlands. Im Jahr 1869, während eines längeren Forschungsaufenthaltes bei Felix Hoppe-Seyler in Tübingen, isolierte der Schweizer Mediziner Friedrich Miescher bei Experimenten mit Zellkernen eine Substanz, die er Nuklein nannte – Jahrzehnte später wurde sie als Träger der Erbinformation identifiziert. Auch die Grundlage der modernen Chemie schlechthin – das Periodensystem der Elemente – ist mit Forschungen in Tübingen verknüpft: Lothar Meyer, der dieses System etwa zeitgleich mit Dmitri Mendelejew entwickelte, verfeinerte hier beispielsweise seine experimentellen Methoden zur exakten Bestimmung der Atommasse. Mit Tübingen sind die Namen mehrerer Nobelpreisträger verbunden; für herausragende Persönlichkeiten von interna-tionalem Rang war und ist die Universität Startbasis und Lebensstation.

Die großen Traditionen beflügeln: Jetzt und in Zukunft ist die Alma Mater immer wieder dabei, sich selbst neu aufzustellen, Lehre und Forschung neu zu definieren. Denn die Herausforderungen verändern sich für jede Generation: -Klimawandel und intelligenter Umgang mit Ressourcen, Erhalt und Schaffung der Lebensgrundlagen für eine wachsende Weltbevölkerung, ein friedliches Miteinander der Kulturen, Informationstechnologie mit menschlichem Maß, Heilung für heute noch unheilbare Krankheiten.

Nationale und internationale Rankings belegen kontinuierlich die hohe Qualität des Forschungsstandorts Tübingen: Im Renommee der Wissenschaftsgemeinde findet sich die traditionsreiche Alma Mater unter den Top Ten in Deutschland und den 200 renommiertesten Universitäten der Welt. Medizin und Biologie nehmen seit Jahren einen besonders wichtigen Rang ein, was sich bereits an der fachlichen Bandbreite der Spitzenforschung zeigt: Sie reicht von der Neurokognition und Hirnforschung über Infektiologie, Mikrobiologie, Molekulare Biologie und Immunologie bis zu Biochemie und Diabetologie. Eine weithin bekannte Adresse in der weltweiten Landkarte der Forschungsinstitutionen ist Tübingen auch in der Geo- und Umweltforschung, ebenso in der Astro- und Elementarteilchenphysik. Quantenphysik und Nanotechnologie sowie die Pharmatechnologie runden das Forschungsprofil im Bereich der Naturwissenschaften ab. Große Namen und Entdeckungen sind mit der Tübinger Archäologie und Urgeschichtlichen Forschung verbunden, von internationalem Rang sind die Asien-Orient-Forschung und die Theologie wie auch die Sprach- und die Geschichtswissenschaft. All diese Forschungsschwerpunkte sind mit interdisziplinären Zentren, Netzwerken und Verbünden unterlegt; sie fungieren somit auch als Synonym für Zusammenarbeit innerhalb der Universität und gleichermaßen mit anderen wissenschaftlichen Institutionen, regional wie international.

Parallel dazu intensiviert die Universität Tübingen in vielen Bereichen die angewandte Forschung: Die klinische Pharmakologie und die Medizintechnik, die empirische Bildungsforschung, die Islamische Theologie oder die angewandte Wirtschaftsforschung greifen gezielt aktuelle gesellschaftliche Fragen auf, sie entwickeln konkrete Lösungsansätze, innovative Produktideen oder Bewertungsstrategien. Damit schaffen sie die Basis dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse besser und schneller ihren Nutzen für die gesamte Gesellschaft entfalten können, und bieten zugleich auch den Studierenden neue, zukunftsträchtige Berufs- und Qualifizierungswege.

Von der Ägyptologie bis zu den Zellulären und Molekularen Neurowissenschaften hat die Universität Tübingen mehr als 250 verschiedene Studiengänge und Fächer in Geistes- und Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Angebot: Sie zielen auf einen Abschluss als Bachelor, Master oder Staatsexamen, runden als Nebenfach das Hauptstudium inhaltlich ab oder bauen erweiternd auf bereits erreichte Abschlüsse auf. Zu den Grundprinzipien der universitären Lehre gehört es, dass Lehrende zugleich forschen und Fachwissen auf aktuellstem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis vermitteln. Das Selbstverständnis der Forschungsuniversität Tübingen geht darüber noch hinaus: Bereits frühzeitig werden die Studierenden selbst aktiv in Forschungsprojekte eingebunden.

Im Rahmen des Bologna-Prozesses hat die Universität Tübingen ein eigenes Modell unter dem Namen „Bachelor 3plus“ entwickelt, das den Studierenden mehr Freiheit in der Gestaltung ihres Studiums bietet. Es sieht Flexibilitätsfenster vor, die sich je nach persönlichen Interessen und Vorstellungen individuell nutzen lassen: für halbjährige Industriepraktika oder Auslandsaufenthalte, zur Vertiefung spezieller Studieninhalte oder für die Mitarbeit an größeren Forschungsprojekten bereits während des Bachelorstudiums. Noch weiter ausdifferenziert ist das Tübinger „Y-Master“-Modell, das den Studierenden zwei Alternativen eröffnet: Wer die Master-These als klassische Abschlussarbeit gestalten möchte, dem wird über externe Praktika und Betreuer der Eintritt ins Berufsleben erleichtert. Die zweite Möglichkeit ist der Vorgriff auf die weiterführende Promotionsarbeit; diese Variante bietet einen schnellen Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn.

Forschung und Lehre in Tübingen werden intensiv vom internationalen Austausch beflügelt. Vereinbarungen der Universität mit über 180 Partnerinstitutionen in zahlreichen Ländern bieten Studierenden und Graduierten vieler Fachrichtungen konkrete Ansatzpunkte, etwa für Auslandssemester oder Praktika.

Wo innovative Forschungsfelder mit bedeutsamen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen verknüpft sind, sieht sich die Universität Tübingen als akademische Ausbildungsstätte in einer besonderen Verantwortung: Neu geschaffene, interdisziplinär und oft auch international aufgestellte Studiengänge helfen, in kurzer Zeit kompetente Fachkräfte heranzubilden. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart etwa hat Tübingen einen Studiengang für Medizintechnik etabliert, der die besondere Expertise beider Universitäten – Ingenieurwissenschaften und Medizin – praxisorientiert miteinander verbindet und so den Fachkräftebedarf decken hilft. Weitere Beispiele für übergreifende Studiengänge sind die Umweltnaturwissenschaften, die Geoökologie, Molekulare Medizin oder die Medieninformatik.

Auf das Engagement in globalen Aufgabenfeldern bereiten international angelegte Studiengänge an der Universität Tübingen vor. Deren Spektrum reicht von den Neuro- und Verhaltenswissenschaften über die angewandten Umwelt- und Geowissenschaften und die Computerlinguistik bis hin zur internationalen Volks- und Finanzwirtschaft. Mehrsprachige Studienabschlüsse an zwei Universitäten in verschiedenen Ländern bieten eine gute Basis für eine international ausgerichtete berufliche Karriere.

 

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