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Die deutsche Bundeswehr ordert bei Siemens 12 Computertomographen, auch für den Einsatz in Krisengebieten


08. August 2005

Im Rahmen der Erneuerung und Verbesserung der Leistungen in der Computertomographie (CT) hat die Bundeswehr über das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz für den Sanitätsdienst 12 Hochleistungs-CT-Systeme bei Siemens geordert. Dies ist der größte Auftrag, den der Siemens-Bereich Medical Solutions (Med) bislang von der Bundeswehr erhalten hat. Die Geräteauswahl wurde durch die Randbedingungen der beschränkten Platzverhältnisse an den Einbauorten und den hohen Forderungen zur Transportbelastung entscheidend beeinflusst. Durch diese Typenvereinheitlichung an den unterschiedlichen Einsatzorten ist gewährleistet, dass bei den üblichen Personalwechseln sofort und ohne Einarbeitung die volle Einsatzbereitschaft gegeben ist.


Im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz kommt der schnellste und modernste Siemens-Computertomograph (Somatom Sensation Cardiac 64) zum Einsatz. Das System fertigt beispielsweise in weniger als 10 Sekunden ein hoch aufgelöstes 3D-Bild des Herzens und wird im September/Oktober ausgeliefert. In dem gleichen Krankenhaus wird der vorhandene Somatom Emotion Duo zur Verbesserung des traumatologischen Arbeitsablaufes durch einen neuen, leistungsfähigeren Somatom Emotion 6 ersetzt. Des Weiteren erfolgen Lieferungen an das Bundeswehrkrankenhaus Berlin (Somatom Sensation 16) sowie das Bundeswehrkrankenhaus Ulm (Somatom Emotion 6).

Im Rahmen der Transformation der Bundeswehr verlagern sich die bisherigen Aufgaben, wie Verteidigung der deutschen Landesgrenzen, in Richtung zu Einsätzen zur Friedenssicherung in internationalen Krisengebieten. Die derzeitigen Einsatzorte in Krisengebieten sind Prizren im Kosovo, Rajlovac in Bosnien-Herzegowina und Kabul in Afghanistan.

Die Bundeswehr hat im Rahmen der von der NATO geführten Kosovo Force (KFOR) Operation den Auftrag, im Kosovo ein multi-ethnisches, friedliches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit autonomer Selbstverwaltung aufzubauen und militärisch abzusichern. Die KFOR arbeitet eng mit der zivilen Verwaltung United Nations Interim Administration Mission Kosovo (UNMIK) zusammen und unterstützt so die vereinten Nationen. KFOR und UNMIK kümmern sich unter anderem um die Instandsetzung der Infrastruktur, den Wiederaufbau von Krankenhäusern sowie der ärztlichen Grundversorgung der Bevölkerung. Die Bundeswehr ist seit dem 12. Juni 1999 in Kosovo präsent und wird Anfang 2006 ein Somatom Emotion 6 in Prizren fest installieren.

Am 2. Dezember 2004 übernahm die EU in Bosnien-Herzegowina das Kommando über die dort stationierten Friedenstruppen. Die Operation „Althea“ der European Union Force (EUFOR) ist die bislang größte militärische Operation der Union. Aufgabe des deutschen Kontingents ist die militärische Absicherung des Friedensvertrages von Dayton, sowie die Volksgruppen von Feindseligkeiten abzuhalten. Die EUFOR überwacht auch die Einhaltung der Rüstungskontrollabkommen für Bosnien und Herzegowina.

Ebenfalls Anfang 2006 wird ein Somatom Emotion 6 fest in Rajlovac installiert. Im Auftrag der vereinten Nationen soll die internationale Truppe International Security Assistance Force (ISAF), deren Aufstellung der Weltsicherheitsrat am 20. Dezember 2001 beschloss, die afghanische Regierung bei der Wahrung der Menschenrechte und der inneren Sicherheit unterstützen. ISAF unterstützt die afghanische Regierung bei der Auslieferung humanitärer Hilfsgüter und der geregelten Rückkehr von Flüchtlingen. Im Frühherbst 2006 wird ein Somatom Emotion 6 fest in Kabul installiert werden.

Modulare Sanitätseinrichtungen (MSE)

Die neuen Anforderungen des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr verlangen die Bereitstellung von mobil einsetzbaren, modularen und luftverlegbaren Lösungen für umfassende medizinische Diagnostik und Versorgung in Krisengebieten. Siemens Medical Solutions liefert in diesem Zusammenhang fünf Computertomographen Somatom Emotion 6, modifiziert für den Einbau in Spezialcontainer. Die Container sind so ausgelegt, dass sie in Transportflugzeugen der Bundeswehr in Einsatzgebiete geflogen werden können. Sowohl die Transportflugzeuge wie auch die speziellen Container für die mobilen CT sind Bestandteil einer Gesamtkonzeption des Luft- und Raumfahrtkonzerns European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) und Siemens Medical Solutions, die die mobile CT-Lösung in enger Kooperation erarbeitet haben. Mit der Entwicklung der CT gelang 1972 die größte Erfindung im Bereich der Radiologie seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen im Jahre 1895. Ein CT-System ermöglicht eine detailgetreue Ansicht des Körperinneren. Bei einem CT rotieren die Röntgenquelle und der Detektor, welcher die Röntgenstrahlung in elektrische Signale umwandelt, um den Patienten. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Informationen über die Gewebedichte im durchstrahlten Körperquerschnitt, die mittels Computer in zweidimensionale Querschnitts-Bilder umgerechnet werden. Mit Hilfe einer speziellen Software kann dann im Bedarfsfall aus diesen zweidimensionalen Schichtansichten ein dreidimensionales Bild errechnet werden. Bedingt durch hohe Geschwindigkeiten bei der Erstellung und Berechnung der Bilder kann man neben der Lunge und dem Darm unter anderem auch mit Kontrastmittel angereicherte Blutgefäße aufnehmen, bis hin zu hochaufgelösten Aufnahmen des bewegten Herzens mitsamt den Herzkranzgefäßen (Somatom Sensation Cardiac 64). Dies unterstützt die ärztliche Diagnose wesentlich. Der CT kann Routine- und Notfalluntersuchungen bei verletzten Soldaten und Zivilisten deutlich schneller und genauer als mit herkömmlichen Methoden durchführen. Es erfolgen keine Eingriffe wie das Setzen eines Herzkatheders oder die Durchführung einer Darmspiegelung. Der Somatom Emotion 6 wurde speziell für den Einsatz von hoch entwickelter Technik bei eingeschränkter Raumverfügbarkeit entwickelt.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Weitere Informationen: www.siemens.de


 

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