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Instandhaltungsplanungssystem (IPS) als "elektronisches" Betriebshandbuch


Zur Sicherung von Trinkwasserversorgung und -qualität fordern das DVGW-Arbeitsblatt 1000 und die DVGW-Hinweise 1010 und 1020 von Wasserversorgersunternehmen die Schaffung und Führung von Betriebshandbüchern. Darin sind alle wichtigen Angaben über die Organisation und für den Betrieb des jeweiligen Unternehmens zusammenzustellen und aktuell zu halten.

Besonders die zweite Anforderung ist nur mit Aufwand zu gewährleisten. Wenn man sich vorstellt, daß diese Handbücher im Unternehmen an allen relevanten Stellen zur schnellen und bequemen Einsichtnahme, also in "Greifnähe" stehen müssen, wirft sich sofort die Problematik der Aktualisierung auf. Betriebshandbücher enthalten unter anderem Betriebsanweisungen. Kommt es im Betrieb nun zu Fehlverhalten, das bereits durch eine bestehende Betriebsanweisung ausgeschlossen werden sollte und war diese Betriebsanweisung nicht für das Personal zugänglich oder aktuell, kann das u. U. sogar zu juristischen Folgen führen.
Man steht also vor der fast unmöglichen Aufgabe, dafür zu sorgen, daß alle Exemplare des Betriebshandbuches und deren aktueller Zustand und Standort bekannt sind, muß zu ändernde Seiten herausnehmen und durch neue ersetzen, muß ausschließen, daß es Kopien gibt, die von Einzelpersonen genutzt werden usw.

Die Niederrheinwerke Viersen GmbH hatten die Idee, diese Aufgabe quasi elektronisch, d. h. mit Hilfe einer Softwarelösung im unternehmensweiten Netz zu lösen. Eine fast maßgeschneiderte, fertige Softwarelösung wurde mit ACK-InStand* dem IPS der ACK GmbH gefunden. Mit dieser Lösung werden nun alle relevanten Dokumente zusammengefasst und den Mitarbeitern an ihren Arbeitsplatz-PC zur Verfügung gestellt. Die Aktualisierung findet auf der Serverdatenbank einmal statt und steht damit unmittelbar und gleichzeitig allen zur Verfügung. Da per Anweisung klargestellt werden kann, daß nur der Stand gilt, der aktuell auf der Datenbank ist, kann das Problem mit Privatkopien ebenfalls sehr einfach gelöst werden.

Abgesehen davon wird ACK-InStand nun auch mehr und mehr in seinem angestammten Umfeld, nämlich als Instandhaltungsplanungssystem genutzt. Gescannte Schriftstücke, Herstelleranweisungen, Schaltpläne, RI-Schemata, Fotos, Excel-Tabellen u.v.m., kann man damit in nahezu unendlichem Umfang zusammenführen. Damit fällt die Dokumentation von Maschinen und Anlagen sehr leicht. Die Möglichkeit in Zeichnungen, Lageplänen, Skizzen und Fotos sensitive Flächen zur An- und Auswahl zu legen, wird genutzt, um sehr deutlich einem ggf. ungeübten Benutzer mit einem Mausklick z. B. in ein Foto einer Maschine wichtige Daten, Informationen und Hinweise für den Betrieb oder die Wartung zu geben.

Ein wesentlicher Grund ACK-InStand zu wählen war für die niederrheinwerke, daß zu jedem erfassten Objekt frei ein Typ zugeordnet werden kann. Selbst der Typ ist vom Anwender definierbar und führt zu typeigenen, angepassten Formularen. Ob man mit diesen Formularen nun den Typ "AKTE" beschreibt, wo das Formular darüber informiert, wann die jeweilige Akte angelegt wurde, bis wann sie läuft, wer sie verwaltet usw. oder ob man den Typ "ANTRIEB" anlegt, der Auskunft über die Art, die Leistung, die Bauform etc. gibt, bleibt den Anwendern überlassen.

Selbstverständlich kommen auch die Standardfunktionen, die man von einem IPS verlangt, zum Einsatz:

- Maschinendatenbank
- Wissensdatenbank
- Auftragsanlage, -pflege, -rückmeldung
- Vorbeugende Wartungen / Inspektionen
- Wiederkehrende Prüfungen (z. B. BG-Prüfungen)
- Sammelaufträge
- Störungsbehandlung
- Anlagen- und Maschinenhistorie
- Projektverfolgung
- Wartungsplanerstellung
- Stücklistenverwaltung
- Teile- und Baugruppenorganisation
usw.

Zur Zeit werden bei den niederrheinwerken die Anlagen und Objekte des Wasserversorgungsbereiches aufgenommen und behandelt. Parallel dazu soll in Kürze die Ausweitung auf den Versorgungsnetzbereich beginnen, wo es dann nicht mehr nur um die Versorgung mit Wasser, sondern auch um die mit Gas und Strom geht.

Der Projekthintergrund und sein Stand werden Interessierten am 18. November 2004 um 16.00 Uhr in der Generatorenhalle der Niederrheinwerke GmbH im Rahmen einer Veranstaltung der DVGW-Bezirksgruppe Niederrhein vorgestellt. Interessierte können sich bei Herrn Dipl.-Ing. Michael Steffens 02162-371-240 anmelden.


[1] DVGW energie | wasser-praxis 09/2004: Das "elektronische" Betriebshandbuch als tägliches Werkzeug (Hüsen, Annely / Hagenbruch, Christoph / Karbaum, Horst)

[2] DVGW Hinweis W 1010 Leitfaden für die Erstellung eines Betriebshandbuches für Wasserversorgungsunternehmen, Dezember 2000.

[3] DVGW-Arbeitsblatt W 1000 Anforderungen an Trinkwasserversorgungsunternehmen, November 1999.

[4] DVGW-Hinweis W 1020 Empfehlungen und Hinweise für den Fall von Grenzwertüberschreitungen und anderen Abweichungen von Anforderungen der Trinkwasserversorgung, Januar 2003

* ACK-InStand wurde im Auftrage von Microsoft durch VeriTest gemäß dem Test "Verified for Windows XP" zertifiziert.

Weitere Informationen: www.acknowledge.de


 

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